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Ruf, Hedwig (Zeugen Jehovas)

Hedwig Ruf ist am 24.2.1900 in Pforzheim geboren. Sie ist ledig und von Beruf Stickerin. Sie gehört zur Glaubensgemeinschaft der „Ernsten Bibelforscher“, heute „Zeugen Jehovas“*. Die kleine religiöse Gruppe wird schon im Mai 1933 verboten, da ihre Mitglieder mit Berufung auf die Bibel jegliche Eidesleistung verweigern und auf dem fünften Gebot: „Du sollst nicht töten“ beharren. Im November 1937 wird sie vom Aussteuergeschäft Dittus entlassen. Wegen Betätigung für die verbotene Vereinigung „Ernste Bibelforscher“ wird sie verhaftet und im Prozess vor dem Sondergericht Stuttgart, das am 26.1.1938 in Neuenbürg tagt, zu 5 Monaten und 10 Tagen Haft verurteilt. Sie wird im Frauengefängnis Gotteszell eingesperrt.

Im Beschluss zur Aufhebung des Unrechtsurteils heißt es 1949: „Die Verurteilung ist wegen einer politischen Tat erfolgt, durch die dem Nationalsozialismus Widerstand geleistet wurde“.

Das weitere Schicksal von Hedwig Ruf ist nicht bekannt.


 

Quellen

GLA KA 480 – 2736;

VVN (Künzler);

GLA KA 509 - 4808;

Reutlinger Generalanzeiger 2.2.38;

Staatsarchiv Ludwigsburg E 356 i Bü 2189