Zum Inhalt springen
  • Bewölkt: 85-100% 27 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Der Wolf in Baden Württemberg

Der Wolf könnte bald wieder heimisch werden! Was das bedeutet und wie man sich verhalten soll finden Sie hier.

©©️ GzSdWFoto: Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (www.gzsdw.de)

In der Nähe des Schluchsees sind zwei Wölfe in eine Fotofalle getappt. Experten gehen von einer möglichen Rudelbildung aus. Diese Nachricht brachte vor einigen Tagen Aufsehen in der Region Schwarzwald. Besonders die Sorgen der Landwirte wurden wieder groß in die Öffentlichkeit gestellt. Dabei zeigen wolfserprobte Landwirte u.a. in Italien und Spanien, dass Nutztierhaltung neben Wolfsvorkommen funktionieren kann. Mit den richtigen Schutzmaßnahmen kann man dafür sorgen, dass es für die Wölfe fast unmöglich ist die Nutztiere zu erreichen.

Mit einem Elektrozaun geschützte Tiere, die über Nacht eingestallt werden und zusätzlich evtl. noch von Herdenschutzhunden überwacht werden, stellen für die Wölfe keine leichte Beute mehr dar und sind somit uninteressant!

Das Land hat dafür das Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald eingerichtet, in dem die präventiven Maßnahmen gefördert werden. Wichtig ist, dass die Landwirte früh und konsequent ihre Herden schützen, so kann man die Gefahren durch Wölfe auf ein Minimum reduzieren. Wenn Wölfe an ungeschützten Weidetieren erst einmal gelernt, dass diese eine leichte Beute sind, dann besteht die Gefahr, dass sie auch bei geschützten Weidetieren versuchen werden diese zu erreichen und es hin und wieder gelingt, die Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden.

Übergriffe auf Menschen sind äußerst unwahrscheinlich! In Deutschland gibt es noch keinen bestätigten Angriff auf Menschen

Auch der hohe Tourismusbetrieb im Schwarzwald stand zur Debatte, allerdings vergessen hier die meisten, dass die Menschen nicht zum Beutespektrum der Wölfe gehören. In der Regel wittern Wölfe Menschen schon aus weiter Entfernung und versuchen, ihnen aus dem Weg zu gehen. Eine Studie des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) zeigt, dass es in der Vergangenheit nur wenige Fälle gab, in denen Wölfe Menschen angegriffen oder gar getötet haben, und dass sich diese Zwischenfälle auf drei Ursachen zurückführen lassen: Tollwut (Deutschland gilt seit 2008 als Tollwutfrei) Provokation und Futterkonditionierung (gehen Sie nicht auf wilde Wölfe zu und versuchen Sie nie, diese zu füttern!).

Konflikte entstehen meist nur mit kranken Tieren sowie durch Fehlverhalten der Menschen.

Dazu kommt, dass der Wolf ein wichtiger Teil unseres Ökosystems ist. Er reguliert den Wildbestand und sorgt dadurch dafür, dass der Wald sich verjüngen kann und nicht durch eine Überpopulation von Schalenwild beschädigt wird, eine Rolle, die nach der Ausrottung des Wolfes der Mensch übernehmen musste, aber nie vollständig erfüllen konnte, was man auch in den Statistiken des Deutschen Jadgverbandes sehen kann.

Es zeigt sich also, dass der Wolf ein wichtiger Bestandteil unserer Natur ist, der zu Unrecht einen schlechten Ruf hat. Wir können nur hoffen, dass die Ansiedlung des neuen Rudels funktioniert und Baden-Württemberg wieder einen seiner natürlichen Bewohner zurückbekommt.

Weitere Informationen zum Thema Wolfprävention gibt es auch auf den Seiten des NABU: NABU Wolf sowie der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.: GzSdW