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    Stand : 18.04.2021 - 04:36
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Innenstadtentwicklung-Ost ist jetzt auf dem Weg - Bürgermeisteramt dokumentiert Geschlossenheit

Oberbürgermeister Peter Boch: wir haben etwas ins Rollen gebracht.

Es ist so etwas wie ein Aufbruch, der in diesen Tagen in Pforzheim mit den Händen zu greifen ist. Der Gemeinderat hat sich mit solider Mehrheit beim Projekt Innenstadtentwicklung-Ost für die Einleitung der Angebotsphase ausgesprochen. Und auch im Vorfeld war eine veränderte Stimmungslage spürbar. Ja, es gab eine öffentliche Unterstützung durch Wirtschaft, Hochschule und Kultur. Am Tag nach der Gemeinderats-Entscheidung stellt sich das Bürgermeisteramt geschlossen hinter das Projekt und hinter die Entscheidung. Oberbürgermeister Peter Boch spricht „von einem sehr wichtigen Tag für Pforzheim, hier und heute geht ein klares Signal an die Stadtgemeinschaft: Wir wollen uns in der Innenstadt erneuern und Pforzheim in eine gute Zukunft führen.“

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Bau- und Planungsdezernentin Sibylle Schüssler sieht den vorliegenden Entwurf als Statement für die Stadt Pforzheim: „Im Dialog mit den Bietern war es möglich, neben den Bedarfen von Handel und Verwaltung, sehr gute Lösungen für das so wichtige Thema Wohnen in der Innenstadt in Kombination mit qualitätsvollen Stadträumen anzubieten.“ 

Erster Bürgermeister Dirk Büscher: „Ich freue mich sehr über diese positive Entscheidung für dieses zukunftsträchtige Projekt. Es wird der Stadt einen wichtigen Impuls geben, den sie braucht. Aus meiner früheren Funktion als Regionalverbandsdirektor kenne ich ähnliche Projekte in anderen Städten. So hat zum Beispiel Heilbronn in den vergangenen Jahren eine sehr dynamische Entwicklung verzeichnen können. Dies sehe ich auch für Pforzheim.“

Sozialdezernent Frank Fillbrunn zeigt sich sehr angetan „dass zwei neue Kindertagesstätten entstehen, die wir benötigen, um den innerstädtischen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu decken“.

Thomas Wendlberger vom Projektbeirat: „Wir stehen hinter dem Projekt. Pforzheim muss etwas tun, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Wichtig für uns ist, dass die Stadt ein Mitspracherecht hat und als Kontrollinstanz wirkt.“

Prof. Klaus Theo Brenner: „Wir haben mit dem Entwurf von Ten Brinke eine städtebauliche Lösung, die der räumlichen Situation angemessen ist. Im Namen der Jury kann ich sagen, dass das Konzept realisierbar ist und realisiert werden muss. Das betrifft die städtebauliche Anordnung und die Funktionsmischung. Bei den nächsten Realisierungsschritten muss darauf geachtet werden, dass Stadt und Investor gemeinsam eine optimierte Lösung realisieren. Hinsichtlich der Fassaden, der Erschliessung oder  beispielsweise der Ausbildung der Dachgeschosse.“

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Mit dem vorliegenden Entwurf des Investors Ten Brinke soll Pforzheims zukünftige Innenstadt vielschichtig und durchmischt werden. „Wohnen und Arbeiten, Freizeit und Einkaufen, Kultur und Bühne des öffentlichen Lebens – im Herzen Pforzheims soll alles zusammen fließen“, so der Oberbürgermeister. Der Projektbeirat, bestehend aus Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, hatte am 11. Oktober bereits den Weg gewiesen: mit überwiegender Mehrheit hatte er sich der Empfehlung der Jury angeschlossen und dem Gemeinderat empfohlen, Ten Brinke zur verbindlichen Angebotsabgabe aufzufordern. Zu überzeugend war auch das Votum der Jury wenige Tage zuvor, die sich sehr deutlich für das Projekt des Investors ausgesprochen hatte. Ob Städtebau (es entsteht ein gutes Angebot an Stadträumen, die vorgeschlagene Blockstruktur ist sehr ausgewogen), Nutzungskonzept (eine großzügige Stadtraum-Gliederung ermöglicht die notwendige Flexibilität für zukünftige Entwicklungen), Funktionalität (das Einzelhandelskonzept ist gut angelegt und für zukünftige Entwicklungen flexibel aufgebaut), Qualität (eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung der Innenstadt-Ost), Preis-Wirtschaftlichkeit (Ten Brinke löst die Erwartungen der Stadt ein) – der Entwurf ist überzeugend und wurde so auch diskutiert in den vergangenen Wochen und Monaten. So überzeugend, dass nunmehr die Dialogphase für abgeschlossen und die Angebotsphase eingeleitet wird. „Jetzt wird Ten Brinke zur Abgabe eines finalen Angebots aufgefordert. Wir haben die Empfehlungen der Jury und die Anregungen des Projektbeirates an den Bieter weitergeleitet mit der Aufforderung, die Hinweise bei der Angebotserstellung im Rahmen einer Präzisierung, Klarstellung und Ergänzung ohne grundlegende Änderung noch zu berücksichtigen“, so Peter Boch. Diese Phase soll so strukturiert werden, dass eine Entscheidung des Gemeinderats über den Abschluss des Verfahrens am 18. Dezember 2018 möglich ist.

