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Das Pforzheimer Schloss - aus Sicht der Nachwelt

Vom Bestand des ehemaligen markgräflichen Schlosses überdauerten nur die Schloßkirche, der Archivturm und Reste der Wehranlage. Eine salische Turmhügelburg aus dem 11. Jahrhundert bildete die Urzelle, mehrere Aufenthalte König Heinrichs IV. sind für Pforzheim urkundlich belegt.

Der Platz der salischen Burg lag im Bereich des heutigen Schlosskirchenparks.
Die Burganlage wurde während der Stauferzeit ausgebaut und vom 13. bis ins 16. Jahrhundert zum Wohnsitz und Residenzschloss der Markgrafen von Baden erweitert. Nach Verlegung der Residenz 1565 nach Durlach diente das Schloss zur Unterbringung von Behörden und Dienstwohnungen sowie zu Wirtschaftszwecken. Im Laufe des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurden die Schlossgebäude nahezu vollständig beseitigt.

Die Ausstellung erinnert an das ehemalige Pforzheimer Schloss. Zahlreiche Rekonstruktionen versuchen eine Vorstellung vom Aussehen der historischen Schlossanlage zu vermitteln, da kein einziges authentisches Bild überliefert ist. Dabei zeugte die Burganlage auf dem Schloßberg von der mittelalterlichen Glanzzeit Pforzheims.

Ausstellung „Flora japonica photographica“

Bis Sonntag, 29. September, ist im Kräutergarten des Stadtmuseum Pforzheims die Ausstellung „Flora japonica photographica“ von dem Fotografen Günter Beck zu sehen.

Großformatige Fototafeln beschreiben die Pflanzen, die im 19. Jahrhundert aus dem Fernen Osten zu uns kamen und die wir heute als „einheimisch“ empfinden, genauer. Im Eingangsbereich des Museums im ehemaligen Schulhaus sind weitere Fotos zu sehen. Als Vorlage für seine Bildkompositionen dienen dem Fotographen Günter Beck Bildtafeln aus dem Werk „Flora Japonica“ von Philipp Franz von Siebold (1796 – 1866). Mit den Mitteln der Fotografie und Computerbearbeitung interpretiert er diese Pflanzenbilder neu.

Der aus Würzburg stammende Siebold erforschte Japan bei seinem ersten Aufenthalt (1823 – 1830) als Arzt in holländischen Diensten und sammelte unter schwierigsten Umständen Pflanzen und Tiere des Landes, das sich seit etwa 1630 vom Ausland abgeschlossen hatte. Neben den Chinesen war nur den Holländern auf einer kleinen, künstlichen Insel im Hafen von Nagasaki ein Warenaustausch in geringem Maß gestattet. Auf dieser holländischen Handelsstation legte Siebold einen Garten mit japanischen Pflanzen an. Bei seiner Rückkehr führte er mehr als 730 Arten in Europa ein, die seine Vorgänger teils schon beschrieben hatten. Zuvor wuchsen beispielsweise in Holland nur 34 ostasiatische Pflanzenarten. In der „Flora Japonica“ sind in Zusammenarbeit mit dem Münchner Biologen J.G. Zuccarini 151 Arten beschrieben und ganzseitig abgebildet.