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Stadt bekennt sich zu künftigem Lebensmittelhandel am am Standort Zerrenner- /Leopoldstraße

Die Stadt Pforzheim möchte dem Eindruck entgegentreten, sie beanspruche mit dem geplanten Sozialrathaus an der Stelle des ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäudes über ihren tatsächlichen Bedarf hinaus und über Gebühr Flächen und Räumlichkeiten in zentraler innerstädtischer Lage und schaffe damit gar eine Unterversorgung im Lebensmittelhandel in der Innenstadt. Im Gegenteil: Mit einem Sozialrathaus am Standort Zerrenner-/Leopoldstraße will die Stadt ihr Dienstleistungsangebot im Sozialbereich in zentraler, hervorragend erreichbarer Lage bündeln. Bürgerinnen und Bürger sollen künftig wichtige Behördengänge nicht mehr wie bisher an zahlreichen in der Stadt verstreuten Adressen erledigen müssen. Moderne, technisch gut ausgestattete und einladende Räumlichkeiten sollen die Arbeit einer modernen, bürger- und serviceorientierten Verwaltung zum Nutzen der Stadt ihrer Bürgerinnen und Bürgern entscheidend voranbringen. Damit wird zum einen etwa der Kosten- und Organisationsaufwand für die Verwaltung gesenkt, zum anderen wird den Bürgerinnen und Bürgern die Orientierung bei der Erledigung ihrer Behördengänge spürbar erleichtert.

Gleichzeitig bekennt sich die Stadt dazu, dass am Standort Zerrenner-/Leopoldstraße auch künftig ein Lebensmitteleinzelhandel vorhanden sein soll. Im Vergleich zur bisherigen Situation im Untergeschoss soll das künftige Angebot in einer attraktiveren Lage im Erdgeschoss zu finden sein und sich die Wahrnehmbarkeit und Zugänglichkeit somit deutlich erhöhen. Auf dieses Ziel hat die Stadt Pforzheim während des gesamten Planungsprozesses gemeinsam mit dem Projektentwickler hingearbeitet. Gleichwohl wird es zwischen dem Abriss des ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäudes und dem Neubau vorübergehend keinen Lebensmittelhandel am Standort geben können. Ob es währenddessen Möglichkeiten geben kann, den Ausfall des Angebots übergangsweise auszugleichen, wird jedoch untersucht. Die Bedeutung der innerstädtischen Lebensmittelversorgung für alle Teile der Bevölkerung steht bei der Stadt Pforzheim nicht in Frage. Über den Standort Zerrenner-/Leopoldstraße hinaus will die Stadt zudem sowohl in der Schwarzwaldstraße als auch im Zuge des Projekts Innenstadtentwicklung-Ost die Voraussetzungen für die Ansiedlung von innerstädtischem Lebensmittelhandel schaffen oder hat sie bereits geschaffen. Für die Schwarzwaldstraße wie für das künftige Sozialrathaus geht die Stadt von der Aufstellung der notwendigen Bebauungspläne jeweils im ersten Halbjahr 2021 aus, bei Innenstadtentwicklung-Ost sollen 2021 bereits die Bauarbeiten beginnen.

Nichtöffentlich hatte der Gemeinderat vor der Sommerpause die Verwaltung beauftragt, ein vorliegendes, nicht verbindliches Angebot des Gebäudeeigentümers zu Ende zu verhandeln und dafür den Zuschlag zu erteilen, wenn es im Laufe der Verhandlungen nicht noch zu wesentlichen Abweichungen vom bisherigen Ergebnis komme. „Der Gemeinderat hat heute eine sehr gute Entscheidung getroffen“, hatte Oberbürgermeister Peter Boch damals kommentiert. „Wir haben jetzt die Chance, ein langjähriges Provisorium zu beenden und die Innenstadt an zentraler Stelle attraktiver zu gestalten.“ Es sei dringend geboten, dass sich hier etwas bewege und der Bereich Zerrennerstraße/Leopoldstraße aufgewertet werde. „Durch den geplanten Umzug des Lebensmittelmarkts vom Untergeschoss ins Erdgeschoss wird zudem der Einzelhandelsstandort gestärkt.“ Darüber hinaus liegt ein weiteres Ziel in der Konzentration des Jugend- und Sozialamts in unmittelbarer Nähe zu den zentralen Rathäusern an insgesamt nur noch zwei Standorten. Bislang ist dieses Amt auf neun verschiedene Standorte verteilt. Die jetzige Unterbringungssituation des Amtes sei dauerhaft nicht tragbar.

Unmittelbar nach der Ratsentscheidung im Juli hatte die Stadt Pforzheim gegenüber der Öffentlichkeit und den Medien darüber berichtet, um den Prozess transparent zu gestalten und Irritationen etwa über die Entwicklung des Lebensmittelhandels zu vermeiden.