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Oberbürgermeister Peter Boch besucht die Vogesengemeinden zum 75. Gedenktag der Deportation

Besuch im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft

Zu ersten Mal ist Oberbürgermeister Peter Boch an diesem Wochenende in den Vogesengemeinden La Bresse, Cornimont und Ventron in Frankreich zu Gast gewesen. Gemeinsam mit einer kleinen Delegation aus Gemeinderat, Jugendgemeinderat, Stadtverwaltung und Deutsch-Französischer Gesellschaft folgte er damit einer Einladung zum 75. Gedenktag der Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgten Deportation aller männlichen Bewohner der Vogesengemeinden als Zwangsarbeiter nach Pforzheim.  An den Gedenkstätten in La Bresse, Cornimont und Ventron wurden im
Rahmen einer Zeremonie Kränze in den Farben Frankreichs und Deutschlands niedergelegt. Nach einem Empfang durch die Bürgermeister der Vogesengemeinden kamen Zeitzeugen und deren Familienangehörige zu Wort.  

Der Besuch stand ganz im Zeichen der Deutsch-Französischen Freundschaft. „Die Geschichte der Freundschaft von Ventron, La Bresse und Cornimont zu Pforzheim ist Teil der deutsch-französischen Erfolgsgeschichte und es bedeutet mir sehr viel, hier sein zu können“, betonte Oberbürgermeister Peter Boch. Seit den ersten Kontakten im Jahr 1964 sei aus dem früheren Geist der Zerstörung und der Feindschaft ein Weg der Versöhnung erwachsen. Der Bürgermeister von Ventron, Jean-Claude Dousteyssier sagte in seiner Ansprache: „Durch die Kriegsereignisse war die tragische Lage im März 1945 für unsere hilflose Bevölkerung die gleiche, egal ob in Deutschland oder in den Vogesen. Es sind diese Ruinen, die das Fundament der Freundschaft bildeten, die uns heute zusammenbringt. Aber dank Freundschaften wie unserer wurde unser Dorf seit 75 Jahren nicht mehr von bewaffneten Soldaten durchquert und hat keinen Krieg mehr erlebt. Ich glaube, dass wir in der Geschichte Frankreichs sehr weit zurückgehen müssen, dass die Vogesen und Ventron im Besonderen eine Friedensperiode von 75 Jahren durchlebten. Es ist dieser Frieden, den wir wollen, den wir teilen.“

Im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft hat sich eine besondere Verbindung zwischen den drei Vogesengemeinden und Pforzheim entwickelt, die seit vielen Jahren durch die Deutsch-Französische Gesellschaft mit regelmäßigen Kontakten und gemeinsamen Wanderungen mit Leben erfüllt wird. Die Mitglieder der Gesellschaft bildeten deshalb auch den größten Teil der Teilnehmer. Diese Verbindung soll auch künftig zukunftsweisend gepflegt werden. Deshalb hatte die Deutsch-Französische Gesellschaft eine Geldspende im Gepäck, die Jugendprojekten in den Vogesengemeinden zu Gute kommen soll.

Das Datum des 9. November ist ein geschichtsträchtiger Tag – es ist der 75. Gedenktag der Deportation, der Tag, an dem knapp 500 Jungen und Männer im Alter zwischen 15 und 65 Jahren aus den Vogesengemeinden verschleppt wurden und der Ort La Bresse niedergebrannt wurde. Am 10. November erreichte ein Zug mit den Männern aus La Bresse, Cornimont und Ventron Pforzheim. Sie mussten in verschiedenen Betrieben unter unmenschlichen Lebensbedingen monatelang schwerste Arbeit leisten. Dass beim britischen Borbardement auf Pforzheim, das die Innenstadt komplett vernichtete, auch Zwangsarbeiter unten den Todesopfern waren, ist eine besondere Tragik der Geschichte.