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Abracadabra - Plakate von Tomi Ungerer (6.10.13 > 12.01.14)

Tomi Ungerer (*1931) ist heute ein weltweit bekannter Illustrator, Werbegrafiker und Plakatkünstler internationalen Ranges. Fast jeder kennt ihn als witzigen und ausdrucksstarken Kinderbuchillustrator, der mit nur wenigen Strichen und klaren Bildideen Emotionen und Pointen aufs Blatt bannt.

Seine Plakate und Werbegrafik sind ungewöhnlich und tragen trotz aller Vielfalt eine deutlich zu erkennende Handschrift. Durch alle Entwürfe zieht sich eine große Spiel- und Fabulierfreude. Alle Blätter waren Leihgaben des Musée Tomi Ungerer Strasbourg.

Die Ausstellung zeigte darüber hinaus eine Auswahl erotischer Schmuckentwürfe sowie die entsprechend realisierten Schmuckobjekte. Diese meisterhaft gefertigten und einzigartigen Objekte stammen aus der Hand des Goldschmieds und Juweliers Günter Krauss und sind zum Teil noch nie öffentlich gezeigt worden.

Die Künstler auf dem Berg ( 06.07.14. > 29.09.14)

Acht natur- und kunstbegeisterte Schmuckfabrikanten sowie der Bildhauer Adolf Sautter kauften ab 1906 Wiesen auf einem Hang oberhalb des Würmtals. Ganz selbstverständlich betätigten sich die ersten Siedler auf dem »Berg« künstlerisch. »Freiheit und Schönheit« – das war für sie die Humanisierung des Lebens.

Gewissermaßen eine Wiederkehr lebensreformerischer Ideen erlebte der »Berg« in den 70er Jahren. Helgart Rothe, Max- Peter Näher und seine »Kommune« sorgten in Pforzheim für Gesprächsstoff.

Heute noch leben mit Bernd Bippes und Werner Weißbrodt Künstler auf dem »Berg«.

Beteiligte Künstler
Bernd Bippes / Wilhelm Dieke / Christof Grosse Heinrich Grosse / Adolf Hildenbrand / Bert Joho Vera Joho / Georg Kleemann / Rudolph Kowarzik Max-Peter Näher / Willo Rall / Curt Rothe Helgart Rothe / Lore Rothe / Michaela Rothe Adolf Sautter / Georg Seibert / Erwin Silbereisen Paul Speck / Wilhelm Silbereisen / Klaus Ullrich Werner Weißbrodt / Richard Ziegler

Gemischtes Doppel 2015 (11.010.15 > 24.01.16)

Das Ausstellungsformat »Gemischtes Doppel« ging 2015 in die vierte Runde.

In bewährter Weise wurden zwei Künstler aus Pforzheim und der Region eingeladen, die dann den Ball weitergaben und ihrerseits zwei weitere Künstler von außerhalb zu einer gemeinsamen Ausstellung einluden.

Vito Pace, der seit vielen Jahren einen Lehrauftrag im Fachbereich Skulptur an der HS Pforzheim innehat, hat mit Angelo Ricciardi einen Künstlerfreund eingeladen, mit dem er seit längerem einen regen Austausch pflegt und an gemeinsamen Projekten arbeitet. Der Fotograf Winfried Reinhardt, bekannt durch seine fotografischen Spurensuchen, beispielsweise im historischen Gaskessel, bat den in Berlin lebenden Glaskünstler Julius Weiland dazu.

Unter die Haut - Gottfried Hüttemann (12.10.14 > 25.01.15)

Der Künstler Gottfried Hüttemann, der bis zu seinem überraschenden Tod Ende 2013 sein Atelier in Keltern hatte, versuchte in seinen fotografischen Werken, dem verletzlichen Innern des Menschen auf die Spur zu kommen.

