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    Stand : 12.05.2021 - 16:35
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Der "alte Jakob"

Ein weiteres Original aus etwas späterer Zeit war auch der „alte Jakob“ (Jakob Kreutel, 1884-1956). Mehr als 26 Jahre stand er als Feldhüter, Badmeister, Ratsdiener und Leichenträger im Dienste der Gemeinde. Besonders in seiner Tätigkeit als ehemaliger Feldschütz nahm er sich besonders wichtig und gab gerne seine reichlichen „Feldzugserfahrungen“, sowie seine Verfahrensweise mit Feldfrevlern zum besten. Er bezeichnete sich selbst sehr gerne als „das Auge des Gesetzes“. Im Zuge der Entnazifizierung,  und weil er in der falschen Partei gewesen war, wurde der leutselige Jakob in Kornwestheim zu einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, aus seinem Amt entfernt und zu einer Geldstrafe von 30 Reichsmark verurteilt.

Auch über sein Zuhause sind einige überlieferten Geschichten bekannt. Von der Zimmerdecke hängende offene Scheren, sowie Wünschelruten und eine Kommode mit verschiedenen selbstgebrauten Tinkturen schufen eine geheimnisvolle, in Halbdunkel getauchte Umgebung. Alles hatte für ihn eine besondere Bedeutung und bei Vollmond vergnügte er sich gerne mit allerlei Ritualen.

Aus seiner Kindheit ist nur noch eine kleine Anekdote erhalten geblieben. Es wird erzählt,  dass der alte Jakob mit 10 Jahren als „Täfelsbu“ (er trug die Vereinstafel beim Umzug voraus) an einem großen Pforzheimer Vereinsfest teilnahm. Dabei verlor der kleine Junge nicht nur seine Vereinstafel sondern marschierte nach Ende des Umzuges auch noch mit dem falschen Verein anstatt nach Büchenbronn sorglos nach Tiefenbronn. Er galt zwei Tage als vermisst und kehrte schließlich munter nach Hause zurück.