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Gedenken an sowjetische Zwangsarbeiter*innen in Pforzheim

Zoom-Vortrag von Katharina Leicht zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Gruppenfoto DRG
Screenshot aus der Präsentation von Katharina Leicht mit einer Aufnahme der Gedenkveranstaltung im Juni 2021 bei den am Standort des Lagers im Brötzinger Tal verlegten ‚Stolpersteinen‘ und der Gedenktafel (Foto: DRG)

Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die als Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit verschleppt und ausgebeutet wurden, auch in Pforzheim, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2022, welche am 24. Januar digital mit über 75 Teilnehmenden stattfand. Katharina Leicht, Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft Pforzheim und Enzkreis e. V., zeichnete in ihrem Vortrag die Schicksale und konkreten Lebensumstände der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter bis zum Kriegsende nach. Oberbürgermeister Peter Boch sprach ein Grußwort, Archivleiterin Dr. Klara Deecke führte ins Thema ein.

Zwangsarbeit war ein sichtbares systematisches NS-Verbrechen: allgegenwärtig und alltäglich, in Pforzheim wie in anderen Städten. Dennoch waren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der ehemaligen Sowjetunion lange Zeit ‚vergessene Opfer‘. Der Vortrag stellte die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Deutsch-Russischen Gesellschaft vor, die sich auf Spurensuche in Pforzheim begeben hatte. Auf Basis akribischer Quellenrecherchen gelang es der Arbeitsgruppe, ein eindringliches Bild vom Leid der Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter zu zeichnen sowie die Pforzheimer Situation in einen größeren Kontext einzuordnen.

Die Deutsch-Russische Gesellschaft plant die zeitnahe Publikation ihrer Rechercheergebnisse zum Thema.