Inhalt

Das Projekt

Damit sich eine Stadtgemeinschaft  mit der Stadt in der sie lebt identifiziert, ist die Frage der Vermittlung der Stadtgeschichte von maßgeblicher Bedeutung. Gerade in einer Stadt, die 1945 fast vollständig zerstört wurde und deren Stadtgeschichte nicht offensichtlich am Stadtbild ablesbar ist, sind verschiedene Wege der Informationsvermittlung notwendig.

Aus diesem Grunde hat das Kulturamt gemeinsam mit dem Verkehrsverein Pforzheim e.V., pforzheim mitgestalten e.V. und der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim sowie der WSP ein Stelenkonzept mit Informationen zur Stadtgeschichte im Innenstadtgebiet entwickelt, das bis zum Schmuck-und Uhrenjubiläum 2017  umgesetzt wird. 

Die Tafeln weisen auf historische Orte und deren Hintergrund hin und informieren über geschichtliche Zusammenhänge. Dabei wird jeder Ort, für den eine Stele vorgesehen ist, mit einem oder mehreren Themen verbunden werden. Diese Themen werden in Bildern und einem Kurztext vorgestellt.

Die Bertha Benz Stele

Bertha Benz (geborene Ringer, *3. Mai 1849 in Pforzheim) gilt als deutsche Pionierin des Automobils. Sie war die Tochter des Zimmermanns Karl Friedrich Ringer und besuchte die Höhere Töchterschule in Pforzheim. Am 20. Juli 1872 heiratete sie Carl Benz und finanzierte durch ihre Mitgift die Weiterführung seines Unternehmens. Im August 1888 unternahm sie mit ihren beiden Söhnen Eugen und Richard, die damals 13 und 15 Jahre alt waren, eine 106 Kilometer lange Fernfahrt von Mannheim nach Pforzheim. Durch die erfolgreiche Fahrt zerstreute sie die Vorbehalte der Kunden gegen das Fahrzeug und ermöglichte den wirtschaftlichen Erfolg der Firma. Bertha Benz starb am 5. Mai 1944 in Ladenburg im Alter von 95 Jahren.

Die Bertha Benz Stele steht in der Nähe ihres Elternhauses Ecke Berliner Straße/Luisenstraße.

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Die Bertha Benz Stele (2,2 MB)

Die Bertha Benz Stele (English Translation) (65 KB)

Waisenhausplatz

Vor 1945

In der Inselvorstadt lag das Kloster der Dominikanerinnen. Bis zu seiner Auflösung 1564 war das Nonnenkloster das größte und reichste der Stadt gewesen. Seine Gebäude beherbergten zweitweilig bis zu 50 Nonnen. 
1714 gründete Markgraf Carl Wilhelm das Landeswaisen-, Zucht- und Tollhaus zur Nachnutzung des früheren Nonnenklosters. Das Waisenhaus wurde Wiege der Pforzheimer Schmuckindustrie. Dort richtete Markgraf Karl Friedrich 1767 die »Manufaktur für Uhren und feine Stahlwaren« ein, die der Stadt neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnete.
Der Luftangriff am 23. Februar 1945 hinterließ auch am Waisenhausplatz ein Trümmerfeld. Die umfangreichen Häuserruinen wurden bis in die frühen 1950er Jahre abgeräumt.

Nach 1945

Der Mauerrest südlich des Stadttheaters ist das letzte Relikt des kriegszerstörten Landeswaisenhauses. Heute bildet der weiträumige Waisenhausplatz als »Kulturforum« den zentralen Bestandteil der Neuaufbauplanung.

Bahnhofplatz

Vor 1945

Im Jahre 1861 erreichte Pforzheim die Anbindung an das großherzoglich-badische Eisenbahnnetz nach Karlsruhe. Auf dem Gelände des alten Schloßgartens entstand ein Bahnhofsgebäude in klassizistischen Formen mit einem Bogengang als Eingangshalle.
Geschäftsreisende aus aller Welt kamen einst zum Schmuckeinkauf nach Pforzheim und belebten den Goldstadt-Tourismus. Das traditionsreiche Hotel Ruf am Bahnhofplatz war bis in die Nachkriegszeit hinein die erste Hoteladresse der Stadt.
Am 23. Februar 1945 wurde der Hauptbahnhof durch Spreng- und Brandbomben getroffen. Die noch aufrecht stehenden Umfassungsmauern wurden in den Nachkriegsjahren zugunsten des Neubaus abgebrochen.

