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83. Gedenktag an die Deportation der Pforzheimer Jüdinnen und Juden nach Gurs

Am Freitag, 20. Oktober, findet um 14 Uhr an der Gedenkstätte am ehemaligen Hauptgüterbahnhof die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Deportation der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Pforzheims nach Gurs statt. Oberbürgermeister Peter Boch wird zunächst ein Grußwort sprechen, bevor Rabbiner Moshe Yudelevitz im Anschluss das Totengebet spricht. Der Chor der jüdischen Gemeinde Pforzheim umrahmt die Gedenkfeier musikalisch. Weiterhin beteiligt sich das Kepler-Gymnasium mit einer Ausstellung, die mit Augmented Reality-Elementen verknüpft ist. Der Gedenktag wird jedes Jahr von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem städtischen Kulturamt organisiert.

Hintergrund
Vor rund 83 Jahren am 22. und 23. Oktober 1940 wurden über 6.500 Menschen jüdischen Glaubens aus den früheren NS-Gauen Baden und Saarpfalz von den Nationalsozialisten in das französische Internierungslager Gurs nach Südfrankreich verschleppt. 195 von ihnen kamen dabei aus Pforzheim. Die meisten Deportierten wurden von Gurs aus in die Vernichtungslager im Osten gebracht und dort ermordet. Viele waren bereits aufgrund der menschenunwürdigen Lebensbedingungen im französischen Internierungslager verstorben. Nur sehr wenige Deportierte überlebten und konnten sich von dort in die Emigration retten. Die Deportation nach Gurs bildete den Auftakt der systematischen Vertreibung und Ermordung der jüdischen Deutschen, noch bevor diese Vernichtungspolitik gegenüber den europäischen Juden 1942 auf der Wannseekonferenz beschlossen wurde.