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Stadt trauert um ehemaligen Leiter des Amts für Umweltschutz

Markus Haller verstirbt im Alter von 64 Jahren

©Stadt PforzheimFoto: Laura Schaier

Die Stadt Pforzheim trauert um Markus Haller. Der ehemalige Leiter des Amts für Umweltschutz und Leiter der städtischen Forstverwaltung ist im Alter von nur 64 Jahren verstorben. Neben den vielen Herausforderungen im Amt für Umweltschutz und den stetig wachsenden Herausforderungen des Klimawandels stand vor allem der Wald im Fokus des studierten Forstwirts.

Markus Haller kam im Juli 1994 vom Ministerium für ländlichen Raum Baden-Württemberg als Stadtoberforstrat zur Stadt Pforzheim. Dort war er zuerst als Leiter der städtischen Forstverwaltung tätig, bevor diese am 1. März 2003 in das Amt für Umweltschutz eingegliedert wurde. Haller übernahm dabei die kommissarische Amtsleitung und die Abteilungsleitung der städtischen Forstverwaltung. Am 1. November 2003 wurde er dann zum Leiter des Amts für Umweltschutz bestellt und am 1. Dezember 2004 zum Stadtforstdirektor ernannt. Am 1. Juli 2010 folgte die Ernennung zum Leitenden Stadtforstdirektor. Am 1. Oktober 2022 wurde Markus Haller dann in den Ruhestand versetzt.

Eines seiner Hauptanliegen war die Naturverjüngung des Pforzheimer Forsts. Bei diesem natürlichen Prozess setzt man auf das Nachwachsen von Bäumen und Pflanzen im Wald, ohne direktes menschliches Eingreifen. Ein Vorgehen, um die ökologische Integrität von Wäldern zu erhalten und die nachhaltige Bewirtschaftung von Forstressourcen zu gewährleisten. Mit diesem Vorgehen bewies Markus Haller damals schon eine hohe Innovationskraft, wird das Verfahren inzwischen doch von vielen Forstbetrieben umgesetzt. Und auch im Amt für Umweltschutz und unter dem Nachfolger Hallers, Armin Aydt, wird das Projekt Naturverjüngung konsequent fortgesetzt. Ganz im Sinne einer naturverträglichen Waldwirtschaft verzichtete Markus Haller bei der Forstwirtschaft zudem auf den Einsatz von Pestiziden und hatte darüber hinaus die Entwicklung des Waldes als Naherholungsgebiet für die Menschen im Blick. So wurden unter seiner Leitung viele neue Erholungseinrichtungen im Wald eingerichtet.

Dabei schaffte es Markus Haller dank der naturnahen Wirtschaftsweise, die Anforderungen der Naherholung, des Naturschutzes und nicht zuletzt auch die Bereitstellung des umweltfreundlichen Bau- und Werkstoffes Holz bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Dank der besonders naturnah betriebenen Bewirtschaftung hat der Stadtwald auch eine sehr große Artenvielfalt aufzuweisen. Im „Weißbuch Wald“ des BUND Baden-Württemberg ist der Stadtwald Pforzheim deshalb auch als Musterbetrieb ausgewiesen. Ebenfalls ein Verdienst des nun viel zu früh verstorbenen ehemaligen Leiter des Amts für Umweltschutz. Neben den vielen Herausforderungen des Waldes begleitete Haller in seiner Funktion als Amtsleiter auch viele weitere große Themen des Natur-, Emissions-, Wasser- sowie Arbeitsschutzes. Auch die vielfältigen Aufgaben des Klimaschutzes nahmen einen immer größeren Bereich der Arbeit ein.

„Die Nachricht vom Tod Markus Hallers hat uns in der Stadtverwaltung und auch mich persönlich tief geschockt. Ich habe Markus Haller immer als einen loyalen und aufrichtigen Menschen erlebt, der in seinem Amt eine Atmosphäre des Respekts und der vertrauensvollen Zusammenarbeit pflegte, in der alle Interessen gehört wurden“, betont Oberbürgermeister Peter Boch. „In tiefer Verbundenheit mit dem Wald und einer unerschütterlichen Leidenschaft für nachhaltige Forstwirtschaft widmete er sich in seinem Berufsleben vor allem der Bewahrung und Entwicklung unserer Wälder. Seine Hingabe für eine naturverträgliche Waldwirtschaft und sein Engagement für Umweltschutz hinterlassen ein Erbe, das allen Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt erhalten bleibt.“

Auch Bürgermeisterin Sibylle Schüssler zeigt sich vom Tod Markus Hallers tief betroffen und lobt dessen wertvolle Arbeit über die vergangenen Jahre: „Mit der über zwei Jahrzehnte lang praktizierten, nachhaltigen und vor allem naturnahen Waldbewirtschaftung hat Herr Haller unseren Stadtwald zu dem gemacht, was er heute ist. Die gestuften und mit mehreren Baumarten angereicherten Waldbestände sind für uns, in Zeiten des Klimawandels, wertvoller denn je.“