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    Stand : 18.09.2021 - 14:36
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Mit Wespen und Hornissen leben

Hornisse (Foto: Hilligardt)

In den letzten Jahren verstärkt sich der Eindruck, dass mehr Wespen- und Hornissenvölker ihre Nestbauten verstärkt im Siedlungsbereich, an Gebäuden und in Gärten anlegen. Durch die unverminderte Siedlungsausdehnung und die intensive Landnutzung verringern sich der Lebensraum und insbesondere das Nistplatzangebot (z.B. Höhlen in alten Bäumen). Vermutlich bestehen auch direkte Zusammenhänge mit dem Klimawandel, der sehr heiße Sommer und mildere Winter mit sich bringt.  Die Insekten-Verluste im Winter vermindern sich, die Lebenszeit von Insekten beginnt früher und verlängert sich, in sehr heissen Witterungsperioden werden Insekten durch die Hitze selbst, aber auch durch Wassermangel gestresst, sie suchen dann oft in und um Gebäuden und in Gärten nach Wasser (zur Kühlung, zum Nestbau, zum Durstlöschen). Es entstehen zwangsläufig dadurch intensivere Kontakte zu uns Menschen. Diese Kontakte werden sicherlich im Rahmen des fortschreitenden Klimawandels weiter zunehmen. Wir sollten versuchen bzw. lernen, mit den Insekten möglichst gutnachbarschaftlich zusammenzuleben.

Unter diesem Link ist die ausführliche Broschüre "Keine Angst vor Wespen und Hornissen" des Amts für Umweltschutz aufrufbar.

Folgende Aussagen als Schlaglicht-Information:

  • Wespen und Hornissen besitzen wie alles Leben ein ureigenes Lebensrecht, sind Teil der Natur der Erde, eine negative Bewertung ihrer "Daseinsberechtigung" und damit eventuell eine grundsätzliche Forderung nach letaler Bekämpfung per se sind ethisch-moralisch und rechtlich unzulässig. 
  • Wespen und Hornissen verfolgen ihr innewohnendes Lebensziel, z.B. die Erhaltung der eigenen Art, die Aufzucht von Jungköniginnen, die Erfüllung spezieller Aufgaben innerhalb des Volkes. Ihre Lebensspanne ist auf wenige Monate begrenzt. Im Herbst löst sich der Volksverband allmählich auf, alle Tiere der aktuellen Generation sterben sukzessive natürlicherweise ab. Jungköniginnen überwintern außerhalb des Nestes und begründen an anderer Stelle im Frühjahr neue Völker. Das alte Nest kann im Winter entfernt werden.
  • Sie attackieren nicht in aggressiver Weise uns Menschen von vornherein, sie versuchen oft nur Nahrung (oft andere Insekten als Beutetiere) zu finden und sich bei Bedrohung zu verteidigen. Eigentlich wollen sie von uns direkt nichts wissen. Die meisten Wespenarten sind völlig harmlos. Die Gemeine und die Deutsche Wespe können im Spätjahr lästig werden (Zuckerhaltiges wird dann oft gesucht!). Eine entspannte und angstfreie Haltung den Tieren gegenüber fördert die friedliche Koexistenz. Eine Koexistenz ist in den allermeisten Fällen möglich, wenn man gewisse Verhaltensmaßregeln beachtet. Bauschäden durch die Nestbauten sind zumeist nicht zu erwarten.
  • Nutzen: Hornissen leben überwiegend von Wespen, sind Hornissen am eigenen Haus, dann hat man zumeist keine lästigen Wespen um sich! Wespen erbeuten auch andere Insekten (z.B. Blattläuse), bestäuben dabei auch Blütenpflanzen. 
  • Ergeben sich Konflikte mit Wespen- oder Hornissenvölkern, muss persönlich abgewogen werden, ob Maßnahmen erforderlich sind. Insektenvölker im eigenen Lebensumfeld sind persönliche Angelegenheiten, amtliche Stellen sind nicht zur Umsiedlung oder Beseitigung aufgefordert oder verpflichtet. Eine Bekämpfung - sofern überhaupt zulässig - ist letal für das Insektenvolk (einige Hundert Tiere können dabei ums Leben kommen), sie darf nur durch zertifizierte Firmen ausgeführt werden. Neben dem Kostenaufwand ist dabei zu beachten, dass sich dann u.U. eine gewisse Zeit lang giftige Ausdünstungen - z.B. in die Wohnräume - ergeben können.

Verhaltensmaßregeln:

  • Ein frühzeitiges Erkennen beginnender Nestgründungen ist wichtig, um spätere Konflikte vorauszuahnen,
  • Öffnungen in Rollladenkästen sind grundsätzlich zu verschliessen,
  • in der Zeit der Volksentwicklung immer genügend Abstand zum Nest wahren,
  • keine Erschütterungen in Nestnähe erzeugen, keine intensiven Düfte, keine hektischen Bewegungen in Nestnähe, keine eigenen Bekämpfungsversuche wagen,
  • Fliegenschutzgitter für die Fenster bei Bedarf besorgen (z.B. Baumarkt, Drogerie, Internet),
  • kein Licht bei offenen Fenstern ohne Fliegenschutzgitter (Hornissen sind nachtaktiv!),
  • im Spätsommer keine zuckerhaltigen Getränke und Speisen offen stehen lassen, kein (Grill)Fleisch und Obst an Sitzplätzen belassen (oder bewußt zur Ablenkung als Köder abseits ablegen).
  • Flache Schale mit Trinkwasser für die Insekten abseits der Spiel- und Sitzplätze aufstellen, Wasser regelmäßig erneuern.

Das Amt für Umweltschutz bietet fachliche Beratung an, kann die jeweilige Art bestimmen (z.B. anhand von Fotos!) und dann entsprechende Hinweise geben. Eine Umsiedlung von Wespen- und Hornissenvölkern ist bei der inzwischen weiter zunehmenden und sehr hohen Zahl an Fällen in der Sommersaison vor allem aus personellen, zeitlichen und technischen Gründen nicht mehr möglich. Oft ist auch der Schaden für die betroffenen Hausbesitzer dabei größer als der Nutzen, der Aufwand ist enorm und auch nicht jede Umsiedlung führt zu einem Erfolg für die Tiere. Nur in einer Frühphase der Volksentwicklung kann ein Umsetzen relativ erfolgreich sein und der Schaden bei den Tieren geringer.

Alle Wespen und Hornissen unterstehen dem allgemeinen Tierschutz, Hornissen sind zudem im Naturschutzgesetz als besonders geschützt klassifiziert. Eine Umsiedlung bzw. Bekämpfung von Hornissen bedürfen somit einer behördlichen Genehmigung (untere Naturschutzbehörde im Amt für Umweltschutz).