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Sozialminister Manne Lucha zu Besuch bei Q-Prints in Pforzheim

Presseinformation zum Besuch von Minister Manne Lucha am 18. August 2022 bei Q-Prints&Service gGmbH

 

Besuch Minister Lucha
Bild: Beate Steinmetzger
Besuch Minister Lucha
Bild: Thomas Kreuz; ESF-Beratungsstelle Landkreistag

Sozialminister Manne Lucha besucht im Rahmen seiner Sommertour Q-Prints&Service, um sich insbesondere über die ESF-geförderten Projekte FABÉ und digilab zu informieren. Nach einer Begrüßung durch Geschäftsführerin Ute Hötzer und den Ersten Bürgermeister Dirk Büscher finden ein Hausrundgang und anschließend ein Austausch zu den beiden genannten Projekten statt. Sie zählen zu den insgesamt 16 Maßnahmen, die bei Q-Prints&Service über ESF-Bundes-, Landes- oder Regionalmittel gefördert werden, um Menschen in Pforzheim und dem Enzkreis darin zu unterstützen, wieder in Arbeit oder Ausbildung zu kommen bzw. darin zu bleiben.

Erster Bürgermeister Dirk Büscher: „Die Stadt Pforzheim freut sich, dass Herr Minister Lucha auf seiner Sommertour bei uns Halt macht. Der Einblick in zwei aktuelle Projekte bei Q-Prints&Service zeigt, wie sich durch das Zusammenwirken von europäischer, Landes- und lokaler Ebene konkrete Unterstützungsangebote für die Menschen in Pforzheim verwirklichen lassen. Der gezielte Einsatz europäischer Fördermittel gelingt bedarfsgerecht durch die Kooperation von Land, Stadt und Träger vor Ort und hat auch die schnelle Reaktion auf veränderte Problemlagen gerade in der Corona-Pandemie möglich gemacht.“

REGIONALER ESF-ARBEITSKREIS PFORZHEIM
Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste Finanzierungsinstrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Integration in Europa. Er zielt darauf ab, die Beschäftigungs- und Bildungschancen in der EU zu verbessern. Dafür stellt der ESF den Mitgliedsstaaten bereits seit 1957 Fördermittel zur Verfügung, die im Rahmen von Bundes- und Landesprogrammen eingesetzt werden. Einzigartig in Deutschland ist die eigenständige Förderung auf regionaler Ebene in Baden-Württemberg durch sogenannte Regionale Arbeitskreise. Diese setzen sich auf Ebene der Stadt- und Landkreise aus Akteuren des Arbeitsmarktes und des Bildungsbereiches zusammen. Auf Grundlage der jeweiligen Arbeitsmarkstrategie wählt auch der Regionale ESF-Arbeitskreis Pforzheim in der Regel jährlich Projekte zur Förderung aus.

Auf Grundlage der jeweiligen Förderebene wird unterschieden zwischen ESF-Bundes-, Landes- und regionalen Projekten.

FABÉ
Besteht mit unterschiedlichen innovativen Ansätzen seit 2012

Gefördert vom: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, Laufzeit Förderung über EU-React-Mittel des Landes: Januar bis Dezember 2022

Zielgruppe: Frauen aus Pforzheim und dem Enzkreis,

  • die nach der Familienphase wieder einsteigen wollen
  • die Unterstützung bei der Berufswahl suchen
  • die sich beruflich weiterqualifizieren oder einen Abschluss machen wollen
  • die sich beruflich verändern wollen
  • die aus der Arbeitslosigkeit neue Perspektiven suchen
  • die sich beruflich weiterentwickeln wollen

Handlungsbedarf: Entwertete oder fehlende Qualifi­kationen, traditionelles Familienbild, Einschränkungen bei der Kinderbetreuung und der räumlichen Mobilität, insbesondere in den Landkreisen, und psychische sowie physische Be­lastungsfaktoren, die mit der Dauer der Arbeitslosigkeit zunehmen, und ein sozial desinte­griertes Umfeld stellen individuelle Probleme bei der Arbeitsaufnahme dar. Die Teilnehmerinnen von FABÉ benötigen daher Unterstützung, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, ihre Lebensplanung stärker auf eine Erwerbstätigkeit auszurichten und sich da­bei neu zu orientieren.

