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Dörflinger, Josef (Gewerkschaft, SAP)

Josef Dörflinger ist am 19. Oktober1893 in Tübingen geboren. Seine Frau Wilhelmine und er haben ein Kind im Alter von 21 Jahren (Stand 1948). Josef Dörflinger ist von Beruf Metalldrücker und ab 1919 Mitglied der Gewerkschaft. 1928 bis 1933 wählen ihn seine Kollegen zum Betriebsrat. 1930 ist er aktiv im Männergesangverein „Freundschaft Brötzingen“. Ab 1924 wird er Mitglied der SPD* und ist Gründungsmitglied des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“* zur Verteidigung der jungen Republik, der Eisernen Front* und Ortsvereinskassierer in Brötzingen bis zur Auflösung der SPD* im Juni 1933.

1933 wird er von der Firma Lutz und Weiss entlassen, bis Frühjahr 1936 ist er arbeitslos. Ab Sommer 1933, nach der Zerschlagung der Gewerkschaften und dem Verbot der SPD, arbeitet Josef Dörflinger in der illegalen SAP (Sozialistische Arbeiter-Partei)* in Pforzheim mit. Die Gestapo verhaftet ihn im Juni 1938. Das Oberlandesgericht Stuttgart (2. Senat) verurteilt ihn am 14. März1939 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu zwei Jahren Gefängnis. Erst ist er in den Gefängnissen in Stuttgart und Ulm, dann muss er wie Karl Schroth - siehe dort - im Gefangenenlager Dieburg bei der Moor-Entwässerung mitarbeiten und im Straßenbau Steine klopfen. Im März 1940 wird er entlassen, die Reststrafe von 3 Monaten wird zur Bewährung ausgesetzt

Nach der Befreiung Pforzheims durch die französische Armee am 18. April1945 und dem Ende der Nazi-Diktatur am 8. Mai gründet er mit den Gewerkschaftern Blatz, Dathe, Rapp, Pöhler - siehe jeweils dort - u.a. am 17. Juni ein „Komitee zur Wiedererrichtung der freien Gewerkschaften“.

Er stirbt 1979.


 

Quellen:

Dagenbach 1995 S. 112;

Schroth;

GLA KA 480 – 2198;

DGB 2013;

Rapp S. 332