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Lebendige Flurnamen in Pforzheim – gibt es diese tatsächlich (noch)?

Montagabend im Archiv am 27. März 2023

Referent mit Veranstaltern
Referent Dr. Peter Löffelad (Mitte) mit den Veranstaltern Löbliche Singergesellschaft von 1501 (Kai Adam) und Stadtarchiv (Klara Deecke) vor dem Schild am „Sikinbrunnen“, einem der vielen Pforzheimer Flurnamen, der beim Vortrag erklärt wurden (Foto: Stadt Pforzheim, Schüle)
©Stadtarchiv PforzheimFoto: Stadtarchiv Pforzheim

Um kleinräumige Landschaftsteile, seien es Hügel, Täler, bestimmte Äcker oder Wiesen, eindeutig benennen zu können, bildete sich im Lauf der Zeit ein Name für sie heraus und ging in den mündlichen, später dann auch schriftlichen Sprachgebrauch ein. Diese Bezeichnungen werden Flurnamen genannt.

Im Auftrag des Stadtarchivs Pforzheim hat der Dr. Peter Löffelad, Sprachwissenschaftler und Historiker, 2021 die mündliche Überlieferung der Flurnamen in allen Stadtteilen erfasst und mit Tonaufnahmen für den „Flurnamenatlas Baden-Württemberg“ (www.flurnamen.de) gesichert. 2022 wurden die Unterschiede zwischen der mündlichen und der aktuellen amtlichen Flurnamenüberlieferung untersucht. Über die Ergebnisse berichtete der Referent in einem Vortrag, der im Rahmen der Reihe Montagabend im Archiv am 27. März im Stadtarchiv vor insgesamt 50 Teilnehmenden, die dem Vortrag vor Ort oder im Livestream folgten.

Detail- und kenntnisreich belegte der Referent, dass die Antwort auf seine im Vortragstitel „Lebendige Flurnamen in Pforzheim – gibt es diese tatsächlich (noch)?“ gestellte Frage auch in Pforzheim nur „Ja!“ lauten kann. Mit zahlreichen Tonaufnahmen lokaler Gewährleute, die beim Vortrag zu hören waren, zeigte er beispielsweise auf, wie auf den ersten Blick rätselhafte Flurnamen, etwa der Sikinbrunnen, anhand der mundartlichen Aussprache gedeutet werden können, nämlich als Siegenbrunnen (abgeleitet von der ‚Seige‘, einer Stelle mit Sickerwasser). Eine sichere Deutung kann jedoch erst in Verbindung mit der Auswertung historischer Quellen (Katasterpläne o. Ä.) entstehen.