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Einmal im Jahr öffnen Denkmaleigentümer*innen die Türen ihrer Kulturdenkmale für die Öffentlichkeit, bieten Führungen und Rahmenprogramme an - in diesem besonderen Jahr wollen wir Sie mit auf eine digitale Reise zu ausgewählten Kulturdenkmalen in Pforzheim nehmen.

Der „Tag des offenen Denkmals“ hatte seinen Ursprung 1984 in Frankreich. Die Aktion war ein Riesenerfolg, andere Länder folgten. 1991 griff der Europarat die Idee auf und rief die „European Heritage Days“ ins Leben. Heute beteiligen sich Denkmaleigentümer*innen in 50 europäischen Ländern.

In Deutschland wird der „Tag des offenen Denkmals“ koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gemeinsam mit den Landesdenkmalämtern und den Kommunen.

Digitales Programm 2020 in Pforzheim

Schloß- und Stiftskirche St. Michael mit Museum Johannes Reuchlin

Schlossberg 14

Kommen Sie mit auf einen virtuellen Rundgang durch die mittelalterliche Kirche und dringen Sie in Bereiche vor, die für Besucher*innen sonst unzugänglich sind. Schauen Sie sich den alten Dachstuhl an, entdecken Sie Fassaden- oder Fensterdetails die sonst im Verborgenen bleiben und machen Sie einen Abstecher in das angrenzende Museum Johannes Reuchlin.

Die Schloß- und Stiftskirche St. Michael wird als das „steinerne Geschichtsbuch Pforzheims“ bezeichnet. Ihre romanische und gotische Architektur ist ein Zeugnis europäischer Baukunst, ihre wunderbaren Glasfenster zählen zu den herausragenden Kunstwerken der Nachkriegszeit. Der Stiftschor dient seit der Renaissancezeit als Grablege des badischen Fürstenhauses; die Grüfte sind nur zu besonderen Veranstaltungen zugänglich. An den Stiftschor grenzt seit 2008 das Museum Johannes Reuchlin, dessen Ausstellung an den berühmten Humanisten aus Pforzheim erinnert, der für die jüdische Literatur, für Toleranz und Menschenrechte eintrat.

Hier finden Sie ein Making-of-Video vom virtuellen Rundgang der Schloßkirche.

Reuchlinhaus mit Schmuckmuseum und Kunstverein

Jahnstraße 42

Erkunden Sie das Reuchlinhaus, ein Klassiker der Architekturmoderne auf einem virtuellen Rundgang. Das Gebäude am Stadtgarten wurde von dem Architekten Manfred Lehmbruck 1961 als Kulturzentrum fertiggestellt. Seine architektonischen Raffinessen werden auf Ihrer Erkundungstour näher erläutert.

Es gehört als Gesamtkunstwerk der frühen sechziger Jahre zu den international herausragenden Museumsbauten. Die Ausstellungsräume mit ihren wechselnden Stimmungen, die weltweit Beachtung fanden, werden heute vom Schmuckmuseum und vom Kunstverein genutzt. Auf der „Lehmbruck-Galerie“ sind Originalzeichnungen und Möbel nach Entwürfen Lehmbrucks zu sehen, dazu Dokumente zur Baugeschichte und zur Person des Architekten.

Neues Rathaus Pforzheim

Marktplatz 1

Erleben Sie das Neue Rathaus auf einem virtuellen Rundgang aus einem künstlerischen und architektonischen Blickwinkel. Begeben Sie sich in die faszinierende Foyerhalle, die Ratssäle und werfen Sie einen Blick in das Büro vom Oberbürgermeister.

Das Neue Rathaus, ein Solitärbau aus Sichtbeton am Markplatz, der sich als markante Großskulptur im Raum entfaltet. Faszinierend ist die hohe Foyerhalle, an die das Trauzimmer und der Ratssaal angrenzen, beide geprägt von der Innenarchitektur der Stardesignerin Herta-Maria Witzemann und begleitet von den Kunstwerken HAP Grieshabers. Eine Besonderheit ist auch das von Bürger*innen der Stadt gestiftete Glockenspiel, das mit 46 Glocken zu den großen Carillons in Deutschland gehört.