Nach 1945

Mit der schwungvollen Architektur harmoniert das Metallrelief über dem Durchgang zu den Zügen von dem Bildhauer Josef Karl Huber, der das Thema »Goldstadt an der Schwarzwaldpforte« abstrahierend umsetzte.
Der Bahnhofplatz wurde 1967/ 68 autogerecht ausgebaut. 
Im Juni 2015 ging der neue zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Betrieb.

Emma-Jaeger-Bad

Vor 1945

Das Emma-Jaeger-Bad nach Plänen des Stadtbaumeisters Alfred Roepert entstand 1911 als Stiftung der Kaufmannsgattin Emma Jaeger. Es war das erste Hallenbad in Pforzheim.
Das Emma-Jaeger-Bad verwöhnte seine Gäste mit einem großen Serviceangebot. Es verfügte über zwei getrennte Schwimmhallen für Männer und Frauen, Brause-, Schwitz- und Dampfbäder, Wannenbäder, medizinische Bäder und sogar ein Hundebad.

Nach 1945

Die repräsentative Eingangshalle des historischen Emma-Jaeger-Bads von 1911 besitzt noch Teile der Jugendstilausstattung. Die originale Farbigkeit wurde nach Befund wiederhergestellt. Ein Mosaik erinnert mit Putten, Gesundbrunnen und Inschrift an Emma Jaeger geb. Kiehnle (1830–1900), die »edle Stifterin« des Stadtbads.
Das EMMA-Kreativzentrum im historischen Emma-Jaeger-Bad ist seit Herbst 2014 Arbeitsort und zentrale Plattform für Kreativschaffende aus Pforzheim und der Region.

Lindenplatz

Vor 1945

Der Lindenplatz am Zusammenfluss von Enz und Nagold diente 1643 als städtische Festwiese und war traditionell mit Linden bepflanzt.
Die Auer Brücke zwischen Stadtkern und Auer Vorstadt bildete seit dem Mittelalter den wichtigsten Flussübergang im Raum Pforzheim. Mehrfach wurde die Brücke durch Hochwasser und Eisgang zerstört. Auf der Landzunge des Lindenplatzes wurde 1899 die evangelische Stadtkirche als imposanter neogotischer Bau mit Einturmfassade eingeweiht.

Nach 1945

Beim Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 wurde die evangelische Stadtkirche erheblich beschädigt. Der Neubau entstand in den Jahren 1964 bis 1968 nach Plänen des Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel. Die rötlichen Steinquader an der Außenfassade stammen von der Ruine des Vorgängerbaus, abgetragen in der Nachkriegszeit.

Marktplatz

Vor 1945

Der Marktplatz war in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Zentrum der staufischen Neustadt planmäßig angelegt worden.
An der Ostseite des Platzes wurde 1902–03 das Wohn- und Geschäftshaus »Beckh am Markt« errichtet. An der Westseite des Marktplatzes eröffnete 1899 mit dem Warenhaus »Wronker & Co« das erste moderne Kaufhaus in Pforzheim.
Beim Luftangriff vom 23. Februar 1945 wurde die gesamte Platzbebauung schwer beschädigt und anschließend abgeräumt, darunter auch das 1892–95 nach Plänen von Stadtbaumeister Alfons Kern errichtete Rathaus im Neorenaissancestil, das an der Ostseite des Marktplatzes stand.

Nach 1945

Das Neue Rathaus ging 1973 aus einem Wettbewerbsentwurf des Stuttgarter Architekten Rudolf Prenzel hervor. Das Ratssaalgebäude teilt den Platzraum in einen oberen und einen unteren Marktplatz.
Das Glockenspiel am Neuen Rathaus mit insgesamt 46 Glocken gehört zu den großen in Deutschland. Finanziert wurde das Geläut durch Spenden von Pforzheimer Bürgern, Vereinen und Firmen.

Schloßberg

Vor 1945

Auf der Anhöhe des »Schloßbergs« entstand spätestens in salischer Zeit eine Turmhügelburg, die als strategischer Stützpunkt der Landesherrschaft das Tal überwachte. Dort unterzeichnete Kaiser Heinrich IV. im Jahre 1067 eine Urkunde.
Um 1220 gelangte Pforzheim in den Besitz der Markgrafen von Baden. Im späten 18. Jahrhundert ließ die staatliche Verwaltung die Gebäude und Tore des Schlossbezirks auf Abbruch verkaufen.
Unter dem Stiftschor der Schloßkirche befinden sich die Grüfte des Hauses Baden.
Die mittelalterliche Schloß- und Stiftskirche St. Michael erlitt beim Luftangriff vom 23. Februar 1945 schwere Schäden. Der mächtige Dachstuhl verbrannte, Gewölbe stürzten herab. Die Ausstattung ging fast ganz verloren, eine Kapelle von 1487 und die Sakristei des Stiftschors wurden total zerstört.

