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Aus „Präventionsnetzwerk Kinderarmut“ wird „BianKa - Bildungsangebote Kinderarmut“

Förderung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg

Das Aufwachsen in einer armutsbetroffenen Familie birgt für Kinder und Jugendliche große Herausforderungen. Zahlreiche Studien zeigen, dass sich aus einem Einkommensmangel gerade für Kinder weitreichende Konsequenzen ergeben: Aus einem Mangel an Geld wird so ein Mangel an Teilhabe, welcher überdurchschnittlich oft in sozialem Rückzug, Isolation und Gesundheitsproblemen endet. In Armut zu leben bedeutet demnach häufig eine Benachteiligung und Chancenungleichheit auf verschiedenen Ebenen. „Arm sein“ ist nach wie vor ein Stigma, welches nicht nur Scham bei den Betroffenen hervorruft, sondern auch nach wie vor Klischees und Stereotypen hervorbringt, die den Betroffenen zugeschrieben werden.

Pforzheim bildet hier leider keine Ausnahme, sondern ist in besonderem Maße von Kinderarmut betroffen. Seit Jahren liegt Pforzheim mit einer SGB II-Quote der unter 15-Jährigen von rund 20 Prozent beim doppelten Wert des Landes. Die Stadtgebiete Ost-, West und Innenstadt sowie der Stadtteil Au liegen bei dieser Kinderarmutsquote sogar zwischen 35 und 40 Prozent.

Präventive Maßnahmen wie kostenlose Hausaufgabenhilfe, Sprach- und Lernförderung, Sportangebote in Vereinen sowie die Möglichkeit, auch ohne finanzielle Mittel am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, zeigen dabei die größte Wirkung, um die Folgen von Kinderarmut im späteren Erwachsenenleben abzufedern. Auch die Zusammenarbeit in einer Stadtgesellschaft von Kitas, Schulen, Jugendamt und sozialen Trägern spielt eine entscheidenden Rolle: Durch den Austausch verschiedener Institutionen und deren Vernetzung können unterstützende Angebote schneller und zielgerichteter entwickelt und umgesetzt werden.

An diesem Punkt setzt das Projekt „Präventionsnetzwerk Kinderarmut“ seit Ende 2020 an, welches nun unter dem Titel „BianKa - Bildungsangebote Kinderarmut“ fortgesetzt wird.

„Mit ‚BianKa‘ knüpfen wir an die Erfahrungen aus den letzten Jahren an und haben die Möglichkeit Bewährtes weiterzuführen und Neues auszuprobieren“, so Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn. „Ich halte es für eine ganz vordringliche Aufgabe der Stadt das Thema Kinderarmut immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, die vielen bereits vorhandenen Ansätze zahlreicher Pforzheimer Akteure zu verknüpfen und mit konkreten präventiven Maßnahmen zu versuchen der Kinderarmut und ihren negativen Folgen für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes, entgegenzuwirken“.

Ziel ist es, die Lebensumstände armutsbetroffener Kinder und Familien durch Vernetzung verschiedener Akteure kontinuierlich zu verbessern. Daneben steht die Etablierung neuer Maßnahmen im Bereich Bildung im Vordergrund der Projektarbeit. Das Ferien- und Lernförderprogramms „Stadtfüchse“, das während der Sommerferien 2021 in Kooperation mit der Inselgrundschule und der Diakonie Pforzheim, erfolgreich erprobt wurde, soll in der kommenden Förderperiode bei Pforzheimer Familienzentren angesiedelt und an ihr bestehendes Angebot angegliedert werden.

Weitere Veranstaltungen zum Thema „Psychische Gesundheit“ werden in der neuen Förderperiode dem diesjährigen Online-Angebot „Social Media und Kinderschutz“ folgen, das im Rahmen der Kindergesundheitswochen Pforzheim-Enzkreis ab Oktober stattfinden wird. Ebenso werden Projekte zur Elternbildung im Altersbereich der 3 bis 6-jährigen in Zusammenarbeit mit den Akteuren des Präventionsnetzwerks weiterentwickelt und der Themenbereich „Armutssensibilisierung“ durch Workshops und Vorträge weiter vorangetrieben.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg fördert im Rahmen des Programms „Starke Kinder chancenreich“ das Pforzheimer Projekt „BianKa - Bildungsangebote Kinderarmut“ über eine Laufzeit von zwei Jahren mit knapp 95.000 Euro.