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50 Jahre Ortsteil Pforzheim-Würm

01.09.2021: Würm und Pforzheim feiern Goldhochzeit

Unterzeichnung des Eingemeindungsvertrages

Die gemeinsame Zukunft besiegelt: Würms Bürgermeister Heinrich Saur und Pforzheims Oberbürgermeister Dr. Willi Weigelt (rechts) unterzeichnen die Eingliederungsvereinbarung. Links am Bildrand Stadtsyndikus Otto Rauch

An der Wahlurne zur Bürgeranhörung am 14.03.1971 über die Eingliederung Würms in die Stadt Pforzheim.

Bei der Abstimmungshandlung zur Eingliederung der Gemeinde Würm in die Stadt Pforzheim am 14. März 1971 im ehemaligen Grundbuchraum im Erdgeschoss des Rathauses Würm. v.l.n.r. Ratschreiber Georg Schwarz, Gemeinderat Heinz Bäuerle, Frau Luise Nell, Herr Jürgen Roß, Bürgermeister Heinrich Saur, Gemeinderat Engelbert Ruthe, Frau Ursula Roß und Frau Hedwig Klaus. Bei einer Wahlbeteiligung von 70,7 % haben sich 87,4 % für die Vereinigung Würms mit der Stadt Pforzheim ausgesprochen.

Besiegelung des Eingemeindungsvertrages

Besiegelung der Eingliederungsvereinbarung durch Bürgermeister Heinrich Saur (l.) und Oberbürgermeister Dr. Willi Weigelt (r.).

Schulchor singt zum Empfang des ersten Stadtbus an der Endhaltestelle

Großer Bahnhof beim Empfang des neuen Stadtbusses am 01. Juli 1971. Die Endhaltestelle befand sich in der Friedenstraße vor Haus Nr. 4 (heute Hans-Thoma-Straße)

Bürgermeister Saur und Oberbürgermeister Dr. Weigelt tauschen das Ortsschild aus
Empfang der "Pforzheim-Delegation" am Ortseingang an der Würmtalstraße

Empfang der "Pforzheim-Delegation" am Ortseingang an der Würmtalstraße.

Zahlreiche Besucher des Eingemeindungsfestes im Festzelt

Zahlreiche Besucher des Eingemeindungsfestes im Festzelt

Handgezeichnetes Erinnerungsblatt, welches an Ehrengäste und Mitwirkende des Eingemeindungsfestes verteilt wurde

Das von Herrn Erwin Müller entworfene Erinnerungsblatt, welches an Ehrengäste und Mitwirkende verteilt wurde

Was die Bürgerschaft in freier Selbstbestimmung am 14.03.1971 entschieden hat wurde am 31.03.1971 besiegelt und per Gesetz vor 50 Jahren, am 01.09.1971, rechtswirksam: Würm wird Ortsteil der Stadt Pforzheim.

Die 1970 auf den Weg gebrachte Verwaltungsreform Baden-Württemberg zeichnete für die Gemeinde Würm bereits früh auf, dass sie nicht selbständig bleiben könne. Von Vorteil erschien es, durch freiwillige Zusammenschlüsse dem Gesetzgeber zuvorzukommen. Gespräche mit den nächsten Nachbargemeinden auf Verwaltungs- und Gemeinderatsebene verliefen wenig ermutigend, weshalb der Gemeinderat beschloss, mit der Stadt Pforzheim über einen Zusammenschluss auf freiwilliger Basis zu verhandeln. Auch von Pforzheim wurde großes Interesse bekundet, zumal dies für sie auf ihrem Weg zur Großstadt von besonderer Bedeutung war.
Trotz massiver Einwände des Landratsamtes kamen die Verhandlungen zügig voran, sodass nach Bürgerabstimmung in Würm und Beschlussfassung in den jeweiligen Gemeinderäten die Eingliederungsvereinbarung am 31. März 1971 unterzeichnet werden konnte.

Als ursprünglicher Termin für die Eingliederung war der 01. Juli 1971 vorgesehen. Da das hierzu vom Landtag Baden-Württemberg zu erlassende Gesetz nicht rechtzeitig verabschiedet werden konnte, musste der Termin auf den 01. September 1971 verschoben werden.
Ab dem 01. Juli konnten sich die Pforzheimer „Jungbürger in spe“ aber über eine Verbesserung der Verkehrsanbindung an die Stadt erfreuen. Neben den gelben Omnibussen der Bundespost fuhr nun der blau/weiße „Vierer“ der Städtischen Verkehrsbetriebe Pforzheim – und dies bis in den Ort hinein.

Am 01. September 1971 wuchs die Einwohnerzahl Pforzheim mit der Eingliederung Würms auf einen Schlag um 1.997 Einwohner auf nunmehr rund 94.000 Einwohner.
Das seitherige Ortschild „Würm - Landkreis Pforzheim“ wich dem neuen Ortsschild „Pforzheim - Stadtteil Würm“ Den Austausch der Ortschilder nahmen Bürgermeister Heinrich Saur und Oberbürgermeister Dr. Willi Weigelt um 9 Uhr eigenhändig vor, begleitet mit dem Vers des Würmer Bürgers Heinz Bühler: „Wir sind jetzt Goldstadtbürger mit besonderem Gehalt. Wir sind die Pforzemer im Würmer Wald“

Die Eingemeindung wurde am 17. September 1971 mit einem großen Eingemeindungsfest im Festzelt auf dem Freigelände neben dem Sportplatz, dem heutigen Standort der Würmtalhalle, gefeiert.

In den weiteren Jahren schlossen sich dem Beispiel Würms noch weitere Gemeinden an. So folgten Hohenwart zum 01.01.1972, Büchenbronn zum 01.01.1974 und Huchenfeld zum 01.01.1975. Abgerundet wurde die Gebietsreform durch die Eingliederung Eutingens zum 20.09.1975, wenngleich diese weniger freiwillig erfolgte.
Seither haben sich die Ortsteile, wie auch die Stadt Pforzheim weiter entwickelt. Würm ist zwischenzeitlich auf rd. 3.000 Einwohner angewachsen, Pforzheim zählt knapp 128.000 Einwohner. Die Ortsteile sind in der glücklichen Lage mit einer örtlichen Verwaltung, Ortsvorsteher und ehrenamtlichen Ortschafträten ein großes Stück Selbstverwaltung bewahren zu können und sich hierbei auf eine starke Ortsgemeinschaft mit engagierten Bürgern, Vereinen, Organisationen und Kirchen stützen zu können.

Leider kann eine Jubiläumsveranstaltung, wie im Veranstaltungskalender für 18./19. September angedacht, aufgrund der bekannten Pandemielage nicht durchgeführt werden.
Dafür wird es von Fr., 05.11.2021 bis So., 07.11.2021 eine Jubiläumsausstellung in der Würmtalhalle geben.
Anlässlich dieser Ausstellung werden noch Zeitzeugnisse in Bild, Film, Ton, Text, etc. gesucht. Die Ortsverwaltung Würm würde sich freuen, wenn hier noch das eine oder andere aus den privaten Archiven auftauchen und zur Ausstellung zur Verfügung gestellt würde.
Kontakt: Ortsverwaltung Würm, Tel. 39-1323, E-Mail: ov-wuerm@pforzheim.de