Zum Inhalt springen
  • Bewölkt: 85-100% 16 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Ziegler, Richard (Kritik am NS)

Richard Ziegler ist am 3. Mai1891 in Pforzheim geboren. Er besucht wie Fritz Todt* und Heinrich Wieland - siehe dort - das Reuchlin-Gymnasium, geht nach dem Abitur 1910/11 die Shakespeare-Grammar-School in Stratford-on-Avon in Großbritannien auf und studiert anschließend Philologie in Genf, Greifswald und Heidelberg. 1919 schließt er sein Studium in Heidelberg mit der Promotion zum Dr. phil. ab.

Ohne künstlerische Ausbildung beschließt er mit 28 Jahren, sich ganz der bildenden Kunst zu widmen: "Eine Kunstschule habe ich nie besucht. Es war keine Zeit zu verlieren, ich stand im 29. Jahr", schreibt er 1981. 1925 lässt er sich als freier Künstler in Berlin nieder und beteiligt sich ab 1926 an den Ausstellungen der „Novembergruppe“. Von 1925 bis 1928 ist er verheiratet mit Mathilde Rosenthal, einer Verwandten des Künstlers Max Liebermann.

Noch vor der nationalsozialistischen Machtübernahme wandert Ziegler zusammen mit seiner späteren zweiten Frau, Edith Lendt, Ende 1932 nach Jugoslawien aus und lebt bis 1937 auf der dalmatinischen Insel Korcula.

Bis 1935 entstehen dort drei antifaschistische Zeichenmappen, die vor allem die „Führer“ des nationalsozialistischen Deutschland portraitieren: "Deutschland ist erwacht. Bilderbogen zum Dritten Reich", "Blut und Boden" und "Führer sehen dich an". 1937 übersiedelt Ziegler nach England, 1938 folgt die Heirat mit Edith Lendt. Von Juli bis September 1940 ist er als „feindlicher Ausländer“ in Huyton bei Liverpool interniert und arbeitet dann während des Krieges für das britische Ministry of Information und das American War Office of Information und zeichnet unter den Pyseudonym Robert Ziller Porträts für politische Zeitungen. Durch die Hilfe von Hermann Hesse kann er während des 2. Weltkrieges brieflich Kontakt mit Deutschland halten. Er lebt seit 1944 mit der Engländerin Susan Snow zusammen, 1948 wird er britischer Staatsbürger.

Seine letzten Lebensjahre verbringt Dr. Richard Ziegler wieder in Pforzheim. Im Jahr 1982 gründet er in Calw eine Stiftung mit seinem Namen, in die er eine große Anzahl seiner Bilder und Grafiken einbringt. 1991 wird er zum Ehrenbürger der Stadt Pforzheim ernannt.

Er stirbt 1992, er ist in Calw beerdigt.


 

Quellen:

GLA KA 480 – 25013;

Wikipedia