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Purkl, Walter (Gewerkschaft, SAP)

Walter Purkl ist am 21. Mai1906 in Dresden geboren. Als Fünfzehnjähriger tritt er während der Berufsausbildung zum Rahmenvergolder in die Gewerkschaft der Holzarbeiter ein, 1923 engagiert er sich auch in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ)*. Nach Jahren der Wanderschaft kommt er 1929 nach Pforzheim und wird Mitglied der SPD* sowie der Naturfreunde*. Seine Frau Liddy, geb. Dathe, und er haben zwei Kinder im Alter von 9 und 5 Jahren (Stand 1948).

1931 geht er mit vielen SAJ-Mitgliedern zur neugegründeten Sozialistischen Arbeiter-Partei (SAP)*, wird 2. Vorsitzender und wirkt wie Werner Reinheimer und Karl Schroth - siehe jeweils dort - mit im Kabarett „Die Roten Trommler“. Die SAP versteht sich als Versuch, eine Einheitsfront gegen die drohende faschistische Gefahr herzustellen, nach Karl Schroth eine „Brücke, um die beiden antifaschistischen Parteien SPD und KPD* durch die dritte Kraft im Kampf gegen Hitler näherzubringen“. Er nimmt teil an der illegalen Widerstandsarbeit der SAP gegen die Nazi-Diktatur. 1933 beschlagnahmt die Gestapo bei einer Hausdurchsuchung seine Bibliothek.

Am 5. Mai 1938 verhaftet ihn die Gestapo. Am 20. Dezember 1939 verurteilt ihn der 1. Senat des Oberlandesgerichts Stuttgart wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 3 Jahren und 4 Monaten Zuchthaus. Er ist wie Karl Otto Bührer, Otto Habmann und Wilhelm Künzler - siehe jeweils dort - im Zuchthaus Ludwigsburg eingesperrt.

Ab 3.2.1943 muss er im Bewährungsbataillon 999 für seine Gegner in Griechenland und auf Rhodos kämpfen. Er gerät in britische Kriegsgefangenschaft und wird erst im Januar 1947 er aus der Kriegsgefangenschaft in Ägypten entlassen. Nach 1947 wird Walter Purkl wieder Mitglied der SPD in Pforzheim.

Er stirbt 1955.


 

Quellen:

Dagenbach 1995 S. 114;

Schroth;

GLA KA 480 – 622