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„Risikogruppen“: Neue Ausstellung im A.K.T; zeigt Filme und Installationen der Max-Ophüls-Preisträgerin Yulia Lokshina

Die hohen Infektionszahlen mit COVID-19 in deutschen Schlachthöfen rücken derzeit ein Thema ganz besonders in den Fokus: Die Abhängigkeitsverhältnisse der LeiharbeiterInnen, die für einen Niedriglohn in den Schlachthöfen arbeiten und oft unter prekären Umständen in Massenunterkünften leben.

Mit genau diesem Thema beschäftigt sich auch der neue Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ der Filmemacherin Yulia Lokshina, der in diesem Jahr als bester Dokumentarfilm mit dem Max Ophüls Preis sowie mit dem Student Award des DOK.fests München ausgezeichnet wurde. Zusammen mit weiteren Filmen und Installationen von Yulia Lokshina wird er in die Ausstellung „Risikogruppen“ vom 3. Juli bis  2. August 2020 im A.K.T; in Pforzheim eingebunden. „Die Arbeiten von Yulia Lokshina behandeln gesellschaftliche Entwicklungen und Fragestellungen, die jetzt insbesondere durch die Corona-Krise sichtbar werden und diskutiert werden müssen, wie zum Beispiel die Situation der LeiharbeiterInnen in Schlachthöfen. In der Ausstellung möchten wir daher über diese Risikogruppen der anderen Art reflektieren", sagt Janusz Czech, künstlerischer Leiter des A.K.T; „Der Film zeigt eine Welt, der man so im Alltag nicht begegnet und mit der wir normalerweise nicht in Berührung kommen – der Film wirft daher auch die Frage nach der Rolle der Gesellschaft, der Politik, des Konsumenten auf“, sagt Yulia Lokshina.

Der Film „Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit“ zeigt, wie osteuropäische LeiharbeiterInnen in der westdeutschen Provinz im größten deutschen Schweineschlachtbetrieb ums Überleben und AktivistInnen, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden kämpfen. Zur gleichen Zeit proben Münchener GymnasiastInnen das Bertolt-Brecht-Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“, das sich schon 1931 mit Marktmacht und Monopolbildung und der Ausbeutung und Aussperrung von ArbeiterInnen beschäftigte – und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu. Verwoben mit den Gedankengängen der Jugendlichen und ihrer Auseinandersetzung mit dem Text in den Proben erzählt der Film Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in Deutschland. Des Weiteren zeigt die Ausstellung unter anderem die Filme „Tage der Jugend“ über ein militär-patriotisches Jugendcamp in Russland oder „After War“ über amerikanische Kriegsveteranen, die nach dem Vietnamkrieg wieder dorthin zurückkehrten, um am Ort ihrer früheren Einsätze zu leben sowie Installationen zu den Themen der Filme.

Daten zur Ausstellung:
Datum: 3. Juli bis 2. August 2020
Virtuelle Vernissage: Donnerstag, 2. Juli 2020, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Donnerstag & Freitag, 15 bis 19 Uhr, Samstag 15 - 21 Uhr, Sonntag 11 - 19 Uhr
Ort: A.K.T; Theaterstraße 21, 75175 Pforzheim & virtuell im Netz unter www.akate.de
Telefon +497231 393750
info@akate.de

Yulia Lokshina, geboren 1986 in Moskau, studiert seit 2011 Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihre Film- und Videoarbeiten beschäftigen sich mit der Interferenz sozialer Umgebungen und ihrer ProtagonistInnen. Im Rahmen ihrer Arbeit am Forum Internationale Wissenschaft Bonn entstehen parallel audiovisuelle Projekte an der Schnittstelle von Film und Wissenschaft sowie Vorträge und Publikationen zum Dokumentarischen. REGELN AM BAND, BEI HOHER GESCHWINDIGKEIT ist ihr Diplomfilm.

Der A.K.T; ist ein Ort für gesellschaftliche Diskurse und ein interdisziplinäres Labor der Zukunft. Aktuelle Fragestellungen werden im A.K.T; aus dem Blickwinkel des Designs und der Kunst beleuchtet und die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Design sichtbar gemacht. Der A.K.T; im Treppenhausturm der ehemaligen Alfons-Kern-Schule in Pforzheim bietet dafür Raum auf mehreren Ebenen: Auf zwei Stockwerken finden regelmäßig Ausstellungen statt. Im obersten Geschoss erforschen Studierende des Masterstudiengangs Design & Future Making der Hochschule Pforzheim im MADLAB Zukunftsfragen, und im EG und 1.OG ist das Café Roland beheimatet.

Pressekontakt:
Alexandra Vogt
Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim
Emma-Jaeger-Straße 20
75175 Pforzheim
Alexandra.vogt(at)ws-pforzheim.de
07231 39 1874