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Durban, Richard (Gewerkschaft, Naturfreunde, Spanien, SPD)

Richard Durban, geboren am 29. November 1913 in Königsbach, ist von Beruf Mechaniker. Er ist evangelisch, Mitglied der SPD*, der Naturfreunde* und der Gewerkschaft DMV*. Nach dem Januar 1933 arbeitet er mit Wilhelm Kisselmann (KPD*) zusammen. Im April 1934 wird er von der Gestapo wegen Verbreitung antinazistischer Schriften verhört, flieht vor drohender Verhaftung in die Schweiz, dann weiter über Frankreich ins Saarland, ab 1935 wieder nach Frankreich.

Wann und wie er nach Spanien geht, ist unklar. Er schließt sich den Milizen der POUM („Partido Obrero de Unificación Marxista“, d.h. „Arbeiterpartei der marxistischen Einheit“, eine stalinkritische maristische Partei) an. Er wird im Juli 1937 als Angehöriger der POUM, dort in der Division Lenin, von den kommunistisch dominierten Truppen festgenommen und im Modelo-Gefängnis in Barcelona eingesperrt. Ab 18. November 1937 nimmt er teil an einem Hungerstreik von 13 Spanienfreiwilligen gegen ihre Inhaftierung durch den SIM (Servicio de Investigacion Militar, Geheimdienst der Internationalen Brigaden - siehe bei Adolf Baier). Vermutlich kommt er nach der Besetzung Barcelonas am 21. Januar 1939 durch Franco-Truppen aus dem Gefängnis frei. Am 13.3.1939 erfolgt seine Ausbürgerung aus der deutschen Staatsbürgerschaft. Bis Oktober 1940 ist er im Internierungslager St. Cyprien, 1940 findet sich seine Spur in Belgien, dann Ende 1940 im Lager Gurs. 1941 kommt er aufgrund einer Lungenerkrankung aus dem Lager heraus in ein Heim der Hilfsorganisation des Abbé Glasberg in Chansaye. Am 29.12.1942 wird er an die deutschen Besatzer ausgeliefert. 1943 ist er im Lager Fort de Romainville bei Paris interniert und wird von dort ins „Reich“ verschleppt. Am 8.5.1943 verurteilt ihn das Oberlandesgericht Stuttgart wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 2 Jahren Haft (abzüglich 4 Monate Vorhaft) mit Bezug auf die Zusammenarbeit mit Kommunisten in Königsbach im Jahr 1933. Er ist vom 21.5.1943 bis 7.1.1945 im Gefängnis Ulm eingesperrt. Bis 8.4.1945 lebt er als „Ausländer“ unter Aufsicht in Königsbach.

Nach der Befreiung lässt er sich in Argentinien nieder. 1956 kommt er zur Regelung seines Wiedergutmachungsantrags und von Familienangelegenheiten kurzfristig in seine alte Heimat zurück.


 

Quellen:

GLA KA 480 – 23318;

http://exilordinaire.blogspot.de/2008_04_01_archive.html; http://www.ajpn.org/sauvetage-Centre-de-Chansaye-12.html;

Gespräch Mike Durban/Königsbach 26.12.2012;

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