Viele Jahre kreiste Hüttemanns künstlerisches Nachdenken um den menschlichen Körper und seine Veränderungen. Intensiv beschäftigt er sich vor allem mit der Haut als Membran zwischen Innen und Außen. In seinen Fotos und fotografischen Bearbeitungen gelingt es ihm, die Würde und Schönheit des Körpers auch im Alter zu zeigen. 

Neues Sehen. Fotobilder - Bernhard Jablonski (08.02.15 > 31.05.15)

Nachtschwarze Bilder, in denen sich bei näherem Hinsehen eine lebhafte Fülle von Farben entdecken lassen, brillante Lichtpunkte, eine kühne Konturlinie im Raum: Bernhard Jablonski geht bei der Bearbeitung seiner neusten Fotobilder weit über den Rand der Abstraktion hinaus, um aus Licht, Farben, Tiefe und Kontrasten ganz neue Seherlebnisse zu schaffen.

Ausgangspunkt seiner Werke ist jeweils ein Foto, meist einer Pflanze, einer Naturansicht oder eines Körpers. Dieses wird dann so lange bearbeitet, dass der ursprüngliche Zusammenhang nicht mehr erkennbar ist; dafür entstehen neue Zusammenhänge im Spannungsfeld zwischen Licht und Dunkel, Schärfe und Unschärfe, Fläche und Tiefe, assoziierbaren Gegenständen und Abstraktion. Das Auge muss sich ganz neu orientieren. Sein fotografisches Werk, das sich im Lauf der Jahre stetig in Richtung Abstraktion und Computerbearbeitung entwickelte, begann er als zweite Karriere nach seiner Hochschullaufbahn. 

Metall-Collagen - Fritz Vahle (20.10.13. > 12.01.14)

Im Jahr 1959 wurde Fritz Vahle als Dozent an die Kunst- und Kunstgewerbeschule nach Pforzheim berufen. 1968 zum Professor der Fachhochschule für Gestaltung ernannt, lehrte er hier bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975. In seinen Pforzheimer Jahren entstand die umfangreiche Werkgruppe der Materialbilder.

Aus dieser Gruppe wurden in einer Ausstellung anlässlich seines hundertsten Geburtstages eine Reihe von Metall-Collagen gezeigt, die sicherlich inspiriert wurden durch die Metallverarbeitende Industrie der Schmuckhersteller und Feinmechanikbetriebe in Pforzheim. Für seine spannungsreichen Kompositionen kombiniert Vahle unterschiedliche Bleche miteinander, zuweilen auch mit Holzstücken oder kleinen Akzenten aus leuchtend transparentem Glas.

So entstehen auf hölzernem Träger reizvolle und dreidimensionale Material-Collagen. Die Exponate waren allesamt Leihgaben des Fördervereins Atelierhaus Vahle e.V. in Darmstadt. 

Die Inszenierung der Natur (22.09.12 > 13.01.13)

Zum 20-jährigen Bestehen des Freundes- und Förderkreises Pforzheim Galerie e.V. zeigte das Museum eine umfangreiche Ausstellung zum Thema Naturdarstel ungen im 20. Jahrhundert.

Kaum etwas Zweites dürfte die Kunst des 20. Jahrhunderts so sehr beeinflusst haben wie das Erleben und Deuten der Natur. Natur ist Spiegel der Seele, ist Ausdruck des Seltsamen und Unbegreiflichen, aber auch Träger von Sehnsucht und Transzendenz; Natur ist Ausgangspunkt abstrakten Denkens und begegnet als Reminiszenz in modernen Stadtlandschaften.

Die mehr als fünfzig Bilder und Objekte kamen geschlossen aus der Sammlung Würth.
Dank für die freundliche Unterstützung der Ausstellung geht an die Werner Wild-Stiftung und an den Freundes- und Förderkreis Pforzheim Galerie e.V. 

Hermann Ruf (13.02.16 > 28.03.16)

Der Pforzheimer Hermann Ruf malte schon mit 17 Jahren die ersten Aquarelle, noch während der Lehre zum Stahlgraveur. In seinem späteren Beruf als Schmuckdesigner erhielt er Stipendien und Preise.

