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Pforzheimer Siegel

   (Siegel von 1256 / S 32 Nr. 7)                       (Siegel von 1489 / S 32 Nr. 8)

Die kleine aber sehenswerte Siegelabdrucksammlung des Stadtarchivs Pforzheim wurde 1986 bei einer Auktion in München erworben. Es handelt sich dabei um die Sammlung Otto Hupp, und zwar um einen Teilbestand mit Siegeln badischer Städte und Gemeinden. Otto Hupp (21.05.1859 - 31.01.1949) war ein deutscher Heraldiker, Schriftgrafiker, Kunstmaler und Ziseleur. Sein umfangreicher Nachlass liegt heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, seine restliche Siegelabdrucksammlung im Generallandesarchiv Karlsruhe. Die Pforzheimer Siegel und 40 andere besonders interessante und wertvolle Stücke sind zumeist auf Karton aufgeklebt und vermutlich von Hupp beschriftet. Die vorhandenen Wachssiegel wurden zwischen 1245 und 1699 an Urkunden erstmalig nachgewiesen.

Glücklicherweise befindet sich auch ein Siegelabdruck des ersten Pforzheimer Siegels in der Sammlung, leider beschädigt und nicht mehr gut ablesbar. Zugeordnet ist es Urkunden von 1256 bis 1507. Pforzheim hat als altbadische Stadt jederzeit das badische Wappen, den roten Schrägbalken im goldenen Schild, im Siegel geführt. Im ersten Siegel nur dieses Wappen. Die Umschrift lautet: SIGILLVM CIVIVM IN PHORZHEIN ("Siegel der Bürger in Pforzheim").

Der zweite Siegelabdruck zeigt das Pforzheimer Siegel mit dem Stadtwappen, wie es sich in der Aufteilung bis heute erhalten hat. Erstmalig wurde es so an Urkunden seit 1489 vorgefunden. Die Umschrift lautet: S.SECRETVM.CIVIVM.IN.PHORZHEIN

("Sekretsiegel der Bürger in Pforzheim", d. h. ein kleineres Siegel, das für einfachere Rechtsgeschäfte oder als Kontrollsiegel verwendet wurde).

Aufgrund der wiederholten Zerstörung des Stadtarchivs sind mittelalterliche Archivalien bedauerlicherweise nur in geringer Anzahl vorhanden. Deshalb ist es umso erfreulicher, wenn es wie in diesem Fall hin und wieder gelingt, diese Verluste etwas auszugleichen.