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STADTBAU kauft ehemaliges SinnLeffers-Gebäude: Komplexe Verhandlungen kommen erfolgreich zum Abschluss

Pressemitteilung der STADTBAU

Gruppenbild
(v.l.): Frank Berger (künftiger Edeka-Betreiber), OB Peter Boch, Armin Maisch (kaufmännischer Geschäftsführer der STADTBAU), Bernhard Enderes (langjähriger Leiter des Personal- und Organisationsamts) sowie Oliver Lamprecht (technischer Geschäftsführer der STADTBAU).
©Stadt PforzheimFoto: Susanne Herrmann

Der sprichwörtliche lange Atem hat sich gelohnt. Mit der notariellen Beurkundung des Verkaufes des ehemaligen SinnLeffers-Gebäudes an die STADTBAU GmbH PFORZHEIM konnte ein kompliziertes Insolvenzverfahren an diesem Dienstag zu einem guten zukunftsfähigen Abschluss gebracht werden. Dem vorangegangen waren schwierige und langwierige internationale Verhandlungen mit Gläubigern aus Deutschland und England.

Ursprünglich war es die „Pforzheim Leopoldstrasse Entwicklungs GmbH“ mit Sitz in Frankfurt am Main, die das Grundstück in der Pforzheimer Innenstadt, das ehemalige SinnLeffers-Gebäude, entwickeln wollte. Als aber im September 2021 über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, geriet das Projekt, das bereits einen Gutbefund im Gestaltungsbeirat bekommen hatte, kurz vor Abschluss des Bebauungsplanverfahrens beziehungsweise vor Unterzeichnung des Durchführungsvertrages, ins Stocken. Der vorgesehene Abbruch des Bestandsgebäudes, das für die neue Nutzung untauglich war, lag damit erst mal genauso auf Eis, wie der Bau von neuen Büroräumen für die Stadt in den Obergeschossen und eines Nahversorgers im Erdgeschoss.

„Für Stadtverwaltung und STADTBAU war klar, sich im weiteren Verfahren nicht mit einer Zuschauerrolle abzugeben, sondern dass wir die Entwicklung dieses Standortes aktiv in die Hand nehmen und selbst gestalten wollen“, so Oberbürgermeister Peter Boch bei einem Vor-Ort-Termin. „Nun kann es nach langen Jahren des Leerstands an dieser zentralen Stelle in der Innenstadt im Bereich Zerrennerstraße/Leopoldstraße endlich weiter gehen. Ich freue mich auf den städtebaulichen Impuls, der von der Belebung dieses zentralen Innenstadt-Bausteins ausgehen wird. Wir werden hier eine gute Nutzungsmischung hinbekommen.“

Fachleute aus der Verwaltung haben zusammen mit den Verantwortlichen bei der STADTBAU GmbH PFORZHEIM und mit juristischer Begleitung von Herrn Rechtsanwalt Dr. Staib von der Kanzlei Ladenburger Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB sehr früh Kontakt zu allen wichtigen Akteuren in dem zunächst recht unübersichtlichen Konstrukt aufgenommen. Wichtigster Gesprächspartner war hierbei der Insolvenzverwalter Dr. Stephan Laubereau von der PLUTA-Niederlassung Frankfurt am Main unterstützt vom PLUTA-Rechtsanwalt Philipp Meyer. Ein reger Schriftverkehr und zahllose Telefonate und Videokonferenzen schlossen sich an.

