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Digitaler Vortrag: Frauen mit Behinderung besser vor Gewalt schützen

Flyer "Frauen mit Behinderung besser vor Gewalt schützen"

ENZKREIS/PFORZHEIM. Frauen mit Behinderung erleben sehr viel häufiger Gewalt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Der Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht. Was dabei jede und jeder Einzelne leisten kann, um den Gewaltschutz zu verbessern, wird im Rahmen des digitalen Vortrags „Frauen mit Behinderung besser vor Gewalt schützen“ am Donnerstag, 29. April, um 18 Uhr vorgestellt. Der Stadt Pforzheim und dem Enzkreis ist es gelungen, Martina Puschke als Referentin zu gewinnen. Puschke vertritt mit ihrem Verein „Weibernetz e. V.“ bundesweit das politische Interesse von Frauen mit Behinderung. Sie setzt sich für den Bereich der Anti-Diskriminierungspolitik ein und ist selbst von einer Behinderung betroffen.

Für die Gleichstellungsbeauftragten sowie für die Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung der Stadt Pforzheim und des Enzkreises ist die Thematik Gewalt gegen Frauen mit einer Behinderung ein wichtiges Anliegen. „Das Thema wirft häufig viele Fragen auf und kann verunsichern“, berichtet die Enzkreis-Beauftragte Anne Marie Rouvière-Petruzzi. Mit der Veranstaltung wolle man deshalb dazu beitragen, einen kompakten Überblick über dieses Themenfeld zu geben. „Zudem können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über gelungene Praxisbeispiele informieren und konkrete Fragen stellen.“
Auch für den städtischen Inklusionsbeauftragten Mohamed Zakzak sei es wichtig, dass dieses wichtige Thema einen Platz in dem politischen und gesellschaftlichen Diskurs einnimmt: „Die Mehrheitsgesellschaft muss sensibilisiert werden. Das Thema weist eine gesellschaftliche und politische Relevanz auf und darf zukünftig nicht mehr bagatellisiert und heruntergespielt werden“.

Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim, betont: „Es ist unerlässlich, dass wir gemäß des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt - kurz: Istanbul Konvention, vernetzt vorgehen. Wir müssen uns hierbei den besonders vulnerablen Zielgruppen, wie Frauen mit Behinderungen zuwenden und gemeinsam mit ihnen entsprechende Hilfe- und Unterstützungsangebote schaffen. Betroffene Frauen müssen angehört und ernst genommen, eventuelle Missstände offengelegt werden.“

Dem kann Kinga Golomb, Gleichstellungsbeauftragte des Enzkreises, zustimmen und ergänzt: „Die gesamte Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Stadt Pforzheim und des Enzkreises ist mir ein großes Anliegen. Ich wünsche mir mit dem Angebot eine breite Zielgruppe zu erreichen“. Denn neben Betroffenen und interessierten Menschen, soll auch das Fachpersonal verschiedener Institutionen und Behörden von diesem Vortrag profitieren und Multiplikator sein.

Der Vortrag wird in einfacher Sprache gehalten und zusätzlich wird die komplette Veranstaltung in Gebärdensprache übersetzt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nach vorheriger Anmeldung per Telefon, Smartphone, Tablet oder Computer möglich.

 

Um Anmeldung bis 26. April 2021 wird gebeten unter:

Frau Brückner: Susanne.brueckner(at)pforzheim.de / Telefon. 07231 39-2548

Frau Golomb: Kinga.Golomb(at)enzkreis.de / Telefon. 07231 308-9595

Herr Zakzak: Mohamed.zakzak(at)pforzheim.de / Telefon. 0723 1 39- 2212

Frau Rouvière-Petruzzi: Anne.Marie.Rouvière.Petruzzi(at)enzkreis.de / Telefon: 07231 308-9692

 

Hintergrund und Zahlen
Berichte und Studien belegen, dass Frauen mit Behinderungen besonders von Gewalt in jeglicher Form betroffen sind und jede dritte bis vierte Frau mit Behinderung in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren hat. Frauen mit Behinderung sind vielfältigen Formen von Diskriminierung und struktureller Gewalt ausgesetzt und sie erfahren laut einer Studie der Universität Bielefeld fast doppelt so häufig körperliche Gewalt. Sexuelle Gewalt erleben sie demnach sogar drei Mal so häufig wie Menschen ohne Behinderung. Deshalb sei es dringend notwendig, die breite Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren und sich gemeinsam darüber auszutauschen, wie Frauen mit Behinderung in unserer Region besser vor Gewalt geschützt werden können. Deshalb ist auch die staatlichen Institutionen in der Verantwortung, einen bedarfsgerechten Gewaltschutz und entsprechende Hilfs- und Beratungsangebote für Opfer von Gewalt, ganz besonders Frauen mit Behinderung, ausreichend und verlässlich finanziell zu unterstützen.