Zum Inhalt springen
  • Leichter Regen 7 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Schoch, Maria (Adventisten)

Maria Schoch ist am 30.7.93 in St. Michael in der Steiermark/Österreich geboren. Sie ist geschieden und hat ein Kind im Alter von 24 Jahren (Stand 1947). Die Nazis verhafteten die Finiererin Maria Schoch 1937 in Pforzheim wegen Betätigung für die 1936 verbotenen Adventisten*. Die Begründung des Verbotes ist enthalten in einem Schreiben der Gestapo vom 29. April 1936: „...wird für das gesamte Reichsgebiet aufgelöst und verboten. Das Vermögen wird beschlagnahmt... Die ‚Siebenten-Tags-Adventisten-Reformbewegung‘ verfolgt unter dem Deckmantel der religiösen Betätigung Ziele, die der Weltanschauung des Nationalsozialismus zuwiderlaufen. Die Anhänger dieser Sekte verweigern den Wehrdienst und lehnen es ab, den Deutschen Gruß anzuwenden. Sie erklären offen, dass sie kein Vaterland kennen, sondern international eingestellt seien und alle Menschen als Brüder betrachten. Da das Verhalten dieser Sekte geeignet ist, Verwirrung unter der Bevölkerung zu erregen, war ihre Auflösung zum Schutz von Volk und Staat erforderlich. gez. Heydrich.

Das Verbot der Adventisten in Baden stammt vom 30.5.1936, betroffen sind auch Gertrud und Max Hess, Frieda Hofsäß, Kurt Junghans, Elfriede, Emma und Gertrud Keppler in Pforzheim - siehe jeweils dort. Die Anschuldigungen lauten jeweils, sie hätten „Bibelstunden abgehalten, gemeinschaftlich gebetet, Psalmen verlesen und das Abendmahl gefeiert“.

Das Sondergericht Mannheim verurteilt Maria Schoch am 24.9.1937 mit Gertrud Hess, Emma und Gertrud Keppler - siehe jeweils dort - zu 1 Monat Haft. Sie ist im Gefängnis Pforzheim und im Zuchthaus Bruchsal eingesperrt.

Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt.


 

Quellen:

Pforzheimer Kurier 30. März 1995;

GLA KA 507 – 1559-1569,

GLA KA 480 – 4373