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85. Jahrestags der Reichspogromnacht: gemeinsames Gedenken

Gedenken an die Zerstörung der jüdischen Synagogen am 9. November 1938

 

Gedenkfeier Reichspogromnacht
Vereint im Gedenken an die Reichspogromnacht (von rechts): Oberbürgermeister Peter Boch, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Rami Suliman, die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Baden, Dr. Heike Springhart und Rabbiner Moshe Yudelevitz.
©Stadt PforzheimFoto: Christian Schweizer

Die Stadt Pforzheim hat heute gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Pforzheim dem 85. Jahrestag der Reichspogromnacht gedacht. Ein trauriges Datum, das in die Geschichte eingegangen ist und an dem in Pforzheim und in ganz Deutschland jüdische Synagogen brannten, geschändet und zerstört wurden.

Die Gedenkveranstaltung begann um 11.30 Uhr im ATRIUM des VolksbankHauses. Nach der musikalischen Eröffnung der Veranstaltung durch Fenella Bockmaier mit dem Titel „Prélude pour la main gauche“ von Alexander Skrjabin am Klavier, begrüßte Oberbürgermeister Peter Boch die Anwesenden. Dabei hob er die Bedeutung des gemeinsamen Gedenkens und Erinnerns gerade in heutiger Zeit hervor. „Wir verstehen, dass wir die Erinnerung an alle Opfer und Verbrechen der Nationalsozialisten wachhalten müssen, damit nie wieder geschieht, was nie wieder geschehen darf. Dies ist unsere historische Verantwortung und unsere Aufgabe heute und in Zukunft.“ Ebenso sprach er über die aktuelle Situation in Israel. „Doch wir können heute nicht an die Ereignisse der Reichspogromnacht erinnern, ohne dabei an die schrecklichen Bilder zu denken, die uns vor fast genau einem Monat aus Israel erreicht haben. […] Wir verurteilen diesen Angriff entschieden. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern und ihren Familien.“

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Peter Boch sprach der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Rami Suliman, zu den Anwesenden. Im Anschluss präsentierten die Schülerinnen des Hilda-Gymnasiums, Nina Breunig und Hannah Vitos, das Projekt Geschichte AKTIV und zeigten einen Kurzfilm, der im Rahmen des Projekts entstanden ist. Eine Projektgruppe des Hilda-Gymnasiums – bestehend aus 11 Schülerinnen und Schülern unter der Anleitung ihres Lehrers Martin Rühl – recherchiert die Lebensgeschichten ehemaliger Pforzheimerinnen und Pforzheimer, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Auf einer digitalen Karte unter www.spurensuche-pforzheim.de sind die biografischen Informationen mit historischem Bildmaterial einsehbar. Zudem beleuchten acht Kurzfilme, die in Zusammenarbeit mit einem professionellen Dokumentarfilmer erstellt wurden, die historischen Hintergründe Pforzheims im Nationalsozialismus. Die Website wird ab dem 10. November 2023 verfügbar sein und bietet die Möglichkeit für einen digitalen Stadtrundgang oder kann im Geschichtsunterricht eingesetzt werden, um sich mit der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen.

Nach der Vorstellung des Projektes folgte ein Vortrag von Historiker und Autor Jeff Klotz, in dem er näher auf das Thema Gedenkkultur einging und einen historischen Blick auf die jüdische Gemeinde warf. Im Anschluss daran folgte das Gebet des Rabbiners Moshe Yudelevitz sowie die gemeinsame Kranzniederlegung von Stadt und Jüdischer Gemeinde direkt am Mahnmal auf dem „Platz der Synagoge“ an der Zerrennerstraße/Goethestraße.

Die Gedenkveranstaltung wird jedes Jahr von der Stadt Pforzheim gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden (ACG) und Vertretungen Pforzheimer Schulen vorbereitet und in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Volksbank pur durchgeführt.