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Perls, Lore (jüdisch)

Laura Perls, geb. Lore Posner, ist am 15.8.1905 in Pforzheim in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Sie besucht das humanistische Reuchlin-Gymnasium bis zum Abitur 1923. Anschließend studiert sie bis 1929 in Frankfurt zuerst Jura, dann Psychologie bzw. absolviert eine psychoanalytische Ausbildung. 1929 heiratet sie Fritz Perls, es folgt der Umzug nach Berlin. 1931 kommt die Tochter Renate zur Welt. Sie und ihr Mann arbeiten mit in der „Antifaschistische Aktion“, einer Organisation aus Mitgliedern bzw. Anhängern von KPD* und SPD* mit dem Ziel des gemeinsamen Vorgehens gegen die Nazis: Die beteiligen sich bei dem antifaschistischer Einheitskongress 10.7.1932 in Berlin als Auftakt zur „Antifaschistischen Kampfwoche der Antifaschistischen Aktion“ vom 10. Juli bis 17. Juli 1932. Anfang April 1933 flieht sie mit der Tochter zu ihrer Mutter nach Pforzheim - ihr Vater Rudolf war gerade gestorben. Ihr Mann Fritz flieht nach Amsterdam. Sie folgt ihm im Herbst 1933 in die Niederlande, die nächste Station ist 1934 Südafrika. Der Sohn Steve kommt 1935 zur Welt. In Südarika gründen Laura und Fritz Perls das erste psychoanalytische Institut. Laura Perls wird Mitbegründerin der Gestalttherapie. 1947 wandert die Familie in die USA aus.

Laura Perls stirbt 1990 in ihrer Heimatstadt Pforzheim.

Die Mutter Toni Posner verschleppen die Nazis 1941 nach Riga, ab 1942 gilt sie als „verschollen“. Die Schwester Liselotte ermorden die Nazis in Auschwitz. Der Bruder Robert kann sich 1938 nach Großbritannien und dann 1939 in die USA retten.


 

Quellen:

Eintrag in www.pfenz.de und Wikipedia;

Johach, Helmut, Von Freud zur Humanistischen Psychologie, Bielefeld, 2010, S. 237;

Katz, Friedrich u.a., Briefe ehemaliger jüdischer Schüler des Reuchlin-Gymnasiums, Pforzheim, 1991