Hier finden Sie den virtuellen Rundgang für VR-Brillen.

Villa Viola

Glümerstraße 2

Die Pforzheimer Künstlerin Viola erstand vor wenigen Jahren das ehemalige Pfarrhaus aus dem Jahre 1911 und schaffte sich mit viel Sinn für Ästhetik ihre „Villa Viola, einen Ort an dem sie sich angekommen füllt“, wie sie selber sagt. Gehen Sie mit auf den fotografischen Weg der Umbauten eines denkmalgeschützten Hauses.

Das villenähnlich freistehende Gebäude wurde 1911 in seinen zeittypischen Bauformen nach Plänen des Kirchenbauinspektors Burckhardt als „evang. Pfarrhaus der Weiherberggemeinde“ erbaut. Die dem Pfarrhaus gegenüberliegende Evang. Auferstehungskirche wurde erst in den Jahren 1946-48 erbaut.

Laden Sie sich hier einen Pressespiegel mit spannenden Artikeln über die Villa Viola herunter.

Auferstehungskirche

Goebenstraße 2

Ein virtueller Rundgang führt Sie durch den ersten deutschen Nachkriegskirchenbau, der 1946-1948 errichtet wurde und zum Prototyp für das „Notkirchenprogramm“ in den kriegszerstörten Städten wurde.

Der Weltkirchenrat und das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland stellten dazu Spendenmitteln zur Verfügung, die aus aller Welt kamen. Urheber dieses Versöhnungsprojekts war der Architekt Otto Bartning, der Mitverfasser des „Bauhaus-Manifests“ (1919), bekennender Christ und Gegner des NS-Regimes.

Kollmar & Jourdan Haus mit Technischem Museum der Schmuck- und Uhrenindustrie

Bleichstraße 81

Begeben Sie sich auf eine Zeitreise durch das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie. Entdecken Sie hier ein Video zur Herstellung des Schmucks sowie einen Beitrag über das Kollmar & Jordan Haus als ehemalige Schmuckfabrik.

In einer der umgenutzten Räumlichkeiten der ehemaligen Schmuckfabrik hat sich das Architekturbüro Geiger niedergelassen. Verfolgen Sie, durch die von Geiger Architektur bereitgestellte Fotostrecke, den denkmalgerechten Prozess zum neu gedachten Kollmar & Jordan Haus.

Vierflügeliges Fabrikgebäude, errichtet zwischen 1900 und 1910 für die Schmuckfabrik Kollmar & Jourdan AG, baulich ergänzt 1922 durch ein Kontorgebäude (Nr. 77) mit Gangway über der Hans-Meid-Straße. Nachnutzung ab 1977 u. a. durch das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, die Pforzheim-Galerie und mehrere Gewerbetreibende, ab 2011 ergänzender Umbau für die Carlo-Schmid-Schule.

Evang. Matthäuskirche

Hochkopfstraße 30

Die Matthäusgemeinde präsentiert den modernen Kirchenbau von Egon Eiermann aus dem Jahre 1953 auf deren Homepage in Text, Bild und Video. Lassen Sie sich von der Atmosphäre der lichtdurchflutenden Wände inspirieren.

Die Matthäuskirche ist mehr als nur die „Vorläuferin“ der bekannten Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: Ihre farbigen Glaswände galten 1953 als Wunderwerk. Der Industriedesigner Hans Theo Baumann aus Lörrach hüllte auf Einladung des Architekten Egon Eiermann den Kirchenraum mit mehr als 3.000 verglasten Lochsteinen in farbiges Licht. So trat von diesem Bau ausgehend die künstlerische Technik der „Dickverglasung“ ihren Siegeszug durch Deutschland an.