Projektziele: Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit und Schlüsselkompetenzen sowie ganzheitliche Vermittlung der arbeitslosen und arbeitssuchenden Frauen in Ausbildung oder höherwertige Beschäftigung.

Angebote:

  • Informationen über schulische oder berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, gesetzliche Grundlagen und Fördermöglichkeiten
  • Einzel- und Gruppenberatungen zu allen Fragen des beruflichen (Wieder-) Einstiegs, der Neuorientierung, des Aufstiegs oder der Weiterbildung
  • Informationen zum Kinderbetreuungsangebot
  • Hilfestellung bei Bewerbungen, Zeugnissen und Arbeitsplatzsuche
  • Üben von Vorstellungsgesprächen
  • Unterstützung bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifizierungen

Projekterfolge:
Teilnehmerinnen seit Januar 2022: 92 Teilnehmerinnen (Migrationshintergrund: 85,9%), davon 27 Teilnehmerinnen beendet (10 berufliche Integrationen, 8 beendete Anerkennungsverfahren, 2 Vermittlungen in externe Maßnahmen, 7 erfolgslos beendete Fälle aufgrund von familiären Problemen, psychischen Erkrankungen, keine geeignete Kinderbetreuung)

Anerkennung von ausländischen Abschlüssen (beruflich und schulisch): 30 Teilnehmerinnen

digilab
Besteht als regionales ESF-Projekt seit 2021

Förderung vom: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, Laufzeit Förderung über EU-React: Juni (offiziell; August: interner QPS-Start) August 2021 bis Dezember 2022 

Zielgruppe: Eltern von Schulkindern/ Familien mit Wohnsitz in Pforzheim und Fluchterfahrung oder Migrationsgeschichte, die arbeitslos oder arbeitssuchend sind und 

  • digitale Kompetenzen erwerben wollen 
  • den Umgang mit digitalen Endgeräten erlernen oder verbessern wollen 
  • ihre Deutschkenntnisse verbessern wollen 
  • die aus der Arbeitslosigkeit raus möchten und neue Perspektiven suchen 

Handlungsbedarf: Wenig Deutschkenntnisse, teilweise sehr wenig Schulbildung und/oder keine berufliche Bildung der Eltern, wenig bis keine Erfahrung mit digitalen Endgeräten (Hardware und Software - betreffend), ein traditionelles Familienbild, Einschränkungen bei der Kinderbetreuung und psychische sowie physische Belastungsfaktoren stellen individuelle Probleme im Zusammenhang mit der Schulbildung der Kinder und Kommunikation mit der Schule, vor allem während der Pandemie und Home-Schooling-Zeiten und bei der Integration, Beschäftigungsförderung und Weiterbildung der Eltern dar. 

Die Teilnehmenden von digilab benötigen daher Unterstützung, um ihre digitalen Kompetenzen und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern wodurch auch die (Schul-)Kinder und deren Bildungsweg profitieren. 

Projektziele: Erhöhung der sozialen und digitalen Teilhabe und Beschäftigungsfähigkeit und Erhöhung digitaler Kompetenzen  

Angebote:  

  • Ausstattungs- und Kompetenzcheck
  • wöchentlicher Computerkurs mit den 5 Grundthemen: Umgang mit dem PC, Textverarbeitung, E-Mails, gezielte Internetrecherche & Registrierung, Anmeldung beim/ bei der Jobcenter/ Agentur für Arbeit 
  • Computerkurs mit ukrainischer Übersetzung in einer Unterkunft 
  • anlassbezogene Einzelcoachings je nach Bedarf, in Ergänzung zum Computerkurs 
  • wöchentlicher Sprachkurs in Kooperation mit der Diakonie Pforzheim 
  • Erstellung von Bewerbungsunterlagen 
  • Berufliche Orientierung und Hilfestellung bei Bewerbungen und Arbeitsplatzsuche 
  • Hilfe bei der Beschaffung von gebrauchten / gespendeten Endgeräten mit Open-Source-Software 

Projekterfolge: 

Teilnehmerinnen seit August 2021: 34 Teilnehmende, davon 12 beendet (2 berufliche Integrationen, 8 Vermittlungen in externe Maßnahmen, 2 erfolgslos beendete Fälle aufgrund von familiären Problemen und einer Schwangerschaft) 3 gebrauchte Laptops konnten über Spenden organisiert und an die Familien übergeben werden