Nach 1945

Südöstlich der Schloßkirche erhebt sich der Leitgastturm, der letzte Wehrturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung. In der frühen Nachkriegszeit wurde der Turm zum Wohnturm ausgebaut.
Die Stiftung der Freunde der Schloßkirche initiierte den Wiederaufbau der bedeutenden Schloß- und Stiftskirche St. Michael und sorgte für eine zeitgenössisch-moderne Ausstattung des Sakralraumes.
An der Südseite des Stiftchores der Schloßkirche wurde in den Jahren 2006–08 durch den Verein die Freunde der Schloßkirche das »Reuchlinkolleg« wiederaufgebaut, dessen Obergeschoss einst die Bibliothek von Johannes Reuchlin barg. Im Innern präsentiert das Museum Johannes Reuchlin eine Ausstellung zu Leben und Wirken des berühmten europäischen Humanisten aus Pforzheim.

Leopoldplatz

 Vor 1945

Die ersten herrschaftlichen Villen und Stadtpaläste von Schmuckfabrikanten entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Umfeld des Leopoldplatzes. Zu ihnen gehörte das Bohnenberger Schlössle, welches 1826/27 für den Bijouteriefabrikanten Theodor Bohnenberger errichtet wurde.
Das mit einem mächtigen Giebel geschmückte Jugendstilgebäude »Goldner Adler« wurde 1906–08 erbaut.
1925/26 wurde mit dem Industriehaus ein Wahrzeichen für die Goldstadt als Metropole der deutschen Schmuckindustrie geschaffen.

Nach 1945

Das beim Luftangriff vom 23. Februar 1945 erheblich beschädigte Industriehaus wurde 1947/48 frühzeitig wiederhergestellt. 
Das markante Geschäftshaus »Goldner Adler« wurde 1956 nach Plänen des Architekten Ernst Dobler erbaut. Blickfang ist das farbenfrohe Erkermosaik des Münchner Künstlers Blasius Spreng. Die traditionsreiche Gaststätte »Goldner Adler wurde bereits 1474 erstmals urkundlich erwähnt.
2016 ist das Geschäftszentrum Pforzheims der Leopoldplatz.

Blumenhof

vor 1945

1938

Der Dreiflüssebrunnen ist ein Hauptwerk des in Pforzheim tätigen Bildhauers Emil Salm. Er wurde 1935 von dem Fabrikanten Eberhard Wieland gestiftet und im Blumenhof aufgestellt. Die drei Mädchen, die den Brunnen bekrönen, symbolisieren die Flüsse Enz, Nagold und Würm und spielen damit auf Pforzheims landschaftliche Lage am Zusammenfluss der drei Flüsse an.

um 1925

Die Barfüßergasse, benannt nach dem Franziskaner- oder Barfüßerkloster, ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Auf einem Situationsplan von 1787 wurd die Gasse als "Judengässlein" bezeichnet. Vielleicht waren dort bereits im Mittelalter Juden ansässig. Eine jüdische Gemeinde ist seit dem 13. Jahrhundert in Pforzheim nachweisbar.

um 1920

Das 1903 erbaute großherzoglich-badische Bezirksamt galt als erster badischer Staatsbau des Jugendstils. Architekt der vom Rathaus in Basel inspirierten Anlage war der Bruchsaler Berzirksbauinspektor Emil Lanf, die Wandbilder am stadtbildgeprägenden Turm schuf der Karlsruher Künstler Hellmuth Eichrodt. An der Ausstattung wirkten namentlich Jugendstilkünstler aus Karlsruhe und Pforzheim mit. Nach Kriegsschäden wurde die Anlage bis 1063 wiederhergestellt.

1643

Mit dem Bau des Franziskaner- oder Barfüßerklosters wurde um 1270 begonnen. Der Gesamtkomplex umfasste im Süden eine große Saalkirche mit Chor und nördlich daran anschließende Konventgebäude. Das Barfüßerkloster brachte zwei berühmte Gelehrte hervor: Konrad Pelikan und Sebastian Münster. Im Pfälzer Erbfolgekrieg wurd die Klosteranlage 1689 zerstört. Der verbliebene Barfüßerchor diente ab 1768 der französisch-reformierten Gemeinde, ab 1825 der katholischen Gemeinde als Gotteshaus.