Schließlich gelang es, eine Einigung mit den zahlreichen Gläubigern zu erzielen. Anfang März stimmte die Gläubigerversammlung dann dem Verkauf des Grundstücks zu. Zuvor hatte schon der Aufsichtsrat der STADTBAU per positivem Beschluss den Weg zum Erwerb frei gemacht. Insolvenzverwalter Dr. Stephan Laubereau äußert sich zufrieden: „Mit dem abgeschlossenen Kaufvertrag wurde die bestmögliche Lösung erzielt. Das Verfahren war komplex und aufwendig, aber das Ergebnis ist letztlich für alle Beteiligten sehr erfreulich.“

Infolge des Erwerbs durch die kommunale Tochter STADTBAU GmbH PFORZHEIM hat die Stadt nun direkten Einfluss auf den Grundbesitz und das Projekt, was nicht nur aus Sicht vieler vor Ort Betroffener sehr befürwortet wird. Für die Revitalisierung und Entwicklung der Stadt ist die Bedeutung dieses Standortes immens. Die Nutzungen im geplanten Neubau werden für Frequenz sorgen. Die Maßnahme ist ein wesentlicher Baustein - insbesondere in der Lammstraße - einen schwerwiegenden städtebaulichen Missstand zu beheben.

„Die langwierigen Verhandlungen haben sich gelohnt. Mit dem Kauf durch die STADTBAU kann nun ein Neustart für die Bebauung des Grundstücks erfolgen. Es ist uns endlich möglich, die schon so lange vorgesehene Errichtung des Sozialrathauses mit modernen Büros und das dringend gebrauchte Nahversorgungsangebot im Erdgeschoss voranzubringen. Lange schon wartet Edeka als Vollsortimenter auf die Verwirklichung des Projektes und hat bereits entsprechende Verträge abgeschlossen“, zeigt sich Armin Maisch, der kaufmännische Geschäftsführer der STADTBAU, erfreut.

Auch der künftige Betreiber des geplanten Nahversorgungsangebots steht mit Frank Berger bereits fest. „Ich freue mich riesig auf die Herausforderung, die mit einem Vollsortimenter auf einer Fläche von über 1.700 Quadratmetern Fläche verbunden ist“, so Frank Berger, der in Pforzheim und der Region als Betreiber von Edeka-Märkten sehr bekannt und erfahren ist.

Die STADTBAU als neuer Eigentümer der Immobilie wird im Benehmen mit der Stadt nun kurzfristig das Bebauungsplanverfahren zum Abschluss bringen und den Bauantrag einreichen. Mittlerweile erfolgte Veränderungen in der Rechtslage und neue Entwicklungen zu den Bedarfen werden im weiteren Planungsprozess selbstverständlich berücksichtigt. Das direkt angrenzende Gebäude Leopoldstraße 7 war bereits im vergangenen Jahr von der STADTBAU erworben worden. Dadurch wird das Angebot an Räumlichkeiten an dieser Stelle ergänzt und der anstehende Bauprozess erleichtert.

Geplantes Sozialrathaus bringt mehr Servicequalität

Neben dem Nahversorgungsangebot ist in dem Gebäudekomplex nun die Errichtung eines zentralen Sozialrathauses vorgesehen. Dort sollen gebündelt alle wesentlichen Dienstleistungen für die Pforzheimer Bürgerinnen und Bürger angeboten werden, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Verkehrsgünstig gelegen im Herzen der Stadt wird das neue Sozialrathaus sehr gut erreichbar sein.

Mit dem neuen Sozialrathaus wird ein seit mittlerweile schon Jahrzehnten verfolgtes Ziel Realität. Ist das heutige Jugend- und Sozialamt aktuell auf 10 Standorte im Stadtgebiet verteilt, sollen zukünftig alle Dienstleistungen möglichst aus einer Hand und einem Guss angeboten werden. Das erleichtert es nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, die einen deutlichen Anstieg der Servicequalität erwarten dürfen. Es erleichtert darüber hinaus auch die Zusammenarbeit im Amt und über die jeweiligen Fachbereiche des Jugend- und Sozialamts hinweg.

Moderne und zeitgemäß ausgestattete Räumlichkeiten und ein Gebäude, das auf die Nutzerbedürfnisse anforderungsgerecht errichtet wird, bilden zudem die Basis für einen verbesserten und sicheren Kundenkontakt. Profitieren werden dabei neben den Kundinnen und Kunden auch die Beschäftigten, die aktuell unter zum Teil äußerst schwierigen Rahmenbedingungen ihrer wertvollen Tätigkeit nachgehen.