Zum Inhalt springen
  • Bewölkt mit Aufhellungen: 51-84% 24 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Großes Interesse zum Thema „New Work – Echte Revolution oder Augenwischerei mit Obstteller & Co.?“

Veranstaltungsreihe WSP-Personaldialog

WSP Personaldialog
Diplom-Psychologe Christian Schulten referiert zum Thema „New Work“
©Wirtschaft und Stadtmarketing PforzheimFoto: Joy Pfältzer

Der Begriff „New Work“ ist in Unternehmerkreisen aktuell in aller Munde: weg von eingefahrenen Hierarchien, hin zu mehr Autonomie und sinnerfüllten Tätigkeiten. Doch wie können Personalverantwortliche bestehende Modelle und Denkmuster der Arbeitsgestaltung mit hippen „New Work“-Ansätzen ablösen? Haben Personalerinnen und Personaler aufgrund des toughen Arbeitsmarkts womöglich gar keine andere Wahl? Oder wird statt echter Revolution doch eher Augenwischerei mit Obstteller & Co. betrieben? Mit diesen Leitfragen beschäftigte sich der „WSP-Personaldialog“ des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim am Donnerstag, 27. April.

Nach einer Begrüßung durch den WSP-Geschäftsbereichsleiter der Wirtschaftsförderung, Markus Epple, berichtete zunächst Prof. Dr. Reinhard Rupp, Geschäftsführer der AHP – Akademie an der Hochschule Pforzheim, über die Möglichkeiten akademischer Weiterbildung für Berufstätige. „Die akademische Weiterbildung bietet nicht nur die Möglichkeit, neben dem Beruf einen kompletten Hochschulabschluss (Bachelor, Master) zu erwerben. Immer wichtiger werden kleinteiligere Abschlüsse, sogenannte Microcredentials (Zertifikate, Diplomen), um spezielle Kenntnisse aufzufrischen oder gar zu erweitern“, so der Geschäftsführer.

Im Anschluss referierte Christian Schulten, Diplom-Psychologe und langjähriger Organisationsentwickler, über das Thema „New Work“: Einführend beantwortete er die Frage, warum die Arbeit eigentlich für viele einen so hohen Stellenwert hat und erläuterte, was sich hinter dem Begriff „New Work“ versteckt. Ergänzend zeigte Christian Schulten die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt auf und mit welchen Wünschen seitens Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Unternehmen bereits heute konfrontiert werden. Mit Blick in die Zukunft stellt sich die Frage, welche Megatrends „New Work“ treiben und wie „New Work“-Ansätze praktisch umgesetzt werden können.

„Das Aufkommen von ‚New Work‘ ist fast eine zwangsläufige Konsequenz aus der Überbetonung pyramidaler Organisationsstrukturen und tayloristischer Arbeitsprinzipien. Diese klassischen Prinzipien sind angesichts einer stark veränderten Umwelt nicht mehr geeignet, denn sie versuchen alte Antworten auf neue Fragen zu geben. Dabei sind die ‚New Work‘-Ideen keineswegs neu, sondern haben lediglich durch Corona einen kräftigen Schub und die Möglichkeit zu großflächiger Erprobung erhalten“, so Schulten. Bei ‚New Work‘ seien es aber nicht die Tools, die entscheidend seien, vielmehr eine neue Haltung und Definition von Zusammenarbeit. Ein verändertes Zusammenspiel von Unternehmen und Mitarbeitenden biete für Unternehmen aller Branchen enorme Chancen für nachhaltige Leistungssteigerung und höhere Mitarbeiterzufriedenheit gleichermaßen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren hierbei insbesondere an den vorgestellten Best-Practice-Beispielen interessiert. Nach einer intensiven Diskussion mit den rund 30 teilnehmenden Unternehmensvertreterinnen und -vertretern bildete das klassische Networking im Foyer des ZPT – Zentrum für Präzisionstechnik an der Tiefenbronner Straße den Abschluss eines informativen Abends.

Mit der Veranstaltungsreihe „WSP-Personaldialog“ möchte der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim die Personalverantwortlichen der im Wirtschaftsraum Pforzheim ansässigen Unternehmen zusammenbringen, aktuelle Themen aufgreifen und einen Austausch über diese ermöglichen. Eine nächste Veranstaltung zum Thema „Inklusion von Schwerbehinderten“ ist für Herbst 2023 geplant.