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Stadt Pforzheim trauert um ehemaligen Stadtplaner Friedrich-Franz von Massow

Nachruf auf einen künstlerisch-kreativen Kopf

Friedrich-Franz von Massow
Autor: von Massow; Friedrich-Franz von Massow

Die Stadt Pforzheim trauert um Friedrich-Franz von Massow. Der ehemalige Planungsamtsleiter und künstlerisch-kreative Kopf verstarb am 3. Mai im Alter von 75 Jahren.

Als Leiter des Planungsamtes hat der Architekt und Stadtplaner Friedrich-Franz von Massow die Entwicklung Pforzheims über zwei Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und die wesentlichen städtebaulichen Weichenstellungen der 1980er und 1990er Jahre mit großem persönlichem Einsatz und fachlicher Expertise maßgeblich gestaltet.

Das städtische Planungsamt leitete von Massow von 1982 bis 2008. Aus Mecklenburg stammend studierte er zunächst an der TH Darmstadt unter anderem bei den renommierten Architekten und Stadtplanern Romero, Guther, Behnisch, Schürmann und Bächer, bevor er über die Stationen Darmstadt, Velbert und Bamberg nach Pforzheim kam.

In den Jahren seines Wirkens entwarf er Visionen und Leitlinien für die Entwicklung der Gesamtstadt und vor allem die Pforzheimer Stadtteile und Quartiere. Mit Engagement, Ideenreichtum und Weitsichtigkeit setzte er Impulse für die gewerbliche Entwicklung auf der Wilferdinger Höhe und dem neu ausgewiesenen Gewerbegebiet Hohenäcker sowie für den Wohnungsbau in den Neubaugebieten Maihälden, Hegenach und Wacholder. Der Entwicklung von Konzepten für die Stadtteile und Quartiere unter Bewahrung der Qualitäten und Identitäten widmete er großes Augenmerk.

Wichtiger Bestandteil seines Schaffens galt stets der Verbindung von Stadt und Natur, der Verknüpfung der Stadtlandschaft mit den Flüssen. So entstand im Anschluss an die Landesgartenschau 1992 das Flussuferkonzept, das als Grundlage der weitreichenden Umgestaltung und Aufwertung der Stadt am Fluss in den Folgejahren diente und das städtische Leben an den Flüssen sowie die Aufenthaltsqualität in den Fokus nahm und erheblich verbesserte. Nicht zuletzt verschrieb sich der „Gelegenheitsmaler“, wie von Massow sich selbst nannte, der Stadtgestaltung auch unter Einbeziehung von Kunst und erarbeitete unter anderem mit dem Lichtkünstler Yann Kersalé ein Lichtkonzept, das auch als Grundlage für die Illumination des Sparkassenturms und der Enzbrücken diente.

Friedrich-Franz von Massow war als leidenschaftlicher, überzeugter und begeisternder Rhetoriker bekannt und hatte eine große Zahl visionärer Ideen in die Verwaltung und den politischen Diskurs eingebracht. In der Sache streitbar wurde von Massow im Rathaus und in der Bürgerschaft als freundlich, fröhlich und nahbar gegenüber seinen Mitmenschen sehr geschätzt.

Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Verwaltungsdienst widmete er sich verstärkt der Fotografie.