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Mai 2010: Abiturpostkarten vom Anfang des 20. Jahrhunderts

Heute weisen bemalte Bettlaken an den Pforzheimer Gymnasien auf die bevorstehenden Schulabschlüsse hin. Am Anfang des 20. Jahrhundert war es Brauch, das bestandene Abitur durch das versenden spezieller Postkarten zu verkünden.

Oftmals findet sich auf den Karten ein Maultier. Die Abiturienten bezeichneten sich selbst auch als Muli – als Maultier. Dieser Name sollte auf die Phase zwischen der Schule und der Arbeit beziehungsweise dem Studium hinweisen: Als „Maultiere“ waren sie keine Esel mehr, aber auch noch keine Pferde.

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sorgte auch bei vielen Schülern anfangs für große Kriegsbegeisterung. Diese spiegelt sich auch in der 1916 entstanden Abiturkarte des Reuchlin-Gymnasiums wider. Es bestand die Möglichkeit, die Abiturprüfung früher abzulegen, um sich freiwillig beim Militär zu melden. Dieser Abschluss hieß dann Kriegs- oder Notabitur.

Abiturzeitungen gab es übrigens auch schon am Anfang des 20. Jahrhunderts. Das älteste Exemplar des Stadtarchivs stammt aus dem Jahr 1913.

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