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Großübungen vor Verkehrsfreigabe im Arlingertunnel

Feuerwehr Pforzheim und Birkenfeld üben gemeinsam mit Einsatzkräften des ASB, des DRK und der Polizei

©picturedomFoto: Dominik Mokrski

Nach mehrjähriger Bauphase geht der 1.347 Meter lange Arlingertunnel Mitte Mai in Betrieb. Der Arlingertunnel ist das Herzstück der neuen Pforzheimer Westtangente. Die Westtangente schafft eine direkte Verbindung zwischen der Autobahn und der Bundesstraße Richtung Schwarzwald und entlastet damit die Innenstadt. Bereits während der Rohbauphase gewährleistete die Feuerwehr Pforzheim als sogenannte Rettungswehr die Brandbekämpfung und Rettung verletzter Arbeitender im Tunnel. In den letzten Monaten bereiteten sich die Feuerwehr Pforzheim und die Freiwillige Feuerwehr Birkenfeld auf die anstehende Verkehrsfreigabe vor. Bei zwei Großübungen gemeinsam mit Einsatzkräften des ASB, des DRK und der Polizei wurden am Samstag, 4. Mai und am Montag, 6. Mai alle Abläufe getestet. An beiden Tagen waren jeweils rund 100 Einsatzkräfte vor Ort. Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Dirk Büscher zeigte sich vor Ort beeindruckt: „Diese komplexe Lage ist nur durch das koordinierte Handeln aller Akteure in der Gefahrenabwehr zu bewältigen. Ich danke allen Einsatzkräften der Feuerwehr, der Rettungsdienste und der Polizei für ihr großes Engagement. Wir haben mit dem Arlingertunnel einen sicheren Tunnel mit einem guten Einsatzkonzept für den Ernstfall.“

Die Gesamtverantwortung für die Gefahrenabwehr und die Einsatzleitung liegen bei der Feuerwehr Pforzheim. Am Südportal unterstützt die benachbarte Freiwillige Feuerwehr Birkenfeld mit einer leistungsfähigen Ersteinheit, während sich die Einheiten aus Pforzheim zunächst auf das Nordportal konzentrieren. Zur Planung und Vorbereitung des Einsatzes im Tunnel wurde im Fachamt Feuerwehr, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz eine spezielle Projektgruppe gegründet. In die Großübungen waren nicht nur Mitarbeitende des Regierungspräsidiums als Bauherr des Tunnels, sondern auch das Unternehmen, das die Betriebstechnik im Tunnel geplant und installiert hat, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Sachgebiet Verkehrsbauwerke des Grünflächen- und Tiefbauamtes involviert. Letztere werden zukünftig das Tunnelmanagement übernehmen und den regulären Betrieb des neuen und ersten Straßentunnels in Pforzheim gewährleisten. Die Teilnahme an diesen Übungen hat die bereits bestehende gute Zusammenarbeit weiter gestärkt und die Einarbeitung der Stadtverwaltung in diese neue Aufgabe erleichtert.

Der Arlingertunnel verfügt neben dem Rettungsstollen über zahlreiche Sicherheitseinrichtungen wie zum Beispiel Brandmeldeanlage, Objektfunkanlage, Löschwasserentnahmestellen, Videoüberwachung sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Trotzdem müssen sich die Einsatzkräfte bei Brandereignissen unter anderem auf hohe Temperaturen, schnelle Rauchausbreitung und lange Anmarschwege einstellen. Sebastian Fischer, Kommandant der Feuerwehr Pforzheim, erläutert: „Auf die damit möglicherweise einhergehenden Gefährdungen für Verkehrsteilnehmenden und Einsatzkräfte reagieren wir mit einer speziellen Einsatztaktik. Im Kern geht es um eine schnelle Feststellung der Lage im Tunnel mit der Videoüberwachung und mit Erkundertrupps. In Abhängigkeit von der konkreten Situation im Tunnel und von der Strömungsrichtung des Brandrauchs können dann sogenannte Stoßtrupps von den Portalen aus sowohl eine schlagkräftige Brandbekämpfung als auch die Suche nach Personen einleiten.“

Mit großem personellem Aufwand wurden in den vergangenen Jahren über 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren Pforzheim und Birkenfeld durch Ausbilder der Berufsfeuerwehr Pforzheim geschult. Die Ausbilder wurden auf ihre Aufgabe eigens bei der International Fire Academy ifa in der Schweiz vorbereitet. Für die im Tunneleinsatz erforderlichen speziellen Atemschutzgeräte und sonstige Ausrüstung hat die Stadt Pforzheim rund 100.000 Euro aufgewendet. Auch die erforderliche Ausrüstung für die Feuerwehr Birkenfeld von hat die Stadt Pforzheim finanziert.