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Abschluss des Sanierungsgebiets Kaiser-Friedrich-Straße/Weststadt

Vierter und letzter Band der Buchreihe zur Entwicklung der KF vorgestellt

Der vierte Band der Buchreihe zur Entwicklung der Kaiser-Friedrich-Straße ist erschienen. Das Buch „KF - Raum für Begegnungen“ bildet den Abschluss der erfolgreichen langjährigen Sanierung, mit der die Lebensqualität der Weststadt erhöht werden konnte. „Noch vor wenigen Jahren haben wir hier eine triste Häuserschlucht, kaputte Straßen, sanierungsbedürftige und leer stehende Hintergebäude und gerade einmal zwei Bäume gesehen“, erinnert sich Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler im Rahmen eines Pressegesprächs zur Vorstellung des Abschlussberichts zum Sanierungsgebiet  „Kaiser-Friedrich-Straße/Weststadt“. Dass sich dies grundlegend geändert habe, liege zum einen an der Neugestaltung der Straßen und Plätze sowie des Enzufers, zum anderen aber auch an einer Vielzahl privater Fördermaßnahmen, die im Rahmen des Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ in den vergangenen elf Jahren umgesetzt wurden.

Im Buch werden vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere entlang der Enz, aber auch soziale und kulturelle Einrichtungen in den Mittelpunkt gestellt. Es zeigt auf, wie eine neue Identität eines ganzen Stadtteils entstanden ist. Das Entstehen eines solchen Wir-Gefühls, welches Nationalitäten und soziale Schichten überschreite, mache den Hauptteil des Erfolges des „Soziale Stadt“-Programms aus und sei von unschätzbarem Wert, ist sich Schüssler sicher. „Der Mensch und das Quartier – diese Symbiose ist hier in einer für Pforzheim einmaligen Weise gelungen. Hierzu haben in allererster Linie die Bewohnerinnen und Bewohner des Fördergebiets, die sozialen und kulturellen Akteure sowie die Gebäudeeigentümer beigetragen“, erläutert die Baudezernentin weiter.

Ein zweiter wesentlicher Bestandteil der Programmarbeit, die das Buch aufzeigt, stellt die städtebauliche und energetische Aufwertung des Sanierungsgebiets dar. In den vergangenen elf Jahren wurden rund 90 geförderte Sanierungs- und Abbruchmaßnahmen durch private Gebäudeeigentümer unter finanzieller und steuerrechtlicher Förderung realisiert. Zudem hat die Stadt Pforzheim nahezu alle öffentlichen Räume sowie das gesamte Enzufer westlich der Rossbrücke bis zur Jugendverkehrsschule in der Steubenstraße umgestaltet, Kinderspielplätze neu geschaffen oder saniert, soziale Einrichtungen wie das Stadtteilzentrum KF 102, die Senioren-Begegnungsstätte Diakoniepunkt, den Hort an der Enz, das LukasZentrum als Familienzentrum in der Weststadt oder das Kinderhaus Gustav-Rau-Straße unterstützt und damit einen quartiersübergreifenden Raum für Begegnungen im Sanierungsgebiet geschaffen.

In den vergangenen 11 Jahren sind zahlreiche neue Orte der Begegnungen entstanden, von denen einige in dem Buch vorgsetellt werden. Dabei wurden auch Räume ausgewählt, die weniger bekannt, aber es wert sind, vorgestellt zu werden. Sie zeigen in ihrer Vielfalt auch den inneren Reichtum des Quartiers an. Das Buch gilt auch als offizieller Abschlussbericht für die Fördergber aus Bund und Land.

„Das Ergebnis aus Sanierung und Quartiersmanagement ist nicht nur für Pforzheim beispielgebend, sondern auch auf Europäischer Ebene im Rahmen des Programms „URBACT Good Practice Call“ ausgezeichnet“, betont Reinhard Maier, Leiter der städtischen Sanierungsstelle.

14,8 Millionen Euro Förderrahmen für das Quartier

Möglich geworden ist dies durch die Bereitstellung eines gemeinschaftlichen Förderrahmens in Höhe von 14,8 Millionen Euro durch den Bund, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Pforzheim. Diese Mittel konnte die Stadt für die Umsetzung der öffentlichen Baumaßnahmen verwenden, aber auch zu wesentlichen Teilen an private Hauseigentümer als Zuschuss zur energetischen, optischen und wohnqualitativen Sanierung ihrer Gebäude oder zum Abbruch nicht mehr genutzter Nebengebäude ausschütten, wie der stellvertretende Sanierungsstellenleiter Martin Eisenhauer erläutert. In Summe kamen im Sanierungsgebiet allein von privater Seite 28,5 Millionen Euro an Investitionen im Rahmen der unterschiedlichen Fördermaßnahmen hinzu.