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Junior-Ranger going wild in Basel

Preisgeld des Familienfreundlichkeitspreises 2019 in einen Besuch im Basler Zoo investiert

©Stadt PforzheimFoto: Wildpark
©Stadt PforzheimFoto: Wildpark
©Stadt PforzheimFoto: Wildpark

Eine ordentlich gefüllte Kasse war Grundlage für einen dreitägigen Ausflug der Junior-Ranger aus dem Pforzheimer Wildpark nach Basel. 2019 hatten die Nachwuchs-Tierhüter den Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Pforzheim gewonnen und damit auch ein 2.000-Euro-Preisgeld. Auch ein nicht unbedeutender Zuschuss des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. (LOGL) trug zum Gelingen dieser Reise bei. Elf Teenager, das sechsköpfige Betreuerteam samt Wilparkförster Carsten Schwarz haben sich den Basler Zoo - von den Einheimischen "Zooli" genannt -und den Tierpark Lange-Erlen angeschaut, um zu sehen, wie es in anderen Tierparks läuft. 

Tierpfleger Lukas zeigte den Junior-Rangern den "Zooli" aus einem ganz neuen Blickwinkel. Ihnen wurden „luchsuriöse“ Einblicke in die große Futterküche, der Tierarztstation sowie in die beeindruckenden Technikräume des Vivariums gewährt. Schnell wurde allen klar, welch enormer Aufwand betrieben werden muss, um eine tiergerechte Haltung von Amphibien, Schlangen, Echsen und Fischen zu gewährleisten. Überhaupt gab es im „Zooli“ viel zu entdecken, was der Pforzheimer Wildpark nicht bieten kann. Dazu gehören zum Beispiel die putzigen, kleinen Totenkopfäffchen oder die auch gerne mal gefährlichen Flusspferde. Auf der anderen Seite gibt es aber mindestens genau so viel im Pforzheimer Wildpark zu entdecken, was es im „Zooli“ nicht gibt. Die Artenvielfalt im „Zooli“ beeindruckte jedenfalls sehr. Sogar „Nemo“ wurde gefunden! Das Highlight war jedoch, einen Königspinguin streicheln zu dürfen. Der Pinguin hingegen war davon nur mäßig erfreut. Umso vorsichtiger verteilten wir die Streicheleinheiten und hielten uns dabei kurz. In der Anlage war es spürbar kälter. Aber nur so fühlen sich die Pinguine in Gehegehaltung wohl und bleiben gesund. Die Frage kam auf, ob die gehaltenen Zootiere ein glückliches Leben führen. Einerseits werden Zootiere bestens umsorgt, haben immer ausreichend Futter, Krankheiten werden behandelt und ihre Gehegeanlagen sind artgerecht gestaltet. Andererseits kann das Platzangebot im Zoo begrenzt sein. Tierpfleger Lukas kam zum Schluss, dass vielleicht nicht alle Zootierarten immer glücklich sind. Aber wer ist das schon? Bei den Tieren in freier Wildbahn ist auch nicht jeden Tag Kirmes.

Die Konzepte von Zoos und Wildparks sind vollkommen unterschiedlich. In Wildparks werden vor allem heimische Wildtierarten in großzügigen Gehegen gehalten. Meist finden sich diese am Stadtrand oder in ländlichen Regionen. Dagegen zeigen Zoos Tierarten aus aller Herren Länder. Oft kämpfen siemit Platzproblemen, insbesondere dann, wenn sie beengt in Großstädten eingebettet sind.

Der Ausflug ermöglichte das Zusammenkommen sowie ein vertrautes Miteinander zwischen den „Frischlingen“ unter den Junior-Rangern und den „alten Hasen“. So ergaben sich Freundschaften und ein neues Wir-Gefühl, welches während der Corona Pandemie extrem litt und in weiten Bereichen verloren ging. Der Blick richtet sich nun nach vorne auf gemeinsame Junior-Ranger-Aktionen im Wildpark um die leergefegte Kasse wieder zu füllen. Bereits im Dezember soll es dazu einen Waffelverkauf im Ewald-Steinle-Haus geben.

Wer sind die Junior-Ranger eigentlich?

Seit 2003 unterstützen die Junior-Ranger das Tierpflegerteam im Wildpark ehrenamtlich beim Füttern der Tiere, Ausmisten der Ställe sowie bei anderen wichtigen Tätigkeiten. Junior-Ranger kann werden, wer einen der 50 heiß begehrten Plätze für die einwöchige Ausbildung in den Sommerferien ergattert. Mit Bestehen eines Abschlusstests erhalten die zwischen 10 und 13 Jahre alten Mädchen und Jungen ihre Urkunde, ein Junior-Ranger-Abzeichen sowie eine Schildmütze. Ursprünglich wurde das Junior-Ranger Programm ins Leben gerufen, um das Falschfüttern durch Besucherinnen und Besucher unter Kontrolle zu bekommen. Neben dieser Überwachungstätigkeit übernehmen die Junior-Ranger aber auch Führungen im Rahmen von Kindergeburtstagen, leiten alte Menschen durch die Parkanlage oder begleiten die Schaufütterungen bei Luchs und Fischotter.

Ein Text von Linus Julius Stolp, Junior-Ranger des Jahres 2016