Zum Inhalt springen
  • Bewölkt: 85-100% 11 °C
  • Kontrast
  • Leichte Sprache

Musiker Ben Salomo trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Pforzheim ein

Verleihung des „Internationalen Pforzheimer Friedenspreises“

Überreichung Friedenspreis
Ben Salomo/Jonathan Kalmanovich und Oberbürgermeister Peter Boch (©Stadt Pforzheim; Natalie Hüeber)
Ben Salomo trägt sich ins Goldene Buch ein
Ben Salomo/Jonathan Kalmanovich trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Pforzheim ein (©Stadt Pforzheim; Natalie Hüeber)
Gruppenbild "Verleihung Friedenspreis"
v.l.n.r.: Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Gerhard Baral (Bündnis Pforzheim Nazifrei), Mark Stephen Pace (Jury), Oberbürgermeister Peter Boch. In der Mitte: Preisträger Ben Salomo/Jonathan Kalmanovich (©Stadt Pforzheim; Natalie Hüeber)

Nachdem die Verleihung des „Internationalen Pforzheimer Friedenspreis“ im Jahr 2020 verschoben werden musste, war es am heutigen Sonntag, den 18. April 2021 endlich soweit: Der Musiker Ben Salomo wurde für seinen vorbildlichen Einsatz für Zivilcourage und Friedensarbeit geehrt.

Zu diesem Anlass hat sich Ben Salomo im Kulturhaus Osterfeld in das Goldene Buch der Stadt Pforzheim eingetragen. Gäste konnten aus Infektionsschutzgründen leider nicht vor Ort sein, alle Anwesenden führten zur Sicherheit vorab einen Corona-Test durch.

In einem Videobeitrag hat die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Arbeit des Musikers gewürdigt und auch Jurymitglied Marc Stephen Pace ging in seiner Ansprache auf seinen Einsatz für Zivilcourage und Friedensarbeit ein. Weitere Grußworte erfolgten vor Ort durch Oberbürgermeister Peter Boch, Bürgermeisterin Sibylle Schüssler und Gerhard Baral vom Bündnis Pforzheim Nazifrei. Musikalische Beiträge wurden von der israelischen Lechaim Band aus Berlin per Videoübertragung eingespielt. Nach seinem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Pforzheim sprach auch der Preisträger Ben Salomo einige Worte und präsentierte sein Lied „DEDUSCHKA“ (https://m.youtube.com/watch?v=4wPsJuMhkMg). Der Stream der Preisverleihung ist auch nachträglich noch auf dem YouTube Kanal der Stadt Pforzheim verfügbar.

Ben Salomo wurde als Jonathan Kalmanovich 1977 in der israelischen Stadt Rechovot geboren. Im Alter von vier Jahren siedelte er gemeinsam mit seinen Eltern in das damalige West-Berlin um. Hier hielt er Kontakt zur Jüdischen Gemeinde und wuchs zugleich unter arabischen und türkischen Migrantinnen und Migranten auf. 1997 begann er Hip-Hop-Musik zu machen. Er baute in Berlin die größte Battle-Rap-Bühne Deutschlands auf, deren Veranstaltungsformat „Rap am Mittwoch“ acht Jahre lang auf Youtube übertragen wurde und überaus erfolgreich war. Im Mai 2018 gab Ben Salomo das Musikformat wegen der starken antisemitischen Tendenzen in der Deutschrap-Szene auf. Er engagiert sich seither gegen Antisemitismus in der Gesellschaft und gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung. In Workshops will er mit Jugendlichen und Erwachsenen Wege finden, „um eigenen Gefühlen Sprache zu geben, Konflikte zu überwinden [...] und die richtigen Worte zu finden.“ (http://www.bensalomo.de/workshops.html)

Ben Salomo kann durch seinen Einsatz gegen Antisemitismus als vorbildhaft für Zivilcourage und Friedensarbeit gesehen werden und ist daher in den Augen der Jury ein besonders würdiger Träger eines Internationalen Pforzheimer Friedenspreises. Der Preis wurde von der Studentin Johanna Seibert von der Fakultät für Gestaltung, unter Leitung von Prof. Christine Lüdeke, gestaltet. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro. Finanziert wurden der Sachpreis und das Preisgeld durch Spenden aus der Bürgerschaft.