Die bekanntesten Schmuckfirmen Pforzheims erteilten ihm Aufträge und er machte sich als Juwelenzeichner im In- und Ausland bekannt. Von Pforzheim bis Paris beteiligte er sich regelmäßig an den bedeutendsten Schmuckwettbewerben und gewann viele Preise. Nach dem 1. Weltkrieg startete er mit einer eigenen Schmuckkollektion und hatte schon bald eine florierende Schmuckwarenfabrik, nahe dem alten Schlachthof.

Beim verheerenden Fliegerangriff am Abend des 23. Februar 1945 verlor Hermann Ruf alles – seine Frau, seine Fabrik und sein Malatelier am Schlossberg. 71 Jahre nach der Zerstörung der Stadt und im Ge - denken an das künstlerische Schaffen von Hermann Ruf widmete die Stadt Pforzheim diese Ausstellung dem bekannten Maler, der mit seinen Gemälden vor allem auch das alte Pforzheim, die Zerstörung und den Wiederaufbau dokumentierte.

Schätze aus Privatbesitz II (14.06.15 > 27.09.15)

Vorgestellt wurden nicht einzelne Kunstwerke, sondern Sammlungszusammenhänge: Fünf sehr unterschiedliche Kunstbegeisterte aus Pforzheim und Umgebung haben eine Auswahl von Kunstwerken aus ihren Wohnungen zur Verfügung gestellt. Sie erlauben damit Einblicke in sehr unterschiedliche Motive, ihr Leben mit Kunst zu verbinden.

Manfred Heinrich zum Beispiel hat mit großer Leidenschaft und viel Zeit und Einsatz eine umfangreiche, museale Sammlung rund um Neue Figuration und Junge Wilde zusammen getragen; Werke namhafter Künstler wie Walter Stöhrer, Rainer Fetting und Johannes Grützke sind darin zu finden. Franz Littmann wiederum, der in Karlsruhe viele Jahre lang eine Künstlerkneipe betrieben hat, hat sehr persönliche, gesprächsreiche Zugänge zu »seinen« Künstlern entwickelt. Der Sammler Peter Heckler beschränkt sich auf wenige Künstler, die dafür umso intensiver präsent sind, etwa Jan Peter Tripp, der auch ein Porträt seiner beiden Töchter gemalt hat. Zwei weitere Sammler, für die Kunst mit einem je eigenen Lebensgefühl verbunden ist, möchten nicht genannt werden.

Ein Wintermärchen - Kurt Fuchs (02.02.14 > 23.03.14)

Der Maler und Zeichner Kurt Fuchswurde 1905 in Pforzheim geboren. Sein bemerkenswertes künstlerisches Werk, das mehrere hundert Arbeiten umfasst, entstand in den 20er und Anfang der 30er-Jahre. Mit mit nur 27 Jahren beendete Fuchs dieses Werk, wohl teils aus politischen, teils aus persönlichen Gründen, und verbarg es zeit seines Lebens. Nie verkaufte er eins seiner Bilder.

Straßenszenen, Großstadttreiben und sozialkritisch überzeichnete Menschentypen sind die wiederkehrenden Themen seiner Bilder. Von 1933 an widmete sich Fuchs ganz dem Brotberuf der Werbegrafik und entwarf fantasievoll ausgestaltete Werbemittel für zahlreiche Pforzheimer Unternehmen.

Bekannt wurde Kurt Fuchs schließlich nicht als Künstler, sondern als Karikaturist, als Erfinder des bekannten Pforzheimer »Feilnagel«. 1960 starb Kurt Fuchs. Nur durch einen Zeitungsaufruf gelang es jetzt, mehrere Sammler aus Pforzheim ausfindig zu machen, die eine überraschende Anzahl an Bildern von Kurt Fuchs aufbewahrt und nun zur Verfügung gestellt haben. Ihnen allen gilt unser ganz herzlicher Dank.