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Rückblick: Tag der Archive 2026 im Stadtarchiv Pforzheim

Lesesaalausstellung "Alte Heimat - neue Heimat" weiterhin zu sehen

Projekte der Otterstein Werkrealschule und des Kepler-Gymnasiums wurden mit Sonderpreisen ausgezeichnet
Projekte der Otterstein Werkrealschule und des Kepler-Gymnasiums wurden mit Sonderpreisen ausgezeichnet
© Stadt PforzheimFoto: Stadtarchiv Pforzheim
Verleihung des Georg-Simler-Preises an Emil Gerlach (Hebel-Gymnasium)
Verleihung des Georg-Simler-Preises an Emil Gerlach (Hebel-Gymnasium)
© Stadt PforzheimFoto: Stadtarchiv Pforzheim
Ausstellungseröffnung im Lesesaal
Ausstellungseröffnung im Lesesaal
© Stadt PforzheimFoto: Stadtarchiv Pforzheim
Präsentation multimedialer Erzählungen zur Frage „Was ist Heimat?“ im Veranstaltungsraum
Präsentation multimedialer Erzählungen zur Frage „Was ist Heimat?“ im Veranstaltungsraum
© Stadt PforzheimFoto: Stadtarchiv Pforzheim
In den Magazinen wurden den Besucherinnen und Besuchern Originaldokumente präsentiert
In den Magazinen wurden den Besucherinnen und Besuchern Originaldokumente präsentiert
© Stadt PforzheimFoto: Stadtarchiv Pforzheim

Unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ stand der diesjährige Tag der Archive im Stadtarchiv Pforzheim. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten am 28. Februar die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, neue Perspektiven auf das Thema Heimat zu gewinnen und mit den Mitarbeitenden des Archivs ins Gespräch zu kommen.

Georg-Simler-Preis verliehen

Ein Höhepunkt des Tages war die Verleihung des Georg-Simler-Preises für stadtgeschichtliche Arbeiten an Schulen. Der Hauptpreis ging an Emil Gerlach vom Hebel-Gymnasium für sein Magazin „Time Machine. Die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie im Wandel der Zeit“. Neben dem Hauptpreis wurden zwei Sonderpreise vergeben: Ausgezeichnet wurden das Projekt „Grundrechte in Gefahr?“ der Leistungskurse Gemeinschaftskunde und Bildende Kunst des Kepler-Gymnasiums sowie das Projekt „Film gegen Rassismus“ der Otterstein Werkrealschule.

Die Vorsitzenden der drei preisstiftenden Vereine – Tanja Traub (Reuchlingesellschaft), Dr. Christoph Mährlein (Löbliche Singergesellschaft von 1501 Pforzheim) und Kai Adam (Förderverein für das Stadtarchiv Pforzheim) gratulierten zusammen mit Kulturbürgermeister Tobias Volle, der den Tag der Archive eröffnete, persönlich den Preisträgerinnen und Preisträgern, die mit kurzen Präsentationen ihre Projekte vorstellten. Auch die Schulleitungen der drei Preisprojekte sowie die mitwirkenden Lehrerinnen und Lehrer nahmen an der Preisverleihung teil.

Ausstellungseröffnung "Alte Heimat - neue Heimat" im Lesesaal

Im Rahmen des Aktionstags wurde zudem die Lesesaalausstellung „Alte Heimat – neue Heimat“ eröffnet. Sie ist noch bis Ende 2027 im Lesesaal des Stadtarchivs zu sehen und kann während der regulären Öffnungszeiten kostenlos besucht werden.

Die Ausstellung beleuchtet unterschiedliche Facetten von Heimat. Dargestellt wird Zuwanderung nach Pforzheim, etwa mit der Geschichte der sogenannten Gastarbeiter, darunter viele Menschen aus der Türkei, und ihren Vereinen und kulturellen Einrichtungen in Pforzheim. Die Geschichte einer bereits 1935 in Pforzheim gegründeten Eisdiele mit italienischem Speiseeis steht exemplarisch für gelebte Migrationsgeschichte.

Darüber hinaus richtet die Ausstellung den Blick auf historische Auswanderung aus Pforzheim. So wird der Briefwechsel von Mitgliedern der Pforzheimer Familie Fahrner gezeigt, die im 19. Jahrhundert in die USA auswanderten. Die hiergebliebene Familie hielt trotz der Entfernung engen Kontakt zu den Emigranten und berichtete ihren Verwandten in Amerika von den Entwicklungen hierzulande – ein eindrucksvolles Beispiel transatlantischer Verbundenheit in der Familiengeschichte.

Auch kulturelle Bilder von Heimat werden aufgegriffen. Heimatmotive in Filmen der Nachkriegszeit sind ebenso Thema wie im Volkstheater: So beleuchtet die Ausstellung die Geschichte der Pforzheimer Freilichtbühnen am Wartberg und an der Burgruine Kräheneck, welche u.a. in den 1920er Jahren sogenannte Heimatspiele aufführten.

Multimediale Erzählungen: „Was ist Heimat?“

Ein weiteres Projektteam aus Mitarbeitenden des Stadtarchivs präsentierte Videointerviews mit Menschen aus dem Umfeld des Archivs. Die sehr persönlichen Beiträge boten eindrucksvolle und berührende Einblicke in individuelle Erfahrungen und Sichtweisen auf die Frage: Was ist Heimat? Die Präsentation stieß auf großes Interesse und regte zu vielen Gesprächen an.

Blick hinter die Kulissen: Magazinführungen

Große Resonanz fanden auch die Führungen durch die sonst nicht öffentlich zugänglichen Archivmagazine. Die Archivarinnen und Archivare nahmen die Teilnehmenden mit auf einen Rundgang durch die Bestände und zeigten ausgewählte Originaldokumente. Dabei spannte sich der thematische Bogen von kitschigen Heimatgedichten über Spuren französischer Uhrmacher aus der Zeit des Waisenhauses bis hin zu Dokumenten zu Exil und Heimatverlust – und machte deutlich, wie vielfältig und vielschichtig der Begriff Heimat in der Geschichte Pforzheims verankert ist.