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Kundgebung mit Lichtermeer auf dem Marktplatz

79. Jahrestag des Luftangriffs am 23. Februar 1945

Lichtermeer
Lichtermeer
©Stadt PforzheimFoto: Christian Schweizer

Ein klares Zeichen und Statement für Frieden in der Welt und eine Verständigung der Völker haben rund 350 Besucherinnen und Besucher zum Abschluss des 79. Jahrestags der Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 gesetzt. Zur Zeit der damaligen Bombardierung zwischen 19.50 Uhr und 20.10 Uhr entzündeten die versammelten Menschen auf dem Pforzheimer Marktplatz hunderte Kerzen und verwandelten den Platz in ein großes und friedvolles Lichtermeer. Begleitet wurde das stille Gedenken an die Opfer des Bombardements vom Läuten aller Pforzheimer Kirchenglocken. Zeitgleich wurde die Friedenstaube auf die Fassade des Neuen Rathauses und den Wartbergturm projiziert.

Nach der Verlesung der Erklärung zum 23. Februar bedankte sich der Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch in seiner Rede zunächst bei den vielen anwesenden Bürgerinnen und Bürgern, die damit gemeinsam ein Zeichen gesetzt hätten: „Für Demokratie statt Unterdrückung, für Toleranz statt Hass, für Pluralität statt Diskriminierung, für Rechtsstaatlichkeit statt Willkür, für historische Verantwortung statt Geschichtsverfälschung. Mit Kerzen statt mit Fackeln.“ Jede und Jeder, so Boch, trage die Verantwortung dafür, dass auch 79 Jahre nach der Zerstörung Pforzheims und der Befreiung von der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten, die Erinnerung an diese schreckliche Zeit wachgehalten werde. „Gleichzeitig tragen wir aber auch die Verantwortung dafür, dass wir das große Geschenk des Neuanfangs und des Wiederaufbaus in einer demokratischen, föderalen, sozialen und rechtsstaatlichen Republik für künftige Generationen bewahren.“

Dieses Geschenk müsse gegen äußere, aber auch gegen innere Feinde verteidigt werden. Und das könne auf vielfältige Weise geschehen. Auch, indem man auf Kundgebungen für Demokratie einstehe. Doch so wichtig diese Veranstaltungen seien, „unsere Demokratie muss jeden Tag von uns verteidigt werden. Im Gespräch mit unseren Mitmenschen, durch soziales, politisches und zivilgesellschaftliches Engagement in Vereinen, Parteien und Projekten“, rief OB Boch den vielen Bürgerinnen und Bürgern zu.

Natürlich verlange die Demokratie von jedem Einzelnen Kompromiss- und Dialogbereitschaft und funktioniere nur, wenn man die die eigenen Interessen auch manchmal zum Wohle der Allgemeinheit hintanstelle. Und nicht nur deshalb verlange die Demokratie von allen viel ab, so Boch. „Sie bedeutet nämlich auch, die Meinung des anderen gelten zu lassen und seine Rechte zu respektieren, auch wenn uns das manchmal schier unerträglich erscheint.“ Für Demokraten sei es daher geboten, auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung inhaltlich zu streiten, mit dem Ziel Kompromisse zu finden. Dennoch müssten die roten Linien, die das Grundgesetz vorgebe, klar benannt werden, wird der Oberbürgermeister deutlich. „Lassen Sie uns aber auch all jenen, die heute jenseits dieser Linien stehen, die Hand reichen, wenn sie bereit sind, auf den Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung zurückzukehren und sich nicht mehr von Fake News, Verschwörungserzählungen und leeren Versprechungen fehlleiten lassen wollen.“

Vor allem aber, so Boch abschließend, sollten die Demokratinnen und Demokraten zusammenstehen. „Geeint in unserem stillen Gedenken an die Opfer des 23. Februars 1945 sowie aller Kriege und Konflikte, geeint in unserer Sehnsucht nach Frieden und unserer Bereitschaft unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu verteidigen.“ Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Peter Boch folgte ein kurzer Poetry-Peace-Slam des Kepler-Gymnasiums und zum Abschluss der Interreligiöse Segen mit Vertreterinnen und Vertretern der Glaubensgemeinschaften.