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Dokumentartheaterstück „Mädchen mit Hutschachtel“ beleuchtet die Deportation jüdischer Menschen nach Gurs

Eindrucksvoller Beitrag zur Erinnerungskultur – Gastspiel im Kulturhaus Osterfeld

Mädchen mit Hutschachtel©Sonja Ramm Foto: Sonja Ramm

Das Kulturamt und das Stadtarchiv der Stadt Pforzheim präsentieren das Theaterstück „Mädchen mit Hutschachtel“ von Autorin Lisa Sommerfeldt. Ein bewegendes Dokumentartheaterstück, das speziell für Schulen konzipiert wurde, aber auch für ein breites Publikum geeignet ist. Die Aufführung findet am 25. Mai um 11 Uhr im Großen Saal des Kulturhauses Osterfeld statt. Das Stück basiert auf der Geschichte von Edith Leuchter, einer Überlebenden des Holocaust, die von Bruchsal aus in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert wurde. Produziert wurde das Theaterstück von der Badischen Landesbühne in Bruchsal. Tickets sind über das Kartenbüro im Kulturhaus Osterfeld sowie online unter www.kulturhaus-osterfeld.de/programm/veranstaltung erhältlich.
Besonders empfohlen wird das Theaterstück für Jugendliche ab 14 Jahren bzw. der 9. Klasse. Die Badische Landesbühne hat umfangreiches Begleitmaterial erstellt. Ein Theatergespräch mit den Darstellenden und der Theaterpädagogin der Badischen Landesbühne ergänzt die Vorstellung in Pforzheim.

Die Aufführung des Theaterstücks in Pforzheim wird durch eine Kooperation des Kulturamts und des Stadtarchivs Pforzheim mit dem Kulturhaus Osterfeld ermöglicht sowie durch die großzügige Unterstützung der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim. „Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, das Gastspiel im Kulturhaus Osterfeld zu realisieren“, so die stellvertretende Kulturamtsleiterin Claudia Baumbusch. Insbesondere den Pforzheimer Schülerinnen und Schülern solle ein Impuls zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerungskultur der Stadt gegeben werden.

Filmaufnahmen der Deportation in Bruchsal, auf denen auch ein junges Mädchen mit einem runden Koffer zu sehen ist, das titelgebende Mädchen mit Hutschachtel, inspirierten zu dem Theaterstück. Der kurze Propagandafilm gab den Anstoß für eine Spurensuche, die bis nach Florida zu Edith Leuchter führte, die als 13-jährige in die Vorhölle von Auschwitz deportiert wurde. Basierend auf den Gesprächen mit ihr sowie aus Briefen, Gerichtsakten und anderen Zeitdokumenten entstand das Dokumentartheaterstück „Mädchen mit Hutschachtel“. Auch aus Pforzheim wurden am 22. Oktober 1940 die noch in der Stadt verbliebenen Jüdinnen und Juden nach Gurs deportiert. Fotos oder gar Filmaufnahmen dieses Verbrechens sind aus Pforzheim nicht überliefert, aber es ist anzunehmen, dass die Deportation ganz ähnlich abgelaufen ist wie in Bruchsal. Das „Mädchen mit Hutschachtel“ bietet einen eindrucksvollen Zugang zu diesem dunklen Kapitel der Geschichte und ist ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur, auch hier in Pforzheim.

Mit „Mädchen mit Hutschachtel“ wird ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur und zum Gedenken an die Deportation jüdischer Menschen nach Gurs am 22. Oktober 1940 geleistet. Die Stadt Pforzheim lädt Schulen und alle Interessierten ein, dieses beeindruckende Theaterstück zu erleben und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.