1938

Der Dreiflüssebrunnen ist ein Hauptwerk des in Pforzheim tätigen Bildhauers Emil Salm. Er wurde 1935 von dem Fabrikanten Eberhard Wieland gestiftet und im Blumenhof aufgestellt. Die drei Mädchen, die den Brunnen bekrönen, symbolisieren die Flüsse Enz, Nagold und Würm und spielen damit auf Pforzheims landschaftliche Lage am Zusammenfluss der drei Flüsse an.

um 1925

Die Barfüssergasse, benannt nach dem Franziskaner- oder Barfüßerkloster, ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Auf einem Situationsplan von 1787 wird die Gasse als "Judengäßlein" bezeichnet. Vielleicht waren dort bereits im Mittelalter Juden ansässig. Eine jüdische Gemeinde ist seit dem 13. Jahrhundert in Pforzheim nachweisbar.

Bleichstraße

um 1925

Die vom Sedanplatz ausgehende Bleichstraße wurde in der Gründerzeit mit Querstra0en für die städtische Bebauung erschlossen. Es entstanden großstädtisch anmutende Wohnhäuser und Schmuckfabriken wir Kollmar & Jourdan und Rodi & Wienenberger. Ab 1911 verkehrte die städtische Straßenbahn in der Bleichstraße.

Die Bleichstraße ist nach der historischen Bleiche benannt. Früher dienten die Uferwiesen südlich der Stadt zwischen Nagold, Metzelgraveb und Bleichstraße als Wäschebleiche. Der Bedarf der Textilindustrie an Bleich- und Färbemitteln führte 1804 zur Gründung einer "Salmiakhütte" an der äußeren Bleichstraße, die 1823 von Johann A. Benckiser erworben und zur chemischen Fabrik ausgebaut wurde, ein Vorläufer des heute weltweit tätigen Unternehmens Reckitt Benckiser GmbH.

1922

Das Eckgebäude Bleichstraße 77 wurde 1922 nach Plänen des Karlsruher Architekturbüros Hermann Walder als Kontorhaus für die Schmuck- und Uhrkettenfabrik Kollmar & Jourdan erbaut. Eine Bogenbrücke stellt die direkte Verbindung zum Fabrikkomplex her. An der Fassade repräsentieren fünf mit Schmuck dekorierte Brustfiguren die fünd Erdteile, eine Allegorie der weltweiten Gechäftsverdbindungen der Firma.

um 1910

Zwischen 1901 und 1910 entstand nach Plänen von Hermann Walder aus Karlsruhe die Schmuck- und Uhrkettenfabrik Kollmar & Jourdan. Der repräsentative vierflüglige Fabrikbau längs der Bleich-, Hans-Meid-, Kallhardt- und Schießhausstraße wurde als Stahlskettenbau errichtet und außen mit farbig glasierten Ziegeln verkleidet. Das 1885 gegründete Unternehmen war mit mehr als 1.000 Angstellten zeitweise die größte Kettenfabrik der Welt.

2017

Die Schmuck- und Uhrkettenfabrik Kollmar & Jourdan wurde 1977 liquidiert und zum Geschäftshaus umgenutzt. Im Nordflügel ist heute das 2017 umgestaltete Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie eingerichtet. In den Obergeschossen der ehemaligen Fabrik befinden sich die Pforzheim Galerie und die Carlo Schmid Schule.

Das Gebäude Bleichstraße 88 entstand 1905 als Stammsitz der traditionsreichen Manufaktur Victor Mayer. Das 1890 gegeründete Unternehmen war u.a. mit Jugendstilschmuck international erfolgreich. Bis heute stellt die Firma hochwertigen Schmuck her. Der Pforzheimer Architekt Heinrich Deichsel lieferte den Entwurf für das aufwendig dekorierte Jugendstilgebäude, das an Formen des Mittelalters anknüpft.

Die beiden Wohnfabrikhäuser Bleichstraße 92/94 wurden 1905-07 von den Pforzheimer Architekten Karl Faller und Theodor Preckel für den Fabrikanten Theodor Denzle entworfen. Hinter den schmückenden Jugendstilfassaden verbergen sich moderne Betonskelettkonstruktionen und dreigeschossoge Hofflügel für Schmuckmanufakturen, wie sie typisch für die Pforzheimer Industrie um 1900 waren.

