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Situation der Asylbewerber in Pforzheim

Es gehört zur guten Tradition der Pforzheimer Bürgerschaft, Fremde aufzunehmen und ihnen die Integration zu erleichtern.

Das beweisen die vielen Tausend Zuwanderer, die in Pforzheim in den letzten Jahrzehnten heimisch werden konnten. Ziel der Aufnahme ist zunächst die Versorgung und Betreuung von Menschen, die in ihren Heimatländern meist größtes Leid wie Verfolgung, Folter, Vergewaltigung, Krieg und Bürgerkrieg erfahren haben.

Integration ist laut dem Flüchtlingsaufnahmegesetz des Landes Baden-Württemberg zunächst nicht vorrangiges Ziel der vorläufigen Unterbringung: So dienen die Regelungen des Bundes zu Arbeitserlaubnis und Schulpflicht auch erst einer zeitlich verschobenen Integration, die frühestens nach sechs Monaten beginnt. Eine Arbeitserlaubnis ist nach der neuesten Regelung bereits nach drei Monaten Aufenthalt möglich, nach 15 Monaten entfällt die sogenannte Vorrangprüfung (also der Nachweis, dass für die Stelle kein anderer Arbeitnehmer ohne Asylstatus zu finden ist). Die Schulpflicht beginnt erst sechs Monate nach Zuzug.

Die Stadt Pforzheim möchte allerdings Kindern und Familien, deren Asylverfahren sehr wahrscheinlich positiv ausgehen wird, möglichst frühzeitig einen Schulbesuch bzw. Sprachvermittlung ermöglichen und wirkt bereits darauf hin, diese Menschen früh zu integrieren.

Die meisten Asylbewerber in Pforzheim kommen derzeit aus dem Irak, Syrien und Afghanistan (970 Personen). Aus dem Westbalkan (siehe Tabelle) kommen 134 Personen. Diese Länder wurden zu „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt, das heißt, dass Asyl zwar auch weiterhin beantragt werden kann, die Erfolgsaussichten darauf allerdings äußerst gering sind. Zudem sollen Asylverfahren für Antragsteller aus diesen Ländern stark verkürzt werden, was aber an der absoluten Zahl der Flüchtlinge in Pforzheim wenig verändern wird: Es ist damit zu rechnen, dass künftig viele Menschen aus Syrien und dem Nordirak hier Zuflucht suchen werden.