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Gesellschaftliche Diskussionen durch den Blickwinkel von Kunst und Design: Der A.K.T; in Pforzheim bietet Raum für Ausstellungen, ein Zukunftslabor und ein Café

Markant fügt er sich in das Erscheinungsbild des Quartiers an der Enz in Pforzheim: Der Treppenhausturm der ehemaligen Alfons-Kern-Schule, der beim Abriss der Schule im Jahr 2010 dank der denkmalgeschützten Sonnenuhr auf der Südseite erhalten blieb.

Auf fünf Ebenen bietet der Turm im Treppenhaus und in ehemaligen Klassenzimmern Räumlichkeiten: Schon seit 2012 auf Initiative des Fachbereichs Kreativwirtschaft gibt es das von Studierenden der Fakultät für Gestaltung betriebene Café Roland; seit der Sanierung im Jahr 2017 im Rahmen des Jubiläums 250 Jahre Goldstadt Pforzheim wird der Turm auch für wechselnde Projekte und Ausstellungen genutzt. So fanden dort unter anderem die Ausstellungen „Wa(h)re Angst“, „Luxus!?“ und „Influenza–M“ statt. Durch verschiedene Projekte hat sich der Turm bereits als Ort des Austauschs etabliert, an dem Anwohner aus dem Quartier auf Studierende und Kreativschaffende aus dem benachbarten EMMA – Kreativzentrum Pforzheim treffen, darunter die Gestaltung von Sitzmöbeln im Rahmen des Gestaltungswettbewerbs „nimm platz“ oder der interkulturelle Handarbeitskreis des Projektes „Talk to Strangers“ der Modedesignerin Cina Dilber.

Diesen Ansatz verfolgt und vertieft nun das neue Label „A.K.T;“. In Kooperation mit der Werner Wild Stiftung, dem Förderverein Ornamenta, dem philosophischen Wirtschaftsmagazin agora42, dem EMMA – Kreativzentrum Pforzheim, der Hochschule Pforzheim und dem Café Roland wird der Turm als Ort für gesellschaftliche Diskurse und als interdisziplinäres Labor der Zukunft bespielt. Das Café Roland bleibt weiterhin im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss bestehen. Im zweiten und dritten Obergeschoss finden nun dauerhaft Kunst- und Designausstellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen statt, und im vierten Obergeschoss widmen sich die Studierenden des Master-Studiengangs Design & Future Making der Hochschule Pforzheim im „MADLAB“ Zukunftsfragen.

„Das Quartier an der Enz hat sich in den letzten Jahren zu einem lebendigen Viertel entwickelt, in dem die unterschiedlichsten Menschen aufeinandertreffen. Umso wichtiger ist es, den A.K.T; nachhaltig mit Leben füllen, was uns durch die Unterstützung der Werner Wild Stiftung und des Fördervereins Ornamenta ermöglicht wird“, sagt Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft beim Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim.

Der Fokus des A.K.T; liegt dabei auf gesellschaftlich relevanten Themen, die in wechselnden Kunst- und Designausstellungen und im MADLAB behandelt werden. Künstlerischer Leiter des A.K.T; und der ersten Ausstellung ist der in Pforzheim aufgewachsene Künstler Janusz Czech. „Es gibt viele Themen, über die wir für das Bestehen unserer Gesellschaft unausweichlich diskutieren müssen. Kunst und Design spielen hierbei eine zentrale Rolle, da sie einerseits die Gesellschaft widerspiegeln und somit Diskussionen anstoßen, andererseits aber durch Lösungsansätze auch auf die Gesellschaft einwirken können“, so Janusz Czech.

Die erste Ausstellung vom 11. Oktober bis zum 24. November 2019 trägt den Titel „Dämonkratie“ und zeigt Positionen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die den Kampf um die Grundsäulen der demokratischen Verfassungen darstellen und unser heutiges Verständnis von Demokratie hinterfragen. Unter anderem sind Werke von Jonas Burgert, Heather Dewey-Hagborg/Chelsea E. Manning, Milo Rau, Wolfgang Tillmans oder Peter Weibel zu sehen. Im Anschluss zeigt der A.K.T; die Ausstellung „Meat the Future“ in Kooperation mit dem niederländischen Cube Design Museum, welche den Fleischkonsum kritisch hinterfragt und Alternativen der Fleischproduktion der Zukunft aufzeigt.

Im Labor des M.A. Design & Future Making werden Konzepte und Artefakte entwickelt, die die gesellschaftliche Aufgabe des Designs reflektieren. In interdisziplinären Projekten, Workshops, Vorträgen und Ausstellungen bearbeiten die Studierenden Themenkomplexe wie den Wertewandel, die gesellschaftlichen Veränderungen und die Einbindung neuer Technologien (z. B. 3 D Druck, Künstliche Intelligenz). Das MADLAB bietet eine Plattform für die Wechselwirkung zwischen intuitivem Herstellen und reflexivem Handeln. Es ermöglicht interdisziplinären Austausch und setzt damit Innovationsimpulse. So werden Positionen im Schnittpunkt kultureller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz und Verantwortung erarbeitet. „In unserer heutigen Gesellschaft können Designer einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, wie wir in Zukunft leben werden. Dazu brauchen wir Studierende, die interdisziplinär arbeiten, experimentieren und querdenken. Ich freue mich sehr, dass die Studierenden des M.A. Design & Future Making im MADLAB den Platz und den Freiraum genau hierfür finden“, so Johann Stockhammer, Dekan der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim.

Das MADLAB ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich, so dass interessierte Bürgerinnen und Bürger einen Einblick in die Arbeit der Studierenden erhalten können.

A.K.T;
Theaterstraße 21, 75175 Pforzheim
Öffnungszeiten Ausstellung: Mi - So 11 - 19 Uhr
Öffnungszeiten Labor: Mi-So 11-19 Uhr
Öffnungszeiten Café: Mi - Sa 11 - 1.00 Uhr, So 11 - 19 Uhr
Kooperationspartner: Werner Wild Stiftung, Förderverein Ornamenta, agora42, EMMA – Kreativzentrum Pforzheim, Hochschule Pforzheim, Café Roland

Ausstellung Dämonkratie
11.10. bis 24.11.2019
Öffnungszeiten: Mi - So 11 - 19 Uhr
Vernissage: Donnerstag, 10.10.2019, 19 Uhr

Pressekontakt:
Alexandra Vogt
Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim
Emma-Jaeger-Straße 20
75175 Pforzheim
Alexandra.vogt(at)ws-pforzheim.de
07231 39-1874