1945

Beim Luftangriff vom 23. Februar 1945 wurde der nordöstliche Gebäudeflügel der Firma "Kollmar & Jourdan" an der Hans-Meid- und Kallhardtstraße weitgehend zerstört. Die Wiederherstellung der übrigen Teile erfolgte bis 1949 mit Flachdächern und Staffelgeschossen an Stelle der ursprünglichen Steildächer, Ecktürme und Giebel.

Kallhardtbrücke

2017

Der Kupferhammer ist Ausgangspunkt der drei berühmten Schwarzwald-Höhenwege, die das Gebirge von Nord nach Süd erschließen. Im Jahr 1900 wurde der 285 km lange Fernwanderweg von Pforzheim nach Basel vom Schwarzwaldverein ausgeschildert. Diesem "Westweg" folgte 1902 der "Mittelweg" von Pforzheim nach Waldshut (234 km), ein Jahr später der "Ostweg" nach Schaffhausen (242 km).

Der vom Pforzheimer Verschönerungsverein 1901 gestiftete "Bichlerstein" am Davosweg erinnert an den Pforzheimer Schmuckfabrikanten Eduard Bichler (1819-1899), Mitglied des Stadtrats und des badischen Landtags sowie Mitbegründer des Pforzheimer Verschönerungsvereins. Das bronzene Medaillon mit einer Reliefbüste Bichlers schuf der aus Pforzehim stammende Jugendstilkünstler Emil Dittler.

Östlich der Kallhardtbrücke erhebt sich am Hang eine Gruppe sogenannter "Arkadenhäuser" (Calwerstraße 135-155) mit Sandsteinmauern und vorgelagerten Treppenaufgängen, die in den Jahren 1906-07 nach Plänen des Pforzheimer Architekten Hans Bühling für den Fabrikanten Theodor Denzle erbaut wurden. Die Jugendstilhäuser beziehen ihre Bezeichnung "Arkadenhäuser" von den ursprünglich offenen Arkaden im Sockelgeschoss.

Der Seehauspfas führt von der Seebergstraße zum Seehaus im Hagenschieß, einem 1870 zum Gasthaus umgebauten markgräflichen Jagdpavillon. Der befestigte Wanderpfad, 1907 durch den Pforzheimer Verschönerungsverein angelegt, verläuft durch abwechslungsreiche Waldgebiete und ein Felsenmeer aus Buntsandsteun, Zahlreiche steinerne Wegeweiser markieren den Weg.

Zähringerallee

1923
Das viergeschossige Stadthaus Zähringerallee 24 mit schlichter Natursteinfassade
entstand 1923 für den aus Italien eingewanderten Pforzheimer Bauunternehmer Felice Brano, der sich später Felix Bran nannte. Über der Tordurchfahrt erscheinen seine Initialen »FB« und das Baujahr »1923«. Als Baustoffhändler war Brano führend im Geschäft mit Kunststein und Terrazzo in Pforzheim.

1923
Der durch seine Ecklage ausgezeichnete Gasthof »Zähringer Löwen« von 1899 ist
das älteste Gebäude an der Zähringerallee. Die reich dekorierte Fassade zeigt Gliederungen in neogotischen Stilformen mit Maßwerkbrüstungen, Zinnengiebeln und Säulen. Erker und Türmchen betonen die Schaufront. Errichtet wurde das Wohn- und Gasthaus für den Pforzheimer Bauunternehmer Louis Goldmann.

um 1912 
Ab 1871 entstand die Nordstadt nördlich der Bahnanlagen als Stadt-erweiterungsgebiet. Die Bebauung mit mehrgeschossigen Stadthäusern schloss sich zwischen 1899 und 1914 an. Die Zähringerallee, ehemals Hauptverbindung zwischen Bahnhof und den Landstraßen nach Ispringen, Eisingen und Bretten, wurde 1899 als begrünte städtische Wohnstraße angelegt.

1906
Ein Blickfang in der Zähringerallee ist das Jugendstileckhaus Nr. 27/29 von 1906, das mit Erkern, Maßwerk, Spitzbögen und Stufengiebel in Stilformen der späten Neogotik geschmückt ist. Das Doppelhaus entstand als Gemeinschaftswerk des Pforzheimer Architekten Carl Hamm mit seinem Schwager, dem Bildhauer Gustav Schultheiß, die beide dort auch wohnten und arbeiteten.

Die Stele in der Zährigerallee