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April 2010: Ein Brief von Johannes Reuchlin

Der Tresor in der Bibliothek des Stadtarchivs beherbergt ganz besondere Kostbarkeiten: Neben zahlreichen alten Drucken, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen, befinden sich dort auch Briefe des berühmten Pforzheimer Humanisten Johannes Reuchlin.

Diesen Brief schrieb der berühmte Sohn Pforzheims am 13. April 1501 an Bruder Crismannus vom Franziskanerorden in München. Es handelt sich nicht, wie am 1. April an dieser Stelle zu lesen war, um einen Tagebucheintrag von Johannes Reuchlin. Aber auch ohne fiktive Tagebücher des Humanisten ist mittlerweile viel über das Leben Reuchlins bekannt.

Johannes Reuchlin wurde am 29. Januar 1455 als Sohn des Klosterverwalters Georg Reuchlin in Pforzheim geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule studierte er Grammatik, Philosophie und Rhetorik. Nachdem er als Erzieher einer der Söhne des badischen Markgrafen tätig war, begann er in Basel das Studium der Freien Künste. Dort entstand auch sein erstes Werk, das lateinische Wörterbuch „Vocabularius breviloquus“. Später besuchte er weitere Universitäten in ganz Europa und studierte dort neben Jura auch Griechisch. Seit 1481 war er als Ratgeber und Redner am Stuttgarter Hof bei Eberhard von Württemberg tätig. Nachdem er den Titel „Doktor des kaiserlichen Rechts“ erhalten hatte, lehrte er Griechisch und Hebräisch. Er war der erste deutsche Hebraist. Reuchlin setzte sich für die religiöse Toleranz gegenüber dem Judentum ein. Johannes Reuchlin starb am 30. Juni 1522 in Stuttgart.

Interessante Einblicke in das Leben Johannes Reuchlins bietet Ihnen das 2008 eröffnete Museum Johannes Reuchlin auf dem Pforzheimer Schlossberg.

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