Um einen barrierefreien Zugang zu den Sitzungssälen sowie dem Foyer des Neuen Rathauses zu ermöglichen, hat der Gemeinderat der Stadt Pforzheim am 25. Juli 2023 den Einbau einer Aufzugsanlage beschlossen. Der Zugang über diesen Aufzug soll künftig aus dem Stadtlabor heraus erfolgen, das sich direkt unter den Ratssälen sowie dem Foyer im Rathauspavillon befindet. Es ist vom Marktplatz her ebenerdig zugänglich und daher gut für mobilitätseingeschränke Personen erreichbar. „Es ist an der Zeit, dass unsere Ratssäle und das Foyer für alle Menschen gleichermaßen gut erreichbar sind“, betont Oberbürgermeister Peter Boch. „Mit dem neuen Aufzug bauen wir eine bestehende Hürde im Neuen Rathaus ab und setzen ein wichtiges Zeichen für mehr Teilhabe“, so der OB weiter. Das Stadtlabor steht für die Zeit der Bauarbeiten dementsprechend nicht zur Verfügung, während auf der Ebene der Ratssäle eine Schutzwand aus Holz für die Zeit der Bauarbeiten aufgestellt wurde. Sie dient vor allem dem Schutz der Säle und soll den Baustaub fernhalten, der durch die Arbeiten entstehen wird.
Die komplexen Ausschreibungen konnten jüngst abgeschlossen und eine Vergabe erteilt werden. Weil das Neue Rathaus unter Denkmalschutz steht, mussten im Vorfeld der Arbeiten viele Aspekte zunächst mit der Oberen sowie der Unteren Denkmalschutzbehörde geklärt werden. „Das hat das ganze Verfahren in die Länge gezogen. Beispielsweise muss die Treppe, an deren Stelle der Aufzug eingebaut werden soll, durch eine Spezialfirma herausgeschnitten werden. einfach abreißen funktioniert hier nicht“, erklärt Baubürgermeister Tobias Volle. „Wir sind aber zuversichtlich, dass sich die neue Aufzuganlage gut in das Gesamtbild und den Stil unseres Neuen Rathauses einfügt.“
Weiteres Vorgehen
Das zugrunde liegende Gesamtkonzept sieht den Rückbau von zwei Treppenläufen der bestehenden Innentreppe vor. Der dadurch entstehende Freiraum bildet später den neuen Aufzugsschacht. Der Aufzug erschließt fünf Ebenen und ermöglicht Zugänge von drei Seiten. Die Erschließung im Erdgeschoss erfolgt über einen neu herzustellenden Zugang in der bestehenden Glasfassade des Stadtlabors. Der Vorbereich des Aufzugs wird durch eine neue Glaswand vom bestehenden Innenraum der Räumlichkeit abgetrennt.
Geplant ist ein rundum verglaster Aufzugsschacht mit einer Tragkonstruktion aus Stahlhohlprofilen. Die Anbindung an die einzelnen Ebenen erfolgt über kurze Stahlbrücken, die sowohl an den bestehenden Stahlbetondecken als auch am Schachtgerüst befestigt werden. Im Bereich der Zugänge sind Anpassungen an den vorhandenen Stahlbetonbrüstungen erforderlich. Diese werden je nach Situation teilweise zurückgebaut, ergänzt oder neu hergestellt.
Da der Zugang zum Großen Sitzungssaal aufgrund der ursprünglichen Bauausführung einen Höhenversatz von circa vier Zentimeter gegenüber dem angrenzenden Treppenbereich aufweist, wird dieser Höhenunterschied im Zuge der Arbeiten ebenfalls beseitigt. Aufgrund des Denkmalschutzes ist hier während der Arbeiten ein guter Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz sicherzustellen. Soweit technisch und wirtschaftlich möglich, sollen die vorhandenen Materialien erhalten, wiederverwendet oder durch Materialien gleicher Art und Qualität ergänzt werden.