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Perspektiven für arbeitslose Menschen fördern

1,6 Millionen Euro an Fördermitteln fließen nach Pforzheim

Die Stadt Pforzheim hat sich in Kooperation mit der GBE mbH Pforzheim und Q-Prints&Service erneut erfolgreich um Fördermittel aus dem ESF-Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ) beworben. Bis Mitte 2026 fließen Fördermittel des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und des Europäischen Sozialfonds Plus in Höhe von insgesamt 1,6 Millionen Euro nach Pforzheim. Damit werden im Projekt „WIN.Pf – Perspektiven fördern“ Angebote zur Verbesserung der Lebens- und Beschäftigungssituation von arbeitslosen Menschen ab 18 Jahren, vor allem in Quartieren der Weststadt, der Innen- und Oststadt und im aktuellen Sanierungsgebiet Nordstadt II durchgeführt. Die Trägerschaft für das Projekt liegt bei der Stadt Pforzheim, so dass die Kommunale Beschäftigungsförderung im Jobcenter die Koordination und Steuerung übernimmt. Die Umsetzung der Projektinhalte in mehreren Teilprojekten erfolgt durch die beteiligten Träger.

Die GBE ist in ihrem Quartierszentrum Innenstadt-Südost in der Deimlingstraße sowie am neuen Standort in der Nordstadt in der individuellen Unterstützung bei der Integration in Arbeit und Gesellschaft tätig. Das Team erarbeitet Kompetenzprofile, hilft bei der Orientierung am Arbeitsmarkt und gibt Alltagsunterstützung in Gruppen und im Einzelcoaching. Die individuelle sozialpädagogische Begleitung bietet neben der reinen Arbeitsmarktintegration auch Unterstützung bei der Bewältigung von Vermittlungshemmnissen vor der Aufnahme von Bewerbungsbemühungen. Oftmals wird in enger Abstimmung mit dem Jobcenter eine Integrationsstrategie erarbeitet. Zusätzlich werden Maßnahmen des Jobcenters motivierend begleitet. Zur nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt baut die GBE ihre Unternehmenskontakte weiter aus, vermittelt in Arbeit oder auch in Praktika und unterstützt die Arbeitgeber bei der Beantragung von Eingliederungszuschüssen beim Jobcenter. Nach erfolgreicher Vermittlung hält die GBE dann Kontakt zu den Vermittelten und unterstützt in den ersten Wochen nach Arbeitsaufnahme. In der Nordstadt wird die GBE eine neue, mobile Beratungsstruktur mit regelmäßigen Sprechstunden in den Räumen des Quartiersmanagements im Familienzentrum Nord und zukünftig an weiteren Orten aufbauen. Auch das Jobcenter wird eine Mobile Beratung in der Nordstadt anbieten, so dass für Teilnehmende aus diesem Quartier eine besonders enge Zusammenarbeit realisiert werden kann. Zusätzlich wird die GBE zur Unterstützung der lokalen Ökonomie tätig und übernimmt den Aufbau eines neuen Unternehmensnetzwerks Nordstadt. Dazu baut sie ihre Unternehmenskontakte weiter aus und bildet damit die Schnittstelle des Projekts zu Arbeitgebern.

Der Beschäftigungsträger Q-Prints&Service ist mit seinem Quartierszentrum Weststadt im Projekt für Bewohner und Bewohnerinnen in der Weststadt präsent und wirkt ins Quartier hinein. Das Beratungsangebot erstreckt sich über eine individuelle berufliche Wegeplanung, Erarbeitung von persönlichen Kompetenzen und Ressourcen bis hin zu Unterstützungsleistungen bei Formularen und Anträgen, Bewerbungen und Alltagsthemen. Um eine nachhaltige und ganzheitliche Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung zu gewährleisten, arbeitet das pädagogische Team ebenfalls eng mit dem Jobcenter Pforzheim zusammen. Neben Einzelcoachings werden im Quartierszentrum Workshops zum Beispiel zu den Themen Finanzen oder Stromsparen sowie beispielsweise Konversations- oder EDV-Kurse als Gruppenveranstaltungen angeboten. Q-Prints&Service führt außerdem mit dem Ziel der beruflichen Qualifizierung der Teilnehmenden, die beiden Teilprojekte Medienwerk und Grünwerk durch. Das Team von Grünwerk möchte in der Nordstadt Begegnungsräume für die Bewohnerinnen und Bewohner schaffen, gemeinsam gärtnern und es blühen lassen. Im Medienwerk entsteht in enger Abstimmung mit der Sanierungsstelle der Stadt Pforzheim ein Stadtteilmagazin, an dem die Teilnehmenden journalistisch und mediengestalterisch mitarbeiten. Es werden Themen und aktuelle Entwicklungen aus den Sanierungsgebieten aufgegriffen sowie über die Projektarbeit berichtet.

Zum Hintergrund

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist auch in der EU-Förderperiode 2021-2027 als „ESF Plus“ wichtigstes Finanzierungs- und damit auch Förderinstrument der EU für Investitionen in Menschen.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) trägt hierzu mit dem Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ“ bei.

Denn auch in der aktuellen EU-Förderperiode sind die Bedarfe in sozial benachteiligten Quartieren weiterhin hoch. Hohe Armutsrisiken und Langzeitarbeitslosigkeit treten häufig dort auf, wo städtebauliche, wirtschaftliche, soziale und ökologische Problemlagen aufeinandertreffen. Das Programm BIWAQ verfolgt den Ansatz, quartiersbezogen lokale Bildungs-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktprojekte mit städtebaulichen Maßnahmen zu verknüpfen und so gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern und wurde in der Förderperiode 2007-2013 erstmalig aufgesetzt.

Die Umsetzung des Programms erfolgte in der Stadt Pforzheim mit unterschiedlichen Kooperationspartnern und entlang verschiedener Sanierungsgebiete des Förderprogramms „Soziale Stadt / Sozialer Zusammenhalt“ bereits in den vergangenen Förderperioden.