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Grau raus – Grün rein! Schotterfläche blüht auf

Förderprogramm Schottergärten zeigt erste Erfolge

Wie man eine Schotterfläche wieder zum Aufblühen bringt, das kann man sich bei Familie Arres in der Südstadt ansehen. Die Schotterfläche vor ihrem Haus, die von den Vorbesitzern angelegt wurde, war Familie Arres schon länger ein Dorn im Auge. Die trostlose Schotterwüste war nicht nur unästhetisch, auch mit der „angeblichen“ Pflegeleichtigkeit war es nicht weit her. Die überall hervorsprießenden „Wildkräuter“ waren zwischen den Schotterbrocken nur mühsam zu entfernen. „Wir wünschten uns wieder einen schönen und lebendigen Vorgarten mit Blumen und Sträuchern, das verleiht dem Eingangsbereich gleich ein ganz anderes Gesicht“, so Familie Arres.

Unterstützung beim Rückbau von Schottergärten kommt auch von der Stadt Pforzheim. „Schottergärten haben schwerwiegende, negative Auswirkungen auf das Stadtklima, auf Grundwasser und Boden“, erklärte Umweltdezernentin Sibylle Schüssler vor Ort in der Südstadt. „Diesem Trend muss Einhalt geboten werden.“ Einen ersten Schritt dazu machte das Umweltministerium in Baden-Württemberg schon im Juli 2020 durch die Novellierung des Naturschutzgesetzes, dem sogenannten „Schottergartenverbot“. Seitdem sind Flächen so zu gestalten, dass Wasserdurchlässigkeit und Insektenfreundlichkeit gegeben sind.

Das Förderprogramm der Stadt Pforzheim gewährt einen einmaligen Zuschuss von 500 Euro für Kosten, die bei der Umgestaltung anfallen. Allerdings wird nur der Rückbau von Schotterflächen unterstützt, die bereits vor der Gesetzesänderung im Bestand waren. Familie Arres hatte sich sofort für das Förderprogramm interessiert und das Projekt auch gleich in Angriff genommen. „Wir haben den Schotter in Eigenleistung entfernt – das war absolut harte Arbeit! Nach Einbringung der Erde haben wir nur insektenfreundliche Stauden und Sträucher ausgewählt.“ Lavendel, Sonnenhut, Glockenblumen, Duftnesseln und Mädchenaugen gedeihen jetzt neben Kugeldisteln, Eisenkraut und Fetthenne. Auch Petra Schad-Vollmer ist begeistert: „Durch den Rückbau wird die Biodiversität erhöht und mit der Zeit entsteht wieder ein attraktiver Lebensraum für Insekten und Vögel.“ Familie Arres freut sich sehr über das neue Gesicht ihres Vorgartens. „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt; ‚Daumen hoch!‘ von Nachbarn und Passanten zeigte uns, dass der Weg von ‚Grau zu Grün‘ die richtige Entscheidung war!“