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Reisen in vergangenen Zeiten

Im Ferien- und Reisemonat August schließen wir uns einem Reisenden des vergangenen Jahrhunderts an, der in einem Tagebuch von 1920 seine Eindrücke niederschrieb:

Die Schönheit der Schweizer Bergwelt verpasste er, weil er mit einem Nachtzug durch unser Nachbarland fuhr. Über die Landschaft Italiens, das heute vielen ein Land der Sehnsucht ist, weiß der Tagebuchautor wenig Schmeichelhaftes zu berichten: „lauter viereckige Klötze statt Häuser, ohne Sinn in die Landschaft hinein gepflastert“.

Mit viel Humor, der freilich den heutigen Erfordernissen einer „political correctness“ nicht entsprechen würde, berichtet das Reisetagebuch auch von Stationen in Mailand, Genua, Nordafrika…

Möglicherweise war es die Ungeduld, die dem Schreiber die harschen Urteile über Italien in die Feder fliessen ließ. Denn der gebürtige Pforzheimer Max Ungerer berichtet hier von seiner langen Reise ins entfernte Chile, wohin der Veteran des Ersten Weltkriegs auswanderte.

Das Reisetagebuch ist Teil des unter der Signatur N 156 geführten Nachlasses der Familie, der dem Stadtarchiv 2009 anvertraut wurde. Der Nachlass mit Briefen, Fotos und Dokumenten bietet wertvolle Einblicke in das Leben eines deutschen Auswanderers.