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Aufholer des Jahres - Bürgermeisterin Schüssler: „Rote Laterne“ – das war mal

Auszeichnung für die Radstadt Pforzheim: Beim ADFC-Fahrradklimatest 2016 hat die Stadt Pforzheim einen äußerst bemerkenswerten Preis bei den „Radfahr-Aufholern“ der Großstädte erreicht.

 

Im Bundesministerium für Verkehr erhielt die Stadt Pforzheim am Freitagmittag die Auszeichnung „Aufholer des Jahres“. Bürgermeisterin Sibylle Schüssler zeigte sich sehr angetan von der Entscheidung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs: „Nachdem wir im Jahr 2012 noch die ´Rote Laterne´ inne hatten, konnten wir durch große Anstrengungen in den letzten fünf Jahren die Quote am Gesamtverkehr von einem Prozent auf heute sechs Prozent steigern – das ist wirklich ein großer Erfolg“. Vor allem die Wegweisung, die Untersuchung der Einbahnstraßen und die gute Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Rad sorgten für gute Noten.

Die Ausgangslage im Jahr 2012, als die Stadt Pforzheim beim Radverkehr die „Rote Laterne“ inne hatte, war eindeutig: Pforzheim hat zu große Höhenunterschiede und ist zum Radfahren völlig ungeeignet! Der Radverkehrsanteil am sogenannten „Modal-Split“ war sowohl bei den Untersuchungen im Jahr 1990 und im Jahr 2000 bei rund einem Prozent – sehr wenig. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde zwar vieles versucht, aber ein Gesamtkonzept fehlte. Dies ist seit fünf Jahren anders geworden. Am Anfang stand die klare Ansage der Politik, dass die „Rote Laterne“ weg müsse. Sehr schnell wurde in einem ersten Schritt mit der Ausarbeitung des „Radverkehrskonzepts Pforzheim 2013“ begonnen und vom Gemeinderat abgesegnet. Der zweite Schritt war die Mitgliedschaft in der „AGFK-BW“, für den es genau diesen Beschluss des Gemeinderates brauchte. Und auch die Wiederbelebung des Arbeitskreises Rad erwies sich als sehr hilfreich: „Dieser Arbeitskreis ist ein offenes Forum für alle, die sich bei Fragen zum Radverkehr austauschen und mitarbeiten wollen; insbesondere der örtliche ADFC hat hier segensreich gewirkt“, so Edgar Theurer von der Stadtverwaltung. Und die Ergebnisse zeigten sich schnell: Bereits beim Fahrradklimatest 2014 war Pforzheim nur noch drittletzter. Danach ging es Schlag auf Schlag:

            Überprüfung sämtlicher Einbahnstraßen für eine mögliche Freigabe für Radler in Gegenrichtung.

            Umfangreiche Fahrradabstellanlage in der Bahnunterführung am Haupbahnhof.

            Infrastrukturprojekte: Radachse Östliche Karl-Friedrich-Straße.

            Grüne Piktogramme und Begleitstriche zur Erhöhung der Sichtbarkeit.

            Umwandlung von Busspuren in Umweltspuren.

 

Das Ergebnis dieser vier Jahre intensiver Radverkehrsförderung: „Wir konnten den Radverkehrsanteil am „Modal-Split“, also dem Gesamtverkehr, von einem auf heute sechs Prozent steigern. Das ist enorm“, so Bürgermeisterin Sibylle Schüssler. Der Preis für diese Anstrengungen: Pforzheim ist der Aufholer des Jahres 2017.