 

Was soll erreicht werden?

Mit der Innenstadtentwicklung-Ost soll sich Pforzheim grundlegend verändern. Denn das Lebensgefühl einer Stadt entsteht zu allererst hier: in ihrer Mitte. Und genau hier wird sich Pforzheim in den kommenden Jahren weiterentwickeln. So soll im Herzen der Stadt neuer Wohnraum entstehen. Für junge Familien und Paare, für Studenten und für Menschen, die urbanes Leben lieben und dafür sorgen, dass die Innenstadt auch nach Ladenschluss wach und lebendig bleibt. Rund 120 Wohneinheiten im ersten Bauabschnitt werden dafür Sorge tragen.

Flanieren, Stöbern, Anfassen. In kleinen Gassen echte Geheimtipps finden, sich über Top-Adressen freuen. Der Handel in der Innenstadt wird sich neu erfinden. Vorgesehen ist ein interessanter Branchenmix mit qualitätsvollem Einzelhandel und Gastronomie.

Das Herz Pforzheims entwickelt sich zu einem zentralen Erlebnisraum. Kulturelle Events, attraktive Gastronomie und Rückzugsflächen im Grünen, die vom Schlossberg bis hinunter ans Flussufer reichen. Das neue Viertel „rund um das Alte Rathaus bildet mit seinem vielschichtigen Nutzungskonzept die Vielfalt einer modernen Innenstadt ab“ so Oberbürgermeister Peter Boch. Und auch die Definition neuer Plätze und Wege kommt nicht zu kurz: die Grünflächen unterhalb der Schlosskirche entwickeln sich zum Stadtbalkon, der über den neuen Schlosskirchen weg begeh- und per Rad befahrbar wird. In den neuen Vierteln entstehen Wege, Gassen und Plätze. Zusammen mit der neugestalteten Fußgängerzone und dem neuen Rathaushof laden sie zum Flanieren und Entdecken ein. So wird die Fußgängerzone in ihrer Struktur bis zur Kreuzung Deimlingstraße weitergeführt. Zwei neue Verbindungen werden zwischen Schlosskirche und Fußgängerzone geknüpft, vom Stadtbalkon unterhalb der Schlosskirche entsteht eine Aussicht auf den Marktplatz. Klare, prägnante und raumbildende Grünstrukturen werden angelegt.

 

Nutzen für die Bürgerschaft

Die Stadt erwartet sich von dem Projekt einen Ruck für die ganze Stadt, ein dringend notwendiger starker Impuls mit dickem Ausrufezeichen. Das Potential für viele positive Folgewirkungen auf die soziale und bauliche Stadtstruktur sowie die städtischen Finanzen werden gesehen. Das Angebot enthält in großem Umfang Wohnraum für ganz unterschiedliche Klientel und verschiedene Preislagen. Das attraktive Angebot enthält Läden wie Supermarkt, Biomarkt, kleine Einzelhändler. Es wird schöne Freiplätze geben, die zu Aufenthalt und Kommunikation einladen: „Die Bürgerinnen und Bürger können wieder stolz sein auf diesen Teil der Stadt“, so der Oberbürgermeister.

 

Vorteile über Vorteile

Die Grundstückskosten fließen weitgehend zurück. Der Leitungsbau hätte ohnehin gemacht werden müssen, es bleiben im Wesentlichen Verfahrenskosten und die Kosten für die Erneuerung der Deimlingstraße. Dagegen „konnte ein Investor gewonnen werden, der bereit ist, in das Projekt rund 100 Millionen Euro zu investieren und diese Räume zu allseitigen Nutzen zu schaffen“, so der Oberbürgermeister. Zudem baue der Investor der Stadt das dringend benötigte neue Technische Rathaus, das ansonsten zu vergleichbaren Mietkosten angemietet hätte werden müssen. Das Juwel Schlosskirche werde optisch durch Sichtbeziehungen, Wegeverbindungen und Aufhebung der trennenden Auffahrt „in die Stadt zurückgeholt“.

Wenn alles läuft, beginnen die Arbeiten am Leitungsbau im Frühjahr 2019, die Baustelle C&A beginnt frühestens Anfang-Mitte 2020, der erste Bauabschnitt beginnt im Herbst 2020, der Abbruch des Technischen Rathauses könnte Mitte 2022 erfolgen. Mit der kompletten Fertigstellung ist Ende 2025 zu rechnen.