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Großes Interesse beim Tag der Archive und der Verleihung des Georg-Simler-Preises

Offene Türen zum Thema Demokratie und Bürgerrechte am 4. März 2018 im Stadtarchiv

Wertvolle historische Dokumente aus der Stadtgeschichte gab es beim Tag der Archive zu sehen.

An der Filmvorfühung historischer Aufnahmen bestand großes Interesse.

Die Ausstellung zu Demokratie und Bürgerrechten in Pforzheim ist noch bis zu den Sommerferien im Lesesaal des Stadtarchvis zu sehen.

Dr. Thomas Paeffgen, Vorsitzender des Fördervereins für das Stadtarchiv, sprach die Laudatio anlässlich der Verleihung des Georg-Simler-Preises für stadtgeschichtliche Arbeiten an Schulen an den Neigungskurs Bildende Kunst, Jahrgangsstufe 12, des Kepler-Gymnasiums Pforzheim.

Am Sonntag, 4. März, fand der 9. Tag der Archive statt: An diesem bundesweiten Aktionstag stellten sich mit dem Themenschwerpunkt „Demokratie und Bürgerrechte“ Archive aus ganz Deutschland mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor. Auch das Stadtarchiv Pforzheim hatte von 11 Uhr bis 15 Uhr seine Pforten geöffnet und präsentierte ein buntes Programm, das von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern angenommen wurde.

Zum Auftakt um 11 Uhr fand die Verleihung des Georg-Simler-Preises für stadtgeschichtliche Arbeiten an Schulen mit Oberbürgermeister Peter Boch statt. Ausgezeichnet wurde der Neigungskurs Bildende Kunst der Jahrgangstufe 12 des Kepler-Gymnasiums Pforzheim für das Architekturprojekt „Museum für Erinnerungskultur Pforzheim“. Der Georg-Simler-Preis wird vergeben vom Förderverein für das Stadtarchiv Pforzheim e. V., der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim und der Reuchlin-Gesellschaft Pforzheim e. V. Im Anschluss luden die drei preisstiftenden Vereine zu einem kleinen Stehempfang.

Anschließend wurden Archiv- und Magazinführungen angeboten, bei denen die Teilnehmer exklusiven Zugang zu den nichtöffentlichen Bereichen der Einrichtung erhielten. In einer Archivalienschau wurden einige der wertvollsten Dokumente aus dem Stadtarchiv präsentiert. Zu sehen war beispielsweise die Chronik der Stadt Pforzheim, die Ende des 19. Jahrhunderts begonnen wurde und zum Teil mit wunderschönen Jugendstildekorationen versehen ist. Ebenfalls gezeigt wurden Reuchlin-Drucke wie etwa die berühmte Augenspiegel-Schrift, in der Reuchlin im modernen Medium Druckschrift seine tolerante Position im sogenannten Judenbücherstreit verteidigte. Gedruckt wurde diese vom bedeutenden humanistischen Buchdrucker Thomas Anshelm, der auch in Pforzheim eine Presse betrieb.

Viele Gäste kamen, um das Pforzheim von früher in historischem Filmmaterial zu erleben. Zu sehen war beispielsweise ein Spaziergang durch die noch unzerstörte Innenstadt 1944 und ein Tonfilm zum Wiederaufbau der Stadt aus den 1950er Jahren.

Die Lesesaalausstellung zum Thema Demokratie und Bürgerrechte, die noch bis zu den Sommerferien zu sehen ist, zeigt Bekanntes und Unbekanntes aus der Pforzheimer Stadtgeschichte rund um Wahlen, Demokratie und politische Partizipation. In der Ausstellung wird der nationalliberale Bijouteriefabrikant Albert Wittum (1844-1923) vorgestellt, der sich als Stadtverordneter und dann als Stadtrat engagierte, 20 Jahre im badischen Landtag vertreten und schließlich sogar Reichstagsabgeordneter war. Zudem lässt sich die Zeit der Weimarer Republik in Pforzheim anhand von Fotos, Flugblättern, Briefen und weiteren Exponaten verfolgen. Das Thema „Wahlen“ wird mit spannenden Wahlplakaten aus unterschiedlichen Zeitepochen begleitet. Auch eindrucksvolle Fotografien rund um das Wahlgeschehen sind zu sehen. Ein Bürgerbegehren, das die Pforzheimer von den 50er bis in die 80er Jahre beschäftigte, war der Initiative von Käte Bauer für einen neuen Saalbau bzw. für eine Stadthalle zu verdanken, wie eine weitere Vitrine vermittelt.