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Regionale Veranstaltung in Pforzheim rundum erfolgreich

Bundesweite Woche des Sehens 2019

Erstmalig hat in Pforzheim eine regionale Veranstaltung im Rahmen der bundesweiten Woche des Sehens im Einkaufszentrum Schlössle-Galerie stattgefunden. Geplant wurde sie von den Inklusionsbeauftragten des Enzkreises, Anne Marie Rouvière-Petruzzi, und der Stadt Pforzheim, Mohamed Zakzak. Dabei wurde mit dem Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein (BBSV) kooperiert. Die Ehrenamtlichen des Vereins um den Leiter der Bezirksgruppe Pforzheim/Enz Michael Frey wurden dabei von Brigitte Schick, stellvertretende Vereinsvorsitzende und Dr. Klaus G. Wolff, Geschäftsführer, unterstützt. Den beiden Inklusionsbeauftragten war es außerdem gelungen, weitere ehrenamtliche Helfer für die beiden Tage zu gewinnen, die Veranstaltung und Ablauf unterstützten. Den Einzelhändlern danken Rouvière-Petruzzi und Zakzak für die Sachspenden für den Stand.

Auf einer Hälfte des Standes gab es zahlreiche Möglichkeiten zu Gespräch, Information und Beratung. Dort wurden auch verschiedene Hilfsmittel von einfachen Haushaltshilfen bis zu einem Bildschirmvorlesesystem gezeigt. Die andere Standhälfte gehörte Kindern und Jugendlichen, die dort unter der Augenbinde mit Tastsäckchen, inklusiven Spielen und Malbüchern spielerisch in die Welt blinder und sehbehinderter Menschen eintauchen konnten. 

Insgesamt sehr erfreulich war das große Interesse von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Migrationshintergrund an dem Stand. Es konnten an beiden Tagen Zielgruppen sensibilisiert und informiert werden, die zu sonst nurschwer erreichen sind. Besonders hilfreich war hierbei, dass viele Helfer verschiedene und weite Fremdsprachenkompetenzen mitbrachten.

Der Austausch war lebhaft. Er führte zu vielen interessanten Gesprächen, die zum Teil nicht ohne einen gewissen Witz waren: So wurde BBSV Bezirksgruppenleiter Michael Frey von einem jungen Schüler gefragt, was von beidem schlimmer sei: Nicht hören oder nicht sehen können? Daraufhin erwiderte Frey ganz pfiffig: Es macht keinen Unterschied. Man kann von einem zu schnell fahrenden Auto überfahren werden, weil man es nicht kommen gehört hat oder aber auch weil man es nicht gesehen hat.

Zahlreiche betroffene Gäste fühlten sich gut beraten, wie man den Alltag bewältigt, und nahmen den einen oder anderen wertvollen Tipp mit nach Hause. Die sehenden Besucher waren erstaunt, was mit dem einen oder anderen (elektronischen) Hilfsmittel möglich ist. Anne Marie Rouvière-Petruzzi und Mohamed Zakzak sehen in der zweitägigen Aktion in der Schlössle-Galerie einen vollen Erfolg. So wurden die mit Blindheit und Sehbehinderung verbundenen Herausforderungen und Probleme gut einer breiten Öffentlichkeit nahe gebracht. Dabei konnten viele Berührungsängste und Barrieren abgebaut werden, was wiederum dazu beiträgt, Inklusion als selbstverständlich zu betrachten. Auch für Mohamed Zakzak war es ein Lernfeld, da er selbst von einer körperlichen Behinderung betroffen ist.

Als rundum gelungen schätzen die beiden Inklusionsbeauftragten die beiden Tage ein. Viele nur schwer erreichbare Gruppen wurden angesprochen. Der Austausch zwischen Gästen und Veranstaltern war bereichernd. Beide Inklusionsbeauftragte freuen sich schon darauf, auch im nächsten Jahr zur „Woche des Sehens“ eine Veranstaltung in Pforzheim anzubieten.