Zum Inhalt springen
  • Bewölkt: 85-100% 24 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Stadt Pforzheim als Partner bei Gedenkveranstaltung für Reuchlin in Paris

Gerade erlebt der deutsche Humanist und Jurist Johannes Reuchlin (1455-1522) seine Wiederentdeckung in Frankreich: Mit einer Gedenkveranstaltung im Pariser Amphitheater Richelieu haben die Pariser Universität, die Académie Française und das Konservatorium Claude Debussy an Reuchlins Wirken erinnert. Ziel der Veranstaltung war es, den Namen und das Werk des Humanisten anlässlich seines 500. Todesjahrs in Frankreich bekannter zu machen. Zum Abschluss des Abends erklang die Komposition „Genesis“, das Auftragswerk der Stadt Pforzheim bei der Komponistin Catalina Vicens. Ein Chor junger Sängerinnen und Sänger des Musikkonservatoriums Claude Debussy und des Gymnasiums in Versailles überbrachte die musikalischen Grüße aus Reuchlins Geburtsstadt. Das Lied ist außerdem im Pforzheimer Museum Johannes Reuchlin als Klanginstallation zu hören. Eine kleine Delegation aus Pforzheim nahm an der Gedenkveranstaltung teil, darunter der städtische Reuchlinbeauftragte Pforzheim Christoph Timm.

 

Ein Blick zurück
Die Pariser Universität gehörte im Jahr 1514 zu den europäischen Universitäten, die den „Augenspiegel“ als „skandalöses und häretisches Werk“ verurteilten. Der Augenspiegel ist eine bekannte Streitschrift Reuchlins, in der er sich gegen die Absicht positionierte, Schriften auf Hebräisch zu verbrennen. Im September dieses Jahres erschien eine zweisprachige Ausgabe der Schrift unter dem Titel „Les Bésicles“ in der renommierten Schriftenreihe „Les Belles Lettres“ (Schriften zum Humanismus). Hinter dem Projekt steht ein Team französischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um den Historiker Jean-Christophe Saladin: „Wir wollen dieses bahnbrechende Manifest für Recht und Glaubensfreiheit auf Französisch zugänglich machen.“ Le Monde, Frankreichs führende Tageszeitung, kommentierte: „Sein Leben hat der Humanist Reuchlin dem Kampf gegen jene gewidmet, die die Bücher der Juden verbrennen wollten. Sein juristisches Gutachten ist nun endlich übersetzt.“