Evang. Kirche Huchenfeld

An der Kirche 5

Im Innenraum des Kirchenbaus finden derzeitige Umbauarbeiten statt, die auf moderne Ansprüche der Gemeinde zurückgehen und den historischen Bau in frischem Glanz erstrahlen lassen. Werfen Sie bei diesem virtuellen Rundgang einen Blick in den Vorzustand des Kircheninnenraums und vergleichen Sie bei einem reellen Besuch in der Kirche den Veränderungen.

Im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld befindet sich die in Teilen spätgotische Evangelische Pfarrkirche mit Chorturm und umgebendem Kirchhof. Die heutige Baugestalt ging aus mehreren erweiternden Umbauten hervor: Ältester Teil ist der spätgotische Altar- und Chorraum mit der später umgebauten Südsakristei. Das in schlichten Formen des Barock gehaltene Langhaus mit behäbigem Halbwalmdach wurde mehrfach erweitert und renoviert. Der heutige Turm mit seinem spitzen Helm ersetzte 1933 einen niedrigen hölzernen Glockenturm.

Burgruine Liebeneck

Oberhalb der Würmtalstraße

Nehmen Sie sich die Zeit und entdecken Sie Stein für Stein der Burgruine Liebeneck, die so manch skurrile Inschriften enthalten (z.B. am Tor zum Burghof). Nutzen Sie die Gelegenheit die seit einiger Zeit, aufgrund von Sanierungsarbeiten, nicht zugängliche Ruine auf einem virtuellen Rundgang zu erkunden.

Erstmals ist das „castrum liebenecke“ 1263 in einer Schenkungsurkunde erwähnt, als die Herren von Weißenstein die Burg samt Floßzoll am „Liebenecker Wehr“ und das Dorf Würm an ihren Lehnsherren Markgraf Rudolf I. von Baden zurückgaben. Die Liebeneck überwachte eine Talschleife des Würmtals. Ihre Entstehung dürfte mit dem Erzbergbau im Umfeld in Zusammenhang stehen. Die Anlage besteht aus einem Bergfried, der Kernburg mit Resten des Palas und fünfseitiger Ringmauer, den Zwingermauern mit zwei bergseitigen Halsgräben und talseitigen Resten weiterer Vorwerke.

Kreativzentrum EMMA

Emma-Jaeger-Straße 20

Tauchen Sie ein in einen virtuellen Rundgang durch das Kreativzentrum EMMA. Bewundern Sie die Eingangshalle des ehemaligen Bades, die sich im bunten Farbkleid der frühen Weimarer Republik präsentiert und nutzen Sie die Gelegenheit sich im Kreativzentrum umzuschauen.

Das Emma-Jaeger-Bad mit zwei Schwimmhallen, Dampf- und Sonnenbad wurde 1911 im Stil der deutschen Neorenaissance errichtet. Benannt wurde das Stadtbad nach seiner Stifterin Emma Jaeger, an die ein Mosaikfries in der Eingangshalle erinnert. Architekt war der Stadtbaumeister Alfred Roepert. Die westliche Schwimmhalle für Frauen fiel dem Luftangriff am 23. Februar 1945 zum Opfer. Erhebliche Schäden sowie geänderte Badevorlieben führten 2014 zur Einstellung des Dampf- und Badebetriebs. Gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wurde das Gebäude zum Kreativzentrum EMMA umgebaut.

Architekturführer

Begeben Sie sich auf einen realen Pforzheimer Stadtrundgang. In der Reihe der Architekturführer sind bisher 7 thematisch unterschiedliche Bände als handliche Begleiter im Taschenformat erschienen. Die Architekturführer sind beim Kulturamt der Stadt Pforzheim (Herausgeber) und der Tourist-Information gegen eine Schutzgebühr von 2 Euro, sowie gegen einen Aufpreis im Buchhandel erhältlich.

Alternativ oder begleitend sind Teilabschnitte der Rundgänge auch audiogeführt erlebbar. Laden Sie sich hierfür den gewünschten Podcast über die Plattform Podigee kostenlos herunter.

Weitere Informationen